Unsere Bürgermeister

Josef Heinermann (1895 - 1956)
Bäckermeister und Bürgermeister
von Mechtild Wolff


Bürgermeister Josef Heinermann (1951)

 

Der wichtigste Bürgermeister der Nachkriegsjahre war Josef Heinermann. Damals war das Bürgermeisteramt noch ein politisches Ehrenamt. In seiner Amtszeit erlebte er vier Stadtdirektoren: Dr. Alfred Schmitz (1947-49), Dr. Paul Eising (1949-51), Dr. Karl Schnettler (1952-55) und Dr. Kurt Mertens (1955-67).

 

 1956 Neujahrsempfang Stadtdirektor Dr. Mertens und Bürgermeister Heinermann mit dem Stadtverordneten Paul Wemhoff und Oberst a.D. Winkel

 

Diese Stadtdirektoren waren durchsetzungsfähige, stringente Verwaltungs-chefs; da war es gut, dass Bürgermeister Heinermann durch sein verständnisvolles, freundliches Wesen manche Wogen glätten konnte.

Im Hauptberuf war Josef Heinermann Bäckermeister. Am 15. Oktober 1895 wurde er als fünftes von zehn Kindern in seinem Elternhaus an der Kirchstraße 3 geboren. Hier führten seine Eltern Bernhard und Theresia Heinermann eine der besten Bäckereien Warendorfs. Wie einige seiner Geschwister wollte auch Josef Heinermann gern das Gymnasium Laurentianum besuchen, aber sein Vater hatte ihn für die Nachfolge in der Bäckerei vorgesehen. Darum begann er mit 13 Jahren seine Bäckerlehre, machte seinen Meister und übernahm 1924 nach dem Tode seines Vaters die Bäckerei. Ihm hat dieser Beruf Zeit seines Lebens viel Freude gemacht und noch heute erinnert man sich in Warendorf an die köstlichen Heinermannschen Spekulatius, die er nach einem alten Familienrezept zur Weihnachtszeit in großen Mengen herstellte. Seine ganz besondere Liebe galt den Festtagstorten, die er mit viel Phantasie garnierte.

Josef Heinermann hat in beiden Weltkriegen gedient und sie Gott Dank unversehrt überstanden. Dafür war er stets dankbar und tat alles, um den Frieden zu erhalten.

 

Familie Heinermann 1939 1956 Neujahrsempfang Stadtdirektor Dr. Mertens und Bürgermeister Heinermann mit dem Stadtverordneten Paul Wemhoff und Oberst a.D. Winkel

 

1928 heiratete er Ludowika, die Tochter des Gastwirts Bernhard Niemer. Durch seine Liebe zur Musik hatte er sie kennengelernt, denn der Männergesangverein Lyra hielt seine wöchentlichen Proben im Saal der Gastwirtschaft Niemer am Osttor ab. Aus der Ehe gingen 11 Kinder hervor, von denen zwei im Kindesalter verstarben.

Neben seiner Sorge für die große Familie und den Bäcker- und Konditorbetrieb engagierte sich Josef Heinermann in vielfältiger Weise in seiner Heimatstadt. Natürlich war er Mitglied im Schützenverein, war Kolpingbruder und sang im Kirchenchor und in der Lyra. Lange Jahre war er Mitglied des Kirchenvorstandes St. Laurentius und gehörte dem Kuratorium des Josephs-Hospitals an. Außerdem engagierte er sich als stellv. Innungsobermeister der Bäckerinnung und im Vorstand der Kreishandwerkerschaft.

Schon Anfang der 1930 Jahre schloss er sich der kath. Zentrumspartei an und wurde im März 1933 zum Stadtverordneten gewählt. Das war aber nur von kurzer Dauer, denn schon im Juli 1933 verließ er den Stadtrat, weil er nicht zur NSDAP übertreten wollte.

Als 1945 der Zweite Weltkrieg und damit der braune Spuk beendet war, gehörte Josef Heinermann zu den Gründern der CDU in Warendorf und wurde deren zweiter Vorsitzender. 1946 ernannte ihn die Militärregierung zum Stadtverordneten und bei den ersten demokratischen Wahlen nach dem NS Regime wurde er in den Stadtrat gewählt.
 

 

 

 Einstimmig wählte ihn der Rat der Stadt am 29. Oktober 1948 zum Bürgermeister. Die Stadtverordnete Frau Elisabeth Schwerbrock beglückwünschte ihn im Namen des Rates und gab ihrer Freude Ausdruck, dass Warendorf nun einen Bürgermeister bekommen hat, der ein offenes Ohr für die Nöte der Menschen hat.Die Finanzlage der Stadt war nach der Währungsreform mehr als dürftig, es gab fast keine Steuereinnahmen und die Erstversorgung mit der neuen DM reichte gerade für die laufenden Ausgaben der Verwaltung. Trotzdem konnte das Hochfest Mariä Himmelfahrt mit der traditionellen Illumination und der sonntäglichen Prozession, die durch die festlich geschmückten Straßen und die historischen Bögen zog, wieder seine ganze Pracht entfalteten. Auch die Kirmes fand wie gewohnt auf dem Wilhelmsplatz statt und das Schützenfest im Bürgerschützenhof. Zu Fettmarkt gab es wieder den Vieh- und Krammarkt, alles lief seinen gewohnten Gang, so, wie es vor dem Krieg gewesen war.

 

Wohnraum für Flüchtlinge

Es mussten aber viele große Probleme gelöst werden. Am drängendsten war das Flüchtlingsproblem. Schon in der 1. Ratssitzung mahnte der Vertreter der britischen Besatzungsmacht, Kreisresident Mr. Pit, dass er die menschenunwürdige Unterbringung der Heimatvertriebenen nicht mehr dulden werde. Die Stadt müsse Möglichkeiten der Wohnraumbeschaffung finden.

 

 

1948 wurde der Verein „Christliche Siedlungshilfe Warendorf“ gegründet und am 27. März 1949 konnte der Grundstein für eine neue Siedlung an der Ludgeristraße gelegt werden. Der Grundstein stammte aus den Trümmern des Domes zu Münster. Hier wurde mit Unterstützung der Kirche und der Stadt die Idee des Selbsthilfe-Siedlungsbaus verwirklicht, bei der jeder Siedler mindestens 2000 Arbeitsstunden einbringen musste. Über 90 000 Schlackensteine wurden in Handarbeit vor Ort gefertigt und schon 1950 konnten die ersten Häuser der Ludgeri-Siedlung bezogen werden. Beim Einzug in ihr Haus wurde den Siedlern ein Schwein, ein Bollerwagen, ein Kesselofen, ein Jauchefass, eine Schaufel, eine Mistforke und Bäume und Sträucher für den Garten übergeben. „Helft Wohnungen bauen“, war das Motto vieler Straßensammlungen in Warendorf. Bald entstanden auch an der Sternbergstraße, an der Strumannstraße, der Johanna-Küster-Straße, am Grünen Grund und am Walgernweg weitere Siedlungen.

 

 

Die neuen Emsbrücken

Schon zu Mariä Himmelfahrt 1949 wurde die neue Brücke an der Gartenstraße fertiggestellt. Der Neubau dieser Umgehungsbrücke war notwendig geworden, weil die alte Linnenbrücke nicht tragfähig genug war, um für die Zeit des Baus der großen Emsbrücke den gesamten Umleitungsverkehr aufnehmen zu können.

 Am 2. April 1950 konnte dann auch die große Emsbrücke eingeweiht werden, die unter der Bauleitung von Stadtbauoberinspektor Isselstein in einer Rekordbauzeit von nur fünf Monaten aus Ibbenbürener Sandstein errichtet worden war. In seiner Festansprache erinnerte Bürgermeister Heinermann daran, dass vor genau fünf Jahren in den letzten Kriegstagen 1945 die alte Emsbrücke von der SS trotz der Proteste der Stadtverwaltung und der Bürger gesprengt worden war. Die in aller Eile errichtete Behelfsbrücke hatte gute Dienste geleistet, hatte die vielen Flüchtlinge gesehen, die vom Bahnhof zum Landgestüt geleitet worden waren, wo sie behelfsmäßig ihre Erstversorgung fanden, hatte aber auch die marodierenden Russen und Polen gesehen, die die Stadt- und Landbevölkerung in Angst und Schrecken versetzten. Die neue Brücke setzte ein hoffnungsvolles Zeichen für den politischen und wirtschaftlichen Aufbau. In einen Sandstein der Brücke wurde der Spruch von Anton Aulke eingemeißelt: „Nao Kriegsnaut met Guotts Hölp wier upbaut.“

Auch bei der Brückeneröffnung sammelte die Freiwillige Feuerwehr mit dem Slogan: „Dein Brückengeld für den Wohnungsbau“.

 

Der Bau der neuen Volksschule im Norden der Stadt

Am 9. Juli 1950 wurde der Grundstein für die neue Volksschule im Norden der Stadt gelegt. Sie sollte später den Namen Josefschule bekommen. Bürgermeister Heinermann verlas den Text der Urkunde, die danach eingemauert wurde.

Richtfest der Josefschule Grundsteinlegung der Josefschule im Norden der Stadt

 

Der Schulausschuss-Vorsitzende Oberstudienrat Heinrich Blum zeigte sich in seiner Rede erleichtert, dass die Stadt dieses große Bauprojekt wagte, denn die Warendorfer Schulen platzten wegen der vielen Schüler, die als Flüchtlinge nach Warendorf gekommen waren, aus allen bau an der Kapellenstraße. Pfarrer Hast und Pastor Radü baten um den Seg Nähten. Auch Landrat Dr. Karl Esser war hocherfreut über den Schulneuen Gottes für die neue Volksschule. Alles lief nach Plan und schon bald konnte der Richtkranz aufgehängt werden.

 

Die 750-Jahr-Feier der Stadt Warendorf

„Nun ist endlich der Tag gekommen, dem seit Wochen und Monaten unser Denken und Planen und unsere Vorfreude gegolten hat. Die Festwoche aus Anlass der 750. Wiederkehr der Stadtwerdung Warendorfs hat begonnen. Mit großer Freude wollen wir den Geburtstag unserer lieben Heimatstadt feiern.“

So gab Bürgermeister Heinermann seiner Freude Ausdruck, als er am 28. April 1951 das Stadtjubiläum mit einer Festsitzung des Rates im historischen Rathaus eröffnete. Die Handwerksmeister August Rüschenbeck, Josef Dreischulte und Max Goebeler überreichten aus Anlass dieses denkwürdigen Tages dem Bürgermeister eine neue Amtskette, die von den Warendorfer Handwerkern gestiftet wurde. Am nächsten Tag, einem Sonntag, fand nach einem Festgottesdienst in den Kirchen und einem Empfang der Ehrengäste im Rathaus der Festakt der Stadt im vor einem Jahr erbauten Theater am Wall statt. Am Abend krönt die Aufführung der Oper „Julius Cäsar“ von G.F. Händel den Festtag.

 

 

Und die Post brachte einen Sonderstempel heraus. Ein besonderer Höhepunkt war der Festumzug, an dem jeder teilnehmen konnte. Ein ganz besonderer Spaß für die vielen Kinder.

Bis zum 6. Mai gab es einen bunten Strauß sportlicher und kultureller Veranstaltungen. Auf dem Lohwall begeisterte die große „Gewerbeschau für Stadt und Land“ die Bürger und zahllose Besucher von nah und fern. Bürgermeister Heinermann hielt in der Festwoche nicht weniger als 28 Reden.

 

 

Patenschaft mit der schlesischen Stadt Reichenbach (Eulengebirge)

Anlässlichder 750-Jahr-Feier übernahm die Stadt Warendorf die Patenschaft über die schlesische Stadt Reichenbach. Damit gehörte Warendorf nach Goslar und Köln zu den ersten deutschen Städten, die eine solche Patenschaft abschlossen, um den aus ihrer angestammten Heimat Geflüchteten und Vertriebenen eine ideelle und oft eine reale neue Heimat zu bieten. Bürgermeister Heinermann übergab dem ehemaligen Reichenbacher Bürgermeister Schönwälder die Patenschafts-Urkunde und bekam von ihm die Reichenbacher Stadtfahne überreicht.

  

 
Warendorf hatte damals ca. 14 500 Einwohner, davon waren ca. 3500 Flüchtlinge und Vertriebene. Beim ersten Reichenbacher Heimattreffen 1952 kamen 4000 Reichenbacher in die Emsstadt, sie wurden überwiegend in Privatquartieren untergebracht, fast jede Warendorfer Familie beherbergte für das Wochenende Anfang August einige Gäste aus dem ehemaligen Reichenbach. Welch ein Jubel herrschte auf den Straßen und in den Gastwirtschaften, wenn sich alte Freunde und Bekannte wiedertrafen. Immer mehr Reichenbacher kamen zu den Treffen, die alle zwei Jahre stattfanden.  1954 waren es schon 10 000. Die Organisation war eine wahrhaft logistische Meisterleitung der Verwaltung und dem sehr engagierten Tatenhauser Kreis.

 

Hoher Besuch in Warendorf

Haile Selassi stattete 1954 dem wieder entstehenden Deutschland einen offiziellen Staatsbesuch ab. Das war ein ganz großes Ereignis, denn er war das erste ausländische Staatoberhaupt, das der jungen Bundesrepublik diese Beachtung erwies. Und dieser Staatsgast kam am 12. November 1954 auch in das kleine Landstädtchen Warendorf - welch eine Ehre.

 

Nach dem herzlichen Empfang durch Bürgermeister Heinermann am festlich herausgeputzten Bahnhof fuhren die prominenten Gäste im Schritttempo durch die mit Fahnen und Wimpelketten geschmückte Stadt, angeführt von 30 Standartenreitern. Kaiser Haile Selassi winkte aus einem offenen Mercedes 300 Kabriolett der jubelnden, Fähnchen schwingenden Menge zu.

 Im Innenhof des Landgestüts wurde der kaiserliche Tross von dem Blitzlichtgewitter der über 200 Journalisten und 100 Bildberichterstatter aus ganz Deutschland und von den Scheinwerfern der Wochenschau-Kameras empfangen. Nachdem sich der Kaiser wieder würdevoll verneigt hatte, nahm er auf dem Thronsessel der Ehrentribüne Platz, zusammen mit dem Kronprinzen und der Kronprinzessin.

 

  

 Bürgermeister Josef Heinermann und Stadtdirektor Dr. Karl Schnettler, Landrat Dr. Josef Höchst, der Regierungspräsident Franz Hackethal, der Landesminister Dr. Johannes Peters und Bundesernährungsminister Heinrich Lübke vertraten Stadt und Land sehr würdig. Landstallmeister Bresges erläuterte dem begeisterten Kaiser und seinem Gefolge die kleine Hengstparade und die olympische Lektion, die der Primaner Rainer Klimke elegant präsentierte.

 

In der Deula wurden hochmoderne Landmaschinen vorgeführt, von Kleingeräten für den Garten bis zu den großen Mähdreschern der Firma Claas. Reich beschenkt mit deutschen Industrieerzeugnissen, wie z.B. einer Buttermaschine der Firma Westfalia Separator aus Oelde verließ der Kaiser in seinem kaiserlichen Sonderzug pünktlich um 16.39 Uhr den Bahnhof von Warendorf in Richtung Hamburg.

 

 

Weltmeister Hans Günter Winkler

Hans Günter Winkler wurde 1954 und 1955 Weltmeister und gewann mit dem mittlerweile legendären Ritt 1956 seine erste olympische Goldmedaille. Bei seiner Rückkehr nach Warendorf wurde Winkler schon an den Stadttoren von Bürgermeister Heinermann und Stadtdirektor Dr. Schnettler mit einer großen Reiterstaffel begrüßt und in einer Kutsche zum offiziellen Empfang der Stadt ins Rathaus gefahren. An den Straßenrändern und auf dem Marktplatz feierten ihn die begeisterten Warendorfer.

 

 

Mitten aus dem Leben gerissen

Im Mai 1956 trug Josef Heinermann folgende Termine in seinen Kalender ein:

Sonntag, 27. Mai: Treffen Reichenbach

Montag,  28. Mai:  Ratssitzung

Dienstag, 29. Mai: Westfälisch Lippischer Heimattag

Am Dienstag hielt er auf dem Westfälisch Lippischen Heimattag im Bürgerschützenhof seine letzte Rede. Da er sich nicht wohl fühlte, ging er an der Ems entlang zu Fuß nach Hause. Am Abend starb er plötzlich und unerwartet an seinem Schreibtisch an einem Herzschlag.

 

In einem Nachruf hieß es:

„Ganz Warendorf trauert um den ersten und besten Bürger der Stadt. Völlig unerwartet erlag Bürgermeister Heinermann, im 61. Lebensjahr stehend, am Dienstagabend einem Herzschlag, nachdem er noch am Vormittag den Heimattag besucht hatte. Bürgermeister Heinermann war zweifelsohne die markanteste Persönlichkeit im öffentlichen Leben der Stadt Warendorf, ein Mann des gerechten Ausgleichs, der in allen Kreisen der Bevölkerung ob seiner lauteren Haltung, seiner Gewissenhaftigkeit, seines unermüdlichen Einsatzes für die Allgemeinheit, seiner Güte und seines steten Bemühens, jedem Menschen helfen zu wollen, Hochachtung und Verehrung genoss.“

Ja, ganz Warendorf trauerte um seinen beliebten Bürgermeister Josef Heinermann und gab ihm das Geleit, als er hier auf dem Friedhof begraben wurde. Am Weg von der Kirche zum Friedhof bildeten die Schüler und Schülerinnen der Warendorfer Schulen ein Spalier.

Erst jetzt wurde den Warendorfer Bürgern bewusst, welch ein enormes Arbeitspensum Bürgermeister Josef Heinermann während seiner fast acht Amtsjahre bewältigt hatte. Neben den repräsentativen und politischen Aufgaben als Bürgermeister fielen bedeutende stadtgeschichtliche Ereignisse in seine Amtszeit:

 

 

Die wichtigsten Ereignisse waren:

-  die menschenwürdige Unterbringung der Flüchtlinge

-  die Einweihung der Kriegergedächtnis-Kapelle im Turm der alten  Marienkirche

-  das Deutsche Olympische Komitee für Reiterei bekommt seinen Sitz in Warendorf

-  der Bau von zwei neuen Emsbrücken, die Linnenbrücke und die Marktbrücke

-  die 750-Jahr-Feier der Stadt Warendorf

-  die Übernahme der Patenschaft über die schlesische Stadt Reichenbach

-  die Modernisierung des städtischen Schlachthofes

-  die Einrichtung der Landwirtschaftsschule

-  der Neubau der Josefschule im Norden der Stadt

-  Besuch des äthiopischen Kaisers Haile Selassi

-  Einweihung des neuen Volksbank-Gebäudes am Wilhelmsplatz

-  Einweihung des neuen Flügels des Josephs-Hospitals

 

 

 

Haus Heinermann an der Kirchstraße Nr. 3
Aquarell von Elli Grützner

 

 

 

 

 

Minister Dr. Heinrich Peters, Oberkreisdirektor Dr. Karl Schnettler, Bürgermeister Josef Heinermann, Stadtdirektor Dr. Kurt Mertens, Stadtamtmann Rolf Geuer, Techn. Direktor Ernst Rackwitz, Fa. Brinkhaus, Ratsherr Paul Wemhoff, Ratsherr Heinrich Windelen, Ratsfrau Elisabeth Schwerbrock

 


1955 Fettmarkt-Ausstellung „Schaffen und Streben“

 

 

 

Quellen: Theodor Heinermann: Josef Heinermann, Bäckermeister und  Bürgermeister in Warendorfer Schriften 33-35 2005 S. 105

Hermann Merkentrup: Die Christliche Siedlungshilfe Warendorf im Warendorfer Kiepenkerl Nr. 66 Juni 2015

Berichte aus der Familie Heinermann und von Zeitzeugen

Bilder:    Kurt Heinermann und Hermann Merkentrup

Die Warendorfer Bürgermeister in den turbulenten Nachkriegsjahren
Bürgermeister 1945
Heinrich Blum 1884-1964  Bürgermeister 1945
Aloys Zurbonsen 1884-1950 Bürgermeister 1945
Heinrich Temme 1879-1963 Bürgermeister 1945
Theodor Lepper 1889-1979 Bürgermeister 1945
Otto Freund 1889-1977 Bürgermeister 1946 - 1948
 von Mechtild Wolff

 Am 8. Mai 1945 brach mit der bedingungslosen Kapitulation das „Dritte Reich“ zusammen. In Warendorf war die Herrschaft der Nationalsozialisten aber schon seit Ostern beendet, die Befehlsgewalt lag nun bei den Siegermächten. Warendorf gehörte zur britischen Besatzungszone. Obwohl die Stadt von Bombenschäden verschont geblieben war, hatte der Krieg viel Leid über die Bevölkerung gebracht. Über 500 Warendorfer hatten ihr Leben verloren und genauso viele wurden noch vermisst. Viele Soldaten waren noch in Kriegsgefangenschaft, die letzten kehrten erst 1955 heim. Es herrschte Mangel an Nahrungsmitteln, an Kleidung, an Möbeln und an Wohnraum, der mit Flüchtlingen und Evakuierten geteilt werden musste. Auch für die Besatzungsmacht mussten viele Häuser geräumt werden.

 
Heinrich Blum  
Direkt nach der Kapitulation sollte die politische Verantwortung wieder auf die deutschen Bürger übertragen werden. Vorher musste eine Entnazifizierung durchgeführt werden. Dabei überprüfte die Militärregierung - das waren zuerst die Amerikaner, dann die Kanadier und Engländer - die politische Vergangenheit aller Bürger, die ein öffentliches Amt anstrebten. An Oberstudienrat Heinrich Blums Integrität gab es keinen Zweifel, darum ernannte ihn die Besatzungsmacht am 3. April 1945  nach der Übergabe der Stadt Warendorf an die Amerikaner zum Bürgermeister. Als Englischlehrer hatte er sehr gute Englischkenntnisse,  das war sehr hilfreich für die Verständigung mit den Alliierten. Heinrich Blum wollte aber auf keinen Fall Bürgermeister bleiben. Auf seine Bitte hin ernannte der amerikanische Ortskommandant am 5. April den Rechtsanwalt Aloys Zurbonsen zum Warendorfer Bürgermeister. Der musste nun schnell die vielfältigsten Probleme lösen. Am vordringlichsten war die Versorgung der Flüchtlinge, eine schier unlösbare Aufgabe, denn überall herrschte Mangel. Um Flüchtlinge und Evakuierte mit dem Notwendigsten zu versorgen, wurde von der einheimischen Bevölkerung Kleidung, Wäsche, Haushaltsgegenstände und Bettwäsche zwangsweise requiriert.

Auch wenn es viele Alltagsprobleme zu lösen galt, war es Bürgermeister Zurbonsen ein Herzensanliegen, das Heimatfest Mariä Himmelfahrt wieder in gewohnter Tradition zu feiern.

Textfeld: Bogen an der Freckenhorster Straße mit Kirchenfahnen

Er überzeugte die Militärregierung, die Massenveranstaltungen lieber vermeiden wollte, dass „der mit dem Fest Mariä Himmelfahrt verbundene Heimatgedanke und die Pflege dieser Überlieferung gehütet werden müssen“. So konnte am 19. August 1945 die Mariä Himmelfahrtsprozession wieder stattfinden, die Häuser der Innenstadt waren mit den rot-weißen Kirchenfahnen und Blumen geschmückt und in den Schaufenstern standen wieder Marienbildnisse mit Kerzen und liebevollem Blumenschmuck. Die Aufstellung der Bögen und die Illumination der Stadt mussten allerdings bis zum nächsten Jahr warten. 1946 wurden die Bögen wieder nach alter Tradition mit Kirchenfahnen geschmückt.

Leider konnte Aloys Zurbonsen das Amt des Bürgermeisters nicht lange behalten, denn er wurde zum Landrat des Kreises Warendorf bestimmt. Unbelastete Führungskräfte wurden in allen Ämtern gesucht.

 

Zum neuen Warendorfer Bürgermeister wurde nun der Sassenberger Amtsbürgermeister Heinrich Temme berufen. Er konnte zusammen mit Schulrat Pelster am 13. August 1945 die Öffnung der Volksschulen bei der britischen Militärregierung durchsetzen. Die beiden Gymnasien mussten bis zum 8. Dezember warten, denn viele Lehrer hatten noch keine Entnazifizierung und die Schulgebäude waren noch von den Militärbehörden beschlagnahmt. Am 1. Februar 1946 war auch Bürgermeister Temmes Amtszeit beendet, er hatte das Pensionsalter erreicht und schied aus dem Dienst.

1945 Wiedereröffnung der Volksschule an der Dammschule

 

Theodor Lepper
Der Ortskommandant übertrug nun die Amtsgeschäfte kommissarisch dem langjährigen Warendorfer Stadtrentmeister Theodor Lepper, der schon in den letzten Kriegstagen, als Bürgermeister Haase sich aus dem Staub gemacht hatte, die Amtsgeschäfte übernommen und sich als sehr umsichtig erwiesen hatte. Diese ersten Bürgermeister nach dem Krieg waren noch hauptamtlich tätig, sie waren Leiter der Verwaltung und Repräsentanten der Stadt. Erst ab 1946, mit der Einführung des hauptamtlichen Stadtdirektors, übte der Bürgermeister sein Amt ehrenamtlich aus.

Am 29. April 1946 wurde das Beiratsmitglied Otto Freund zum ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt. Er war früher Stadtkassenrendant gewesen, war aber beim NS-Regime in Ungnade gefallen. Jetzt übernahm er neben dem Bürgermeisteramt auch die Aufgaben des noch zu wählenden Stadtdirektors. Das nach wie vor brennendste Problem war die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge. Es wurde ein „Flüchtlingsbeirat“ eingerichtet, der paritätisch von Einheimischen und Flüchtlingen besetzt war und die größte Not zu lindern versuchte. Außerdem gab es einen „Erfassungs- und Ernährungsausschuss“, der durch die Erfassung aller Lebensmittel beim Erzeuger und durch strikte Ablieferungsbestimmungen eine Hungersnot verhindern sollte. All das musste von der Verwaltung, die mit ganz geringen Finanzmitteln ausgestattet war, organisiert und kontrolliert werden.

Trotz der schwierigen Bedingungen lag Otto Freund die Verschönerung seiner Heimatstadt sehr am Herzen. Er setzte schon in seiner ersten Ratssitzung den Tagesordnungspunkt: „Neugründung des Heimatvereins“ auf die Tagesordnung und es kam im September 1947 zur Neugründung des „Ortsheimatvereins Warendorf“. Erster Vorsitzender wurde Bürgermeister Otto Freund selbst. Sein Ziel war es, eine Ortssatzung zur Pflege des Stadtbildes und zum Schutz gegen Verunstaltungen in der Stadt Warendorf zu schaffen.

Am 1. August 1946 wurde dann Dr. Paul Menne zum Stadtdirektor gewählt. Nun endlich kehrt Ruhe und Kontinuität in die Führungsspitze der Stadt ein, so dachten die Warendorfer. Aber weit gefehlt, im Januar 1947 wurde Stadtdirektor Dr. Menne beurlaubt und Otto Freund übernahm erneut seine Amtsgeschäfte, bis am 1. Juli 1947 der aus Berlin kommende Stadtdirektor Dr. Alfred Schmitz in das Amt eingeführt werden konnte.

   
Der Grabstein von Otto Freund lagert nach auf dem Friehof und wartet auf seinen Ehrenplatz   Requirierung von Kleidung unter Bürdermeister Zurbonsen

 

Im Oktober 1948 fanden die ersten demokratischen Wahlen statt und es galt als sicher, dass Otto Freund zum Bürgermeister gewählt werden würde, denn er stand bei der gerade gegründeten CDU auf Platz 1 der Reserveliste. Die Christdemokraten gewannen aber wider alle Erwartungen bei dieser Ratswahl alle Direktmandate, die Reserveliste zog nicht und Otto Freund konnte nicht in den Rat einziehen und somit auch nicht zum Bürgermeister gewählt werden. Aus den Reihen der Ratsmitglieder wurde Josef Heinermann zum Bürgermeister gewählt. Nun trat Stabilität in das Bürgermeisteramt ein, denn der tüchtige und beliebte Bürgermeister Josef Heinermann blieb bis zu seinem allzu frühen Tode 1956 im Amt. In dieser Zeit wurden viele Probleme aus der Kriegszeit gelöst und neue Wege geebnet.

 

Mechtild Wolff

 

Quellen: Geschichte der Stadt Warendorf 2000

Bilder: Bildarchiv der Altstadtfreunde

          und Archiv der Firma Darpe

 

 NS-Bürgermeister Wilhelm Haase 1896-1945
Bürgermeister von Warendorf  1941-1945
sein Vorgänger: Kurt Hachmann 1938-1941'
sein Nachfolger: Heinrich Blum  1945-1945

1941 wurde der linientreue Nationalsozialist Wilhelm Haase in Vertretung für den Soldat gewordenen Kurt Hachmann kommissarischer Bürgermeister von Warendorf. Haase war schon 1930 in die NSDAP eingetreten und hatte eine steile Parteikarriere gemacht. Seit 1938 war er Amtsbürgermeister in Ostbevern und nun konnte er auch in Warendorf ein strikteres NS-Regime durchsetzen. Er versetzte die Warendorfer Bevölkerung in Angst und Schrecken. Im Dezember 1941 sorgte dafür, dass die letzten sechs in Warendorf lebenden Juden Arnold, Ella, Frieda, Hugo und Walter Spiegel und Berta Samuel deportiert wurden. Sie kehrten nie wieder. Obwohl Warendorf jetzt „judenfrei“ war, setzte Haase die antisemitische Hetze fort.

 Um den NS-Einfluss auf die Warendorfer Gymnasien zu verstärken, verfolgte Bürgermeister Haase schon seit 1942 die Absetzung von Frau Dr. Maria Moormann. Sie war die christlich orientierte Direktorin der Marienschule - seit 1941 in „Justus-Möser-Schule“ umbenannt. Erst Ende 1944 gelang es Bürgermeister Haase, die Direktorin Dr. Moormann ihres Amtes zu entheben und der linientreue Direktor des Gymnasium Laurentianum, Herr Dr. Donnermann, übernahm die Leitung. Alle Kinder sollten in die NS-Propaganda einbezogen werden, sogar die Kindergartenkinder schwenkten beim Kinderfest fröhlich ihre Hakenkreuz-Fähnchen.

Auch in Warendorf kamen Kriegsgefangene zum Arbeitseinsatz, ohne sie hätte die Kriegswirtschaft nicht aufrechterhalten werden können. Ab Herbst 1939 wurden Polen eingesetzt, ab 1940 Franzosen, Holländer und Belgier und ab 1942 Russen. Diese ausländischen Zwangsarbeiter waren am Stadtrand in mehreren Gefangenenlagern untergebracht und kamen in der Landwirtschaft, in der Industrie und im Handwerk zum Einsatz. Je kleiner die Betriebe waren, desto menschlicher war die Behandlung der Gefangenen, was der NS-Obrigkeit ein Dorn im Auge war und bestraft wurde. NS-Bürgermeister Haase war ein besonders strikter Kontrolleur beim Umgang mit Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern, der jegliche Missachtung der strengen Vorschriften unnachgiebig ahndete. Trauriger Höhepunkt war im März 1945 die Ermordung von 13 Zwangsarbeitern in Lippermanns Knäppen. Erst mit der Machtübernahme der Alliierten hatte das Leid der Zwangsarbeiter ein Ende, sie wurden befreit und in Sammellagern in der Reit-und Fahrschule und im Gestüt untergebracht, um dann in ihre Heimatländer entlassen zu werden. Erstaunlich ist, dass viele Bürger diese Zwangsarbeiterlager gar nicht wahrnahmen. Erst nach Kriegsende gerieten die Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter, jetzt „Displaced Persons“ genannt, wegen der Plünderungen und Überfälle in das Blickfeld der Normalbürger.

 

In den letzten Kriegstagen, am 31. März 1945, es war Karsamstag, verließ Bürgermeister Haase zusammen mit Landrat Gerdes in Sanitäter-Uniformen fluchtartig die Stadt. Die Siegermächte waren im Anmarsch, das bedeutete für diese beiden fanatischen NSDAP-Bediensteten nichts Gutes. Bürgermeister Haase übergab die Verantwortung für die Stadt Warendorf dem Stadtrendanten Theodor Lepper. Er war der dienstälteste Beamte der Stadtverwaltung: „Das Schicksal der Stadt liegt jetzt in ihrer Hand. Bei einem Angriff auf Warendorf werden Sie jetzt entscheiden müssen. Bedenken Sie dabei aber, dass eine evtl. Besetzung der Stadt nur kurze Zeit dauern wird, denn vom Teutoburger Wald aus, wo erhebliche Truppenverbände bereit stehen, erfolgt der Rückschlag.“ Mit diesen Worten verließ Bürgermeister Haase die Stadt und ließ den Stadtrendanten Lepper und den Standortältesten Oberst Winkel mit den Problemen des Kriegsendes allein. Für ihre Flucht benutzten Bürgermeister Haase und Landrat Gerdes ihre Dienstfahrzeuge und das extra dafür gehortete Fluchtbenzin.

Die beiden NS-Beamten wurden bald von den US-Truppen gefangen genommen und Wilhelm Haase starb noch 1945 im Alter von 51 Jahren im Internierungslager bei Ostende/Belgien.  

Mechtild Wolff

Quellen:

Jürgen Goyny: Warendorf in der NS-Zeit (1933-1945)

              in: Geschichte der Stadt Warendorf Band II

Bilder:

Archiv Hans Rennemeier und Bildarchiv der Altstadtfreunde

Kurt Heinermann ( Bild Kindergarten)

 

 Es gibt kein richtiges Leben im falschen! (Adorno)

Der NS-Bürgermeister Kurt Hachmann 1908-1943
Bürgermeister in Warendorf 1938-1941
Vorgänger:   Lorenz Tewes 1934-1938
Nachfolger: Wilhelm Haase 1941-1945
von Mechtild Wolff

„Hitler erreichte seinen Aufstieg nicht nur durch Gewalt, sondern auch durch Verführung.“ Das trifft in besonderer Weise auf Kurt Hachmann zu. Er entstammte einer katholisch konservativ geprägten und dem Zentrum verpflichteten Bürgermeisterdynastie. Sein Großvater Josef Hachmann (1845-1919) war ein hochverdienter Bürgermeister in Rüthen und sein Vater Peter Hachmann (1873-1949) war Bürgermeister in Bad Lippspringe und Amtsdirektor in Altenbeken. Außerdem vertrat sein Vater den Kreis Paderborn für das Zentrum im Provinzial-Landtag in Münster. Dieser Tradition fühlte sich Kurt Hachmann verpflichtet. Sein Jurastudium hatte er schon auf Kommunalpolitik ausgerichtet, darum bewarb er sich 1938 auf die durch den Weggang von Bürgermeister Tewes frei gewordene Bürgermeisterstelle in Warendorf. Die Bedingungen waren: „Der Bewerber muss die Voraussetzungen für die Bekleidung eines gemeindlichen Ehrenamtes erfüllen, die Gewähr dafür bieten, dass er jederzeit rückhaltlos für den nationalsozialistischen Staat eintritt, arischer Abstammung ist und im Falle seiner Verehelichung mit einer Person arischer Abstammung verheiratet ist.“ All das erfüllte Kurt Hachmann, denn er war 1930 schon Mitglied der NS-Partei geworden und bekannte sich auch öffentlich zu ihr durch das Tragen der Partei-Uniform. Sein kameradschaftliches und sportliches Auftreten, sein Idealismus und seine unerschütterte Treue zum Führer brachte ihm eine weitreichende Akzeptanz in der Partei ein und der 30jährige Kurt Hachmann wurde zum Bürgermeister gewählt und am 30. April 1938 feierlich in sein Amt eingeführt.

Hachmann fand ein kleines Landstädtchen vor, das in der Weltwirtschaftskrise entgegen dem allgemeinen Trend eine prosperierende Entwicklung genommen hatte, aber in den wenigen Jahren seit 1933 durch einseitige NS-Politik zu einer Stadt des Niedergangs mit hoher Arbeitslosigkeit und zurückgehender Bevölkerung durch Abwanderung geworden war.

Der neue Bürgermeister ging mit viel Idealismus an die Arbeit. Er wollte für alle Bürger gleichermaßen sorgen, stellte aber schnell fest, dass die NSDAP dem enge Grenzen setzte. Seine Dienstanordnung verlangte von ihm eine Anzeige gegen jüdische Mitbürger, die den Hitlergruß vermieden und die Verweigerung von Lebensmittelkarten für Juden. Auch die Ausschreitungen am 9. November 1938, der Pogromnacht, konnte er offensichtlich nicht verhindern, ohne sein Amt zu gefährden. Die Behandlung von verletzten Juden durch Warendorfer Ärzte duldete er stillschweigend, während Landrat Gerdes diese entschieden rügte und zu verhindern versuchte.

Im vom katholischen Milieu geprägten Warendorf waren die kirchlichen Feste von hoher Bedeutung. Sich den Wünschen der Partei widersetzend hatte er zum Hochfest Mariä Himmelfahrt die von seinem Vorgänger erlassene Verordnung, keine christlichen Fahnen zu zeigen, aufgehoben - für die NS-Zeit ein ungeheuerlicher Vorgang, der von der Kreisleitung und der Gauführung übel vermerkt wurde. Das konnte er nur ausmerzen, indem er sich in seinen Reden als treuer Anhänger des Nazi-Regimes zeigte. Auch die Umbenennung der Marienschule in „Justus-Möser-Schule“ setzte er im erbitterten Streit mit der Direktorin Dr. Maria Moormann durch.

Ein angenehmeres Arbeitsfeld fand Bürgermeister Hachmann in der Stadtbild- und Kulturpflege. Er entwickelte einen Baupflegeplan für die schöne historische Innenstadt, der nach dem Krieg die erste Grundlage für die Stadtbildpflege bildete. Schon 1938 begründete er ein Stadtarchiv und organisierte mit dem neu begründeten Kreisheimatverein Ausstellungen und Konzerte. Musik war seine Leidenschaft und ein Gegenpol zu den vielen Problemen in seinem Arbeitsalltag. Er versuchte das Amt mit Sachlichkeit und Toleranz auszuüben und auch für politisch Andersdenkende ein Ohr zu haben. Das war mit der NS-Ideologie nicht vereinbar und führte insbesondere mit seinem Vorgesetzten, dem unerbittlichen NS-Kreisleiter und Landrat Gerdes zu erheblichen Differenzen. Im Sommer 1941 sah er keine andere Möglichkeit, einem Parteigerichtsverfahren zu entgehen,

Textfeld: der letzte Heimaturlaub im März 1943  
als sich als einfacher Rekrut zur Wehrmacht zu melden, um weiterhin seine Treue zum Deutschen Vaterland im Krieg unter Beweis zu stellen. Er verzichtete damit auf das Privileg, als NS-Bürgermeister unabkömmlich zu sein und nicht eingezogen zu werden. So entging er einer Absetzung vom Amt des Bürgermeisters und einer Verurteilung wegen parteischädigender Amtsführung. Eine offene Konfrontation hätte für ihn und auch für seine Familie das KZ bedeutet. Kurt Hachmann wurde zunächst auf der Krim eingesetzt und kam dann an die Ostfront zum kämpfenden Heer. Am 10. Juli 1943 fiel er in der Panzerschlacht von Kursk in Russland. Er wurde nur 34 Jahre alt. Eine Granitsäule auf dem 2008 eingeweihten Soldatenfriedhof Besedenow bei Kursk verzeichnet seinen Namen.

Seine Frau Annie wohnte mit den drei kleinen Söhnen bis zum Ende des Krieges in der Bürgermeister-Dienstwohnung an der Wallpromenade 6, denn Kurt Hachmann galt als vermisst und war offiziell noch Bürgermeister von Warendorf. Der jungen Witwe halfen jetzt viele Warendorfer, über die Bürgermeister Hachmann in der NS-Zeit seine Hand gehalten hatte.

 

 

Mechtild Wolff  

Quellen:

Eckart-Kurt Hachmann: Kurt Hachmann – Bürgermeister von Warendorf von 1938-1941. Ein Lebensbild, in: Warendorfer Schriften 38-39, 2009, S. 99-122,

Dokumente zur Zeit- und NS-Geschichte Warendorfs, mit einem Nachwort von Paul Leidinger, in: Warendorfer Schriften 41/42, 2012, S. 55-66.

Jürgen Gojny: Warendorf in der NS-Zeit 1933-45 in: Geschichte der Stadt Warendorf Band II, 2000

Bilder: Familie Hachmann

 

NS-Bürgermeister Lorenz Tewes, Dipl. Ing.; 1898-1970
Bürgermeister von 1934-1938
Vorgänger: Dr. Heinz Kreuzer 1932-1934
Nachfolger: Kurt Hachmann 1938-1941

Das am 15. Dezember 1933 erlassene Gemeinde-Verfassungsgesetz machte mit der kommunalen Selbstverwaltung auch in Warendorf ein Ende. Der Bürgermeister und die Gemeindevertreter wurden jetzt von der NSDAP benannt.

An 30. Mai 1934 wurde der neue Bürgermeister Dipl. Ing. Lorenz Tewes aus Essen von der NSDAP in sein Amt eingesetzt. Er war schon seit 1932 Parteigenosse, mit der Verwaltung einer Gemeinde hatte er noch nie zu tun gehabt. Neben seinem Amt als Bürgermeister fungierte er zugleich auch als Kreisleiter der Partei und konnte so von zentraler Stelle aus für die ideologische Ausrichtung der Kreisstadt im Sinn des neuen NS-Staates sorgen. Das System funktionierte wie gewünscht, zumal auch die beiden Lokalzeitungen „Die Glocke“ und der „Neue Emsbote“ gleichgeschaltet waren.

Auf seine Untergebenen in der Stadtverwaltung übte er Druck aus, damit sie in die NSDAP eintraten und der Partei üppige Spenden zukommen ließen. Sein Handeln wurde unterstützt von dem NS-Landrat Josef Gerdes (1884-1959), der einer der ganz linientreuen Nazis (Parteieintritt 1925) war. Aktiver Widerstand war hochgefährlich, aber der passive Widerstand funktionierte offensichtlich. Die Bediensteten der Verwaltung sollten natürlich bei den Sammlungen des Winterhilfswerks und bei den Eintopfsonntagen mit gutem Beispiel vorangehen. Es erzürnte Bürgermeister Tewes sehr, dass ausgerechnet an diesen Sonntagen viele seiner Untergebenen auffallend häufig verreist waren und sich so ihrer Verpflichtung entzogen. Auch Ortsgruppenleiter Vannahme bemängelte, dass Behördenangestellte und Beamte außerhalb des Dienstes nicht ordnungsgemäß mit dem Deutschen Gruß grüßten. 1934 war es sogar vorgekommen, dass auf den Hitlergruß mit „Heil Muckermann“ geantwortet wurde. Das bezog sich auf den Münsteraner Jesuitenpater Heinrich Muckermann, der dem NS-System eine deutliche Absage erteilte, was ihn schon 1934 in die Emigration zwang.

  

 

Die wirtschaftliche Lage in Warendorf wurde immer schlechter. Durch das Importverbot für hochwertige Baumwolle kam die Inlettweberei zum Erliegen. Bürgermeister Tewes versuchte einen Vorstoß beim Reichswirtschafts-ministerium, weil die Firma Brinkhaus ein wichtiger Arbeitgeber war, der praktisch den gesamten Bettenhandel im Westen Deutschlands versorgte, aber ohne Erfolg. Ein typisches Beispiel für die Misswirtschaft der NS-Zeit, die die hohe Arbeitslosigkeit noch verschärfte. Zwischen 1935 und 1938 verließen 350 Bürger die Stadt Warendorf, weil sie hier ihr Brot nicht mehr verdienen konnten. Die Einwohnerzahl sank auf 8600. Ein Grund lag auch darin, dass Warendorf im Verkehrsabseits lag. An der Autobahnabfahrt Neubeckum gab es nicht einmal einen Hinweis auf Warendorf und die Straßenverbindungen nach Münster und Bielefeld waren schlecht.

 

Textfeld: 1935 Mariä Himmelfahrtsbogen mit Hakenkreuzfahne

Permanente Auseinandersetzungen hatten die Kirchen mit dem NS-Staat. Bürgermeister Tewes legte die Vorschriften bezüglich der Katholischen Vereine, Büchereien etc. besonders regimekonform aus. Auch die kleinen Wimpelketten als Beflaggung zu Mariä Himmelfahrt verbot er als unzulässige Kirchensymbole in der Öffentlichkeit. Interessant ist es, dass 1935 vor dem Bogen an der Freckenhorster Straße zwei Hakenkreuzfahnen so an die Leitung für die Straßenlampe gehängt wurden, dass der Eindruck vermittelt wurde, die Madonna sei mit zwei NS-Fahnen geschmückt worden.

Bürgermeister Tewes engagierte sich mehr für sein Amt als NSDAP-Kreisleiter als für seine Aufgaben als Bürgermeister. Darum waren die Warendorfer nicht erstaunt, als Tewes 1938 das dominant katholisch geprägte Umfeld verließ und als Kreisleiter in den vergrößerten Kreis Ahaus-Coesfeld wechselte. Er war dort kein Verwaltungsbeamter mehr, sondern ausschließlich der hochdotierte  parteipolitische Leiter des neuen Großkreises, der den Bürgermeistern übergeordnet war. Warendorf war nur eine Stufe auf seiner parteipolitischen Karriereleiter gewesen.

Mechtild Wolff 2019

 

Bürgermeister Dr. jur. Heinz Kreuzer 1889-1952
Bürgermeister vom 1932-1934
Vorgänger: Rudolph Isphording 1924-1932; Nachfolger: GeorgTewes 1934-1938
von Mechtild Woff

Am 27. Juni 1932 wurde Dr. Heinz Kreuzer als Warendorfer Bürgermeister in sein Amt eingeführt. Er wurde von der Zentrumsmehrheit gewählt. Dass Deutschland in einem halben Jahr ganz anders aussehen würde, damit hatte er sicher nicht gerechnet.

 

 

Mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30.1.1933 begann der Weg in die NS-Diktatur. In Warendorf erreichte die NSDAP bei den Reichstagswahlen am 5.3.1933 nur eine marginale Bedeutung. Am Wahltag mussten sich die lokalen NS-Anhänger mit dem Hissen der Fahne im Elektrizitätswerk am Mühlenkolk begnügen, dessen Betriebsleiter mit der Partei sympathisierte. Das änderte sich aber schnell, als der dem Zentrum angehörende Oberpräsident Gronowski in Münster abgesetzt wurde, die Parteiversammlungen der SPD verboten wurden und der Landrat den Warendorfer Bürgermeister Dr. Kreuzer anwies, alle Plakate, Zeitungen und Schriften der SPD zu beschlagnahmen. Jeder merkte, die Nationalsozialisten verloren keine Zeit. Schon am 24. März 1933 setzte das Ermächtigungsgesetz, das „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“,  auch in der Emsstadt alle Grundrechte außer Kraft. Schnell wurden SA-Leute als Hilfspolizisten „zum Schutz der öffentlichen Sicherheit vor kommunistischen Kräften“ rekrutiert. Allein in Warendorf waren 40 SA-Angehörige im Dienst, obwohl es hier kaum Kommunisten gab. Bald wurde klar, dass nicht nur die Kommunisten, sondern jeder, der sich gegen das NS-Regime aussprach, gefährdet war.

 

27. Juni 1932
Wahl von Bürgermeister Dr. Heinz Kreuzer, Stadtverordnetenvorsteher Franz Bernhard und
Stadtverordneter Hausmann
,

 

  

Aber die Warendorfer ließen sich nicht so schnell einschüchtern. Bei den Gemeinderatswahlen am 12. März 1933 wurden nur vier Abgeordnete der NSDAP gewählt, während das Zentrum elf Mandatsträger bekam, zu denen auch die Zentrumsabgeordneten Clara Schmidt, Josef Heinermann und Elisabeth Schwerbrock, sowie die Arbeiterzentrums-Abgeordneten Heinrich Schallück und August vor der Landwehr gehörten. Die SPD war gar nicht mehr vertreten, weil durch die erstmalige Kandidatur der KPD das linke Lager zersplittert war.

Nun begannen schwere Zeiten für Bürgermeister Dr. Kreuzer, denn er war ein überzeugter Zentrumsmann. Als Erstes setzten die lokalen Nationalsozialisten durch, dass ein NSDAP-Getreuer zum Beigeordneten bestimmt wurde. Das entsprach überhaupt nicht dem Wählerwillen, aber das spielte schon keine Rolle mehr. Dem Zentrum wurde immer mehr der Boden unter den Füßen weggezogen, nicht zuletzt durch das Ermächtigungsgesetz, dem das Zentrum auf Reichsebene zugestimmt hatte. Am 5. Juli 1933 löste sich die Zentrums-Partei dann auf. Die gewählten Abgeordneten hätten in der Gemeindeversammlung bleiben können, aber nur noch mit beratender Funktion. Das wollten die Warendorfer Zentrumsabgeordneten nicht, darum legten sie ihr Mandat nieder. Sie wollten nicht zu „Nickköppern“ der NSDAP werden.

 


Bürgermeister Kreuzer entschied sich für den anderen Weg, er versuchte sich zu arrangieren. Darum wurde er vorerst nicht durch einen linientreuen Funktionär ersetzt. Er hielt flammende Reden, die sich den völkischen Zielen der Nationalsozilisten anschlossen. War es Selbsterhaltungstrieb, war es Überzeugung? Das ist heute schwer zu sagen. Richtig ist, dass alle, die sich nicht von ihrer Überzeugung abbringen ließen, schwere Diffamierung ertragen mussten, wie z.B. der Ortsvorsitzende der SPD, der Zigarrenmacher Gerhard Hansen. Er wurde unter Polizeiaufsicht gestellt und musste sich jeden Tag auf der Wache melden. Hätten mehr Bürger solch eine eindeutige Position bezogen, wohl wissend, welchen Repressalien sie dann ausgesetzt werden, hätte sich die Diktatur nicht so schnell etablieren können. Aber die wenigsten Menschen sind zu Helden geboren. Wie definierte es der große George Orwell: Am schwierigsten ist es, just das zu erkennen, was sich unmittelbar vor der eigenen Nasenspitze befindet!

Bürgermeister Dr. Kreuzer sah sich als Bürgermeister nach der damaligen Gemeindeordnung erstrangig dem Staat verpflichtet. So rief er schon am 1. Mai 1933 mit markigen Worten zur Maikundgebung als Bekenntnis zum Führer auf. In SA-Uniform hatte er das Kommando, obwohl dies traditionell der Feiertag der Arbeiterbewegung war. Am Rathaus hingen neben der Stadtfahne die roten Hakenkreuzfahnen, an den Häusern dominierten aber noch die rot/weißen Kirchenfahnen. Die Entwicklung ging aber rasch voran, es dauerte nur bis 1935, bis auch zu Mariä Himmelfahrt Hakenkreuzfahnen aufgehängt wurden.

Das ist nicht verwunderlich, denn nur, wer sich dem NS-Regime bedingungslos unterordnete, hatte eine Chance auf berufliches Fortkommen, das galt für Lehrer, Schulleiter, Kaufleute und genauso für Beamte und für den Bürgermeister.

Dr. Kreuzer ließ nichts unversucht, verlieh sogar dem Nationalsozialisten Hermann Göring die Ehrenbürgerschaft der Stadt Warendorf, aber all das reichte nicht, um ihn im Amt zu halten. Er war eben doch nur ein Zentrumsmann, der sich mit dem NS-Regime zu arrangieren versuchte. Der Versuch Kreuzers, sich dem sich etablierenden NS-Regime anzupassen ist rückblickend betrachtet gescheitert. Im Gegensatz zu seinen Zielen war er als Zentrumsmann für die NSDAP in Warendorf ein Türöffner in bürgerliche Kreise.

Ende Mai 1934 wurde Dr. Kreuzer seines Amtes enthoben und als Trostpflaster ernannte man ihn zum Amtsbürgermeister des kleinen Amtes Bork im Kreis Lüdinghausen, eine eindeutige Degradierung. In das Bürgermeisterhaus an der Wallpromenade 6 (heute Ostwall 7) zog nun sein Nachfolger Bürgermeister Lorenz Tewes (1934 bis 1938), der schon seit 1932 NSDAP-Mitglied war.

 

 

Quellen: Jürgen Goyny: Warendorf in der NS-Zeit (1933-1945)

              in: Geschichte der Stadt Warendorf Band II

Bilder:    Bildarchiv der Stadt Warendorf

              Bildarchiv der Altstadtfreunde

 

Mechtild Wolff 2019

 

 

Bürgermeister Wilhelm Diederich 1834-1910
Bürgermeister in Warendorf 1868-1904
Vorgänger: Franz Josef Zumloh 1856-1868
Nachfolger: Hugo Ewringmann  1904-1925
von Mechtild Wolff

Wilhelm Diederich war 35 Jahre lang, von 1868-1904 ein tüchtiger und beliebter Bürgermeister in Warendorf. Er war der erste Verwaltungsfachmann in dem damals noch kleinen Landstädtchen. Seine Vorgänger waren honorige Kaufleute gewesen, die das Amt ehrenamtlich ausübten.

 Wilhelm Diederich war schon bei seinem Amtsantritt ein erfahrener Verwaltungsleiter, der vorher Stadtsekretär in Altena und Bürgermeister in Ahlen gewesen war. Nun professionalisierte er auch die Warendorfer Verwaltung. Bei seinem Amtsantritt 1868 fand der neue Bürgermeister in der Stadtverwaltung einen Sekretär und einen gelegentlichen Schreiber, der im Hauptberuf Friseur war, vor. Am Ende seiner Amtszeit verfügte die Stadtverwaltung über vier Beamte und zwei Polizeibeamte, die auch gelegentlich zu Verwaltungstätigkeiten hinzugezogen wurden. Außerdem gab es zwei Nachtwächter.

Bürgermeister Diederich
 als Präses des
 Bürgerschützenverein

 Seine Zeit als Bürgermeister war eine Umbruchszeit. In Warendorf war 1861 die erste mechanische Weberei „Brinkhaus und Wiemann“ begründet worden, damit war auch in dem kleinen Weberstädtchen das Industriezeitalter angekommen. Die hier entstandenen Arbeitsplätze zogen viele Arbeitssuchende an, aber auch vagabundierende Wohnungslose, die ein großes Problem für solch eine kleine Stadt darstellten. Viele Einwohner waren auch nur vorübergehend hier, wie z.B. die Studenten des Lehrerseminars und die große Zahl der auswärtigen Schüler am Laurentianum, die als sogenannte Kost-gänger in Warendorfer Familien lebten. Die größte Gruppe stellte aber das Militär. Die Soldaten mussten auf Staatskosten in Privathaushalten einquartiert und verköstigt werden.

 

Die Bevölkerung merkte schnell, dass ihr tüchtiger Bürgermeister Diederich die vielfältigen Aufgaben zum Wohle der Stadt erledigte. Darum wählten sie ihn 1881 und 1893 jeweils für eine Amtszeit von 12 Jahren wieder. Lange hatte Bürgermeister Diederich zusammen mit dem Fabrikanten Brinkhaus für einen Bahnanschluss in Warendorf gekämpft. Als 1887 die Bahnstrecke Münster-Warendorf-Rheda eröffnet wurde, bekam auch das Weberstädtchen Warendorf endlich Anschluss an die große, weite Welt. 1902 baute die Westfälische Landeseisenbahn die Bahnstrecke von Warendorf über Freckenhorst und Ennigerloh nach Neubeckum. Welch ein Fortschritt.

 

1904 Bürgermeister Diederich mit dem Rat der Stadt

 

1904 schied Wilhelm Diederich im Alter von 70 Jahren aus dem Dienst aus, lebte aber weiterhin in Warendorf und verstarb am 11. Dezember 1910. 

Sein Nachfolger, Bürgermeister Hugo Ewringmann,  zeichnete ihn bei seinem Tode mit einem Ehrengrab aus. Hier wurden auch seine Frau Emilie geb. Vahle (1831-1914) und seine Tochter Ida (1864-1941) bestattet.  

Noch heute erinnert die „Diederich-Straße“ an den klugen Bürgermeister von Warendorf.

 

Grabstelle Lepper 03
Ehrengrab für Bürgermeister Diederich Grabplatte für Bürgermeister Diederich

 

Die Grabplatte für Bürgermeister Wilhelm Diederich

 Viele Jahre lang erinnerte auf seinem Ehrengrab kein Grabdenkmal an den ehemaligen Bürgermeister Wilhelm Diederich.

Wie konnte das geschehen?

In den 1970er Jahren wurde das Grab aufgelöst und eingeebnet, bedauerlicherweise. Als 1979 der verdiente Stadtrendant Theodor Lepper verstarb, übernahm die Familie Lepper das Ehrengrab des Bürgermeisters Wilhelm Diederich. Auf dem Grabschild stand nun „Familie Lepper“. Die Gruft mit seinem einzigartigen Jugendstil-Gitter aus Schmiedeeisen blieb unverändert erhalten und wurde liebevoll gepflegt.

Bei den Friedhofsrundgängen des Heimatvereins wurde immer wieder bedauert, dass der Name von Bürgermeister Diederich auf seinem Ehrengrab nicht zu sehen war. Da traf es sich gut, dass durch Zufall das alte Grabschild von Wilhelm Diederich wiedergefunden wurde. Der Heimatverein ließ einen passenden Rahmen anfertigen und nun steht auf dem Ehrengrab ein Denkmal für Bürgermeister Wilhelm Diederich zusammen mit dem Denkmal für den Stadtrendanten Theodor Lepper - zwei sehr verdiente Warendorfer Verwaltungsbeamte.

 

 

Bürgermeister Hugo Ewringmann
geb. 13.12.1866 in Wambeln bei Dortmund, gest. 27.1.1951 in Münster
Amtmann in Eslohe/Sauerland
1904-1924 Bürgermeister in Warendorf
1931 nach Münster verzogen

1904 wurde Hugo Ewringmann zum Stadtoberhaupt der Kreisstadt Warendorf gewählt, die damals ca. 7000 Einwohner zählte. Mit seiner Ehefrau Selma und seinen 8 Kindern wohnte er im Bürgermeisterhaus am Wilhelmsplatz Nr. 8.

Die Amtseinführung, der ein Festgottesdienst in der Laurentiuskirche voraus-ging, wurde im Rathaus am Marktplatz feierlich begangen. Bürgermeister Ewringmann fand in seinem Amt vier Verwaltungsbeamte vor, außerdem zwei Polizeibeamte und zwei Nachtwächter. So ist es zu verstehen, dass eine Vielzahl von Aufgaben vom Bürgermeister selbst erledigt werden musste.

1924, am Ende seiner Amtszeit, beschäftigte die Stadt 19 Beamte und Angestellte und 2 Polizeibeamte.

Die ersten zehn Amtsjahre des neuen Bürgermeisters waren geprägt von Veränderung und Modernisierung. Die Errungenschaften der modernen Zeit erreichten nun auch das kleine Landstädtchen Warendorf.

Bald nach Amtsbeginn richtete Bürgermeister Ewringmann ein Steuerbüro ein. 1906 installierte er ein Bauamt mit Stadtbaumeister Beckmann an der Spitze.

Rathaus, "Vaters  Amtssitz"
 

   1907 beschloss die Stadtverordnetenversammlung die Anlage von Wasserleitungen. Vor dem Osttor, in der Nähe von Haus Werl, wurde ein Wasserwerk gebaut mit einem repräsentativen Wasserturm, der noch heute ein Wahrzeichen unserer Stadt ist. Die Zeit der Hausbrunnen und Handpumpen war nun endgültig vorbei. Die zentrale Wasserversorgung erhöhte den Lebensstandard der Bevölkerung entscheidend, zumal ab 1908 die offenen Abwassergräben nach und nach durch ein unterirdisches Kanalisationssystem ersetzt wurden. Es dauerte aber bis in die 1930er Jahre, ehe die ganze Stadt ans Kanalnetz angeschlossen wurde.

Im gleichen Jahr kaufte die Stadt für 90 000 Mark die „Warendorfer Gasgesellschaft“. Nun konnten alle Haushalte einen Gasanschluss bekommen und die Straßen der Stadt wurden durch Gaslaternen beleuchtet.

   
Wasserturm an der B64  Warendorfer Gasanstalt 

  

Auch die Versorgung der Stadt mit elektrischem Strom fiel in die Amtszeit von Bürgermeister Ewringmann. Seit 1906 bestand schon eine private, von einem Generator betriebene Stromversorgung, die Teile der Stadt mit Strom versorgte. Ab 1917 lieferten auch die Westfälischen Elektrizitätswerke Strom. Da dieser Strom sehr teuer war, entschlossen sich die Stadtväter 1920 zum Bau eines Wasserkraftwerkes an der Ems. Ab 1924 konnten alle Häuser mit Strom versorgt werden und die Gasbeleuchtung an den Straßen wurde durch elektrisches Licht ersetzt. Das städtische E-Werk deckte etwa 80% des Strombedarfs ab.

   
Das  Warendorfer Elektrizitätswerk (links) am Mühlenkolk  

 

All diese Neuerungen brachten erhöhten Verwaltungsaufwand mit sich. Wie gut, dass sich Bürgermeister Ewringmann schon 1908 dazu entschlossen hatte, eine Schreibmaschine anzuschaffen, die ein Friseur gegen ein Entgelt von 80 Mark im Monat bediente.

Die im Rathaus untergebrachte Stadtsparkasse gehörte auch zum Verantwortungsbereich des Bürgermeisters. Der Rendant war üblicherweise ein Mitglied des Stadtverordnetenkollegiums.

Auch die Aufsicht über die Volksschulen oblag dem Bürgermeister. Er sorgte für die Ausstattung der Schulen und fühlte sich sogar für die pädagogische Arbeit verantwortlich. Als ihm z.B. zu Ohren kam, dass ein Lehrer seine Schüler in übertriebenem Maße mit dem Rohrstock züchtigte, bestellte er den Lehrer „aufs Amt“ zu einer ernsthaften Unterredung. Die Schüler haben es ihm sehr gedankt.

Die Höhere Mädchenbildung war ihm ein wichtiges Anliegen. Für seine sechs Söhne und all die Jungen der Stadt und des Umlandes bot das Gymnasium Laurentianum eine gute gymnasiale Schulbildung. Auch die Mädchen sollten die Möglichkeit zu einer Höheren Schulbildung bekommen.

1906 gehörte Bürgermeister Ewringmann zu den Gründungsmitgliedern des Schulvereins und war Mitglied des ersten Vorstandes dieses „Vereins zur Hebung der Mädchenbildung“. Nach Kräften unterstützte die Stadt die neue Marienschule und stellte ihr 1908 das Gebäude an der Lilienstrasse zur Verfügung. 1923 war der Verein nicht mehr in der Lage, die Schule zu finanzieren. Die Stadt übernahm die Schule mit allen finanziellen Lasten.

Im gleichen Jahr fasste die Stadtverordnetenversammlung den Beschluss zur Einrichtung einer Aufbauschule, die dem Gymnasium Laurentianum angegliedert wurde. Diese Bildungseinrichtung wurde besonders vom Mittelstand und von der Landbevölkerung begrüßt. Mehr als ein Viertel aller Gelder des städtischen Haushaltes flossen in die Unterhaltung der Schulen.

   
Hugo und Selma Ewringmann  Die 8 Kinder der Familie Ewringmann 

   

Arbeiterhäuschen in Levens Gässchen
  

Die Armenfürsorge lag Bürgermeister Ewringmann besonders am Herzen. 1907 gründete er mit Pfarrer Strumann zusammen den gemeinnützigen Bauverein, der seine Aufgabe darin sah, materiell schwächer gestellten Familien, meistens Familien mit vielen Kindern, zu einem eigenen Haus zu verhelfen. Damit wurde die Not der vielen Wohnungssuchenden etwas abgemildert. Vor 1914 konnten mit dieser Hilfe jährlich ca. 20 Arbeiter-häuser errichtet werden. Mit dem ersten Weltkrieg trat leider eine Stagnation ein. Die oft feuchten Mietwohnungen und die schlechte Versorgungslage der Kriegs- und Nachkriegsjahre waren eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit der Bevölkerung. Tuberkulose und Unterernährung waren weit verbreitet.

1923 vernichtete die Inflation alle Sparguthaben. Der Wohnungsbau kam vollkommen zum Erliegen. Auch die Wohnungs-kommission unter Vorsitz des Bürgermeisters konnte nur den Mangel verwalten. In diesen schweren Jahren machte Bürgermeister Ewringmann große Anstrengungen, den Armen, den Kriegerwitwen und Waisen und den Obdachlosen zu helfen. Die Stadt unterhielt Notwohnungen, wie z.B. den „Langen Jammer“ am Wilhelmsplatz.

Ein Lichtblick war es, wenn der wohlhabende Amsterdamer Goldschmied  Heinrich Miele seine Heimatstadt Warendorf besuchte, denn er überreichte dann dem Bürgermeister in alter Verbundenheit eine ansehnliche Geldsumme. Es war die Aufgabe der Frau des Bürgermeisters, das Geld gerecht in Umschläge zu verteilen und es diskret nach Einbruch der Dunkelheit den Ärmsten der Armen zu bringen.

Auch an moralischer Unterstützung ließ Bürgermeister Ewringmann es nicht fehlen. Viele arme Leute hielten sich damals eine Ziege, die „Kuh des kleinen Mannes“. Ewringmann gehörte dem Vorstand des „Ziegenzucht-Vereins“ an. Er sorgte dafür, dass zur jährlichen Hauptversammlung der Ziegenbaron „Dr. Meck Meck“, Professor Landois aus Münster höchstpersönlich nach Warendorf kam. Die Hippenbesitzer konnten dem leutseligen und großzügigen Professor Landois, der ein Herz für in Not geratene arme Leute hatte, ihre Sorgen und Wünsche anvertrauen. Er half, wo er konnte und wurde verehrt und geliebt.

 
Textfeld: das Bürgermeisterhaus am Wilhelmsplatz 
Alle vier Jahre kam der Bischof von Münster zur Firmung nach Warendorf. Bei dieser Gelegen-heit stattete er auch dem Stadtoberhaupt in seinem Haus am Wilhelmsplatz einen Besuch ab. Die acht Bürgermeisterkinder standen dann in Reih und Glied und begrüßten Bischof Johannes Poggenburg, die Mädchen machten einen tiefen Knicks und die Jungen durften sogar seinen Ring küssen und alle bekamen den bischöflichen Segen. Dann wurde der hohe Gast zusammen mit den Honoratioren der Stadt im Salon festlich bewirtet.

Einmal im Jahr wurde auch die hohe Geistlichkeit eingeladen. Die Pastöre von der Alten und der Neuen Pfarre und der Guardian des Franziskanerklosters in Begleitung von zwei Patres kamen zu einem Tässchen Kaffee und einer besonders gute Flasche Wein. Dazu bot der Bürgermeister die Brasil Zigarren mit der Bauchbinde aus der Sonntags-Zigarrenkiste an. Der Besuch sollte das gute Verhältnis von Staat und Kirche pflegen.

Auch zur bürgerlichen Oberschicht der Stadt hielt der Bürgermeister engen Kontakt. Nach Dienstschluss ging er gern zum Gläschen Bier in das klassizistische Gebäude der Gesellschaft Harmonie und spielte eine Partie Billard mit dem Fabrikanten Brinkhaus, dem Gymnasialdirektor Egen und dem Postdirektor. Natürlich nahm er mit der Frau Bürgermeister am Drei-Königs-Ball teil, dem gesellschaftlichen Ereignis des Jahres im Club Harmonie.

Das Hochfest des Jahres war schon damals das Fest Mariä-Himmelfahrt. Es war selbstverständlich, dass Bürgermeister Ewringmann mit Landrat Gerbaulet und allen 29 Stadtvätern bei der Prozession hinter dem Allerheiligsten gingen, alle im Gehrock mit Zylinder und weißen Handschuhen.

 
Schützenfest in Warendorf 

 Nach der kirchlichen Feier wurde auf dem Wilhelmsplatz die große Kirmes eröffnet. Am Vorabend hatte sich der Bürgermeister den Polizeihaupt-wachtmeister Milz kommen lassen und kontrollierte mit ihm die Sauberkeit der Schieß- und Losbuden und der Tingel-Tangel-Karussells. Da hingen nämlich oft Bilder von spärlich bekleideten Damen. Diese Bilder mussten sofort mit „Tüll“ behängt werden, was die Budenbesitzer auch taten. Aber nach einer Stunde hieß es: „Weg mit dem Tüll!“ und das Kirmesvergnügen nahm seinen Lauf.

20 Jahre lang war Hugo Ewringmann Bürgermeister der Stadt Warendorf. Die Grenzen zwischen privater und öffentlicher Tätigkeit waren fließend. Ein Bürgermeister war immer im Dienst und immer Ansprechpartner für die Bevölkerung.

Nach 12 Jahren war er wiedergewählt worden, das zeigte die Zufriedenheit der Bürger mit seiner Arbeit. 1924 gab Bürgermeister Ewringmann sein Amt aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig auf.

Quellen: 
 „Meine Jugenderinnerungen an Warendorf “ von Hanni Ewringmann

Erzählungen von Zeitzeugen aus der Familie Göcke und Haunhorst

Geschichte der Stadt Warendorf

Bilder: Bildarchiv der Altstadtfreunde und Hanni Ewringmann

Autorin:  Mechtild Wolff

 

Kaufmann Johann Kaspar Schnösenberg (1786-1826)
Bürgermeister von 1813-1826
von Mechtild Wolff

Bis 1836 galt die französisch-bergische Munizipal-Verfassung mit einem Bürgermeister und zwei Beigeordneten an der Spitze der Stadtverwaltung. Das Bürgermeisteramt war ehrenamtlich, der Bürgermeister erhielt kein Gehalt, aber eine Aufwandsentschädigung von 800 Talern für Bürokosten. Die damaligen Bürgermeister waren in den meisten Fällen Kaufleute, die aber vorher schon Erfahrungen im Magistrat gesammelt hatten. Erst 1868 kam mit Bürgermeister Diederich ein ausgebildeter Verwaltungsfachmann in das Amt.

Johann Kasper Schnösenberg (1786-1826) war der Sohn eines Warendorfer Bäckers, Brauers und Gastwirts, auch Wirtschafter genannt. Seine Familie führte das wohlrenommierte Hotel Schnösenberg mit Gaststätte und großem Festsaal an der Münsterstraße. Johann Kasper hatte das „Laurentianische Gymnasium“ der Franziskaner in Warendorf besucht, war mehrfach ausgezeichnet worden.  Dort hatte er das nötige Rüstzeug für das Bürgermeisteramt bekommen, das er 1813 im Alter von 27 Jahren übernahm. Leider befand sich sein Gymnasium im Niedergang und Schnösenberg sah eine seiner ersten Aufgaben darin, „die Wiederherstellung des Laurentianischen Gymnasii“ zu betreiben, von dem „der Flor der Stadt und die Bildung der Jugend“ abhing, so hatte er der Münsterischen Behörde geschrieben. Der Oberpräsidenten von Vincke förderte die Bestrebungen Schnösenbergs, so dass er am 1. Mai 1820 die Wiedererrichtung des Laurentianum als „Höhere Bürgerschule“ im neuhumanistischen Geist bekannt geben konnte.

  

 

Bürgermeister Schnösenberg war auch sehr auf ein schönes Stadtbild bedacht. Darum nutzte er 1823 seine guten Beziehungen zum Preußischen König Friedrich Wilhelm III. und bat ihn, der Stadt Warendorf die alte Toranlage der Zisterzienserabtei Marienfeld zu schenken. Diese Toranlage hatte bis 1803 an der Zisterzienserabtei gestanden und war im Zuge der Bilderstürmerei der Säkularisierung in Ungnade gefallen. Die prächtigen Sandsteinsäulen gehörten nun dem Staat und wurden abgerissen, aber Gott Dank nicht zerstört, sondern eingelagert. Davon bekam Bürgermeister Schnösenberg Kenntnis und dank seiner guten Beziehungen zum Preußischen König konnte er das Tor nach Warendorf holen. Seit fast 200 Jahren zieren die Torpfeiler den westlichen Stadteingang. Nur das Münstertor vermittelt den Bürgern und unseren Besuchern, dass hier eine historische Altstadt beginnt - ein bis heute schön gestalteter Stadteingang.

Schnösenberg wurde ein sehr tüchtiger Bürgermeister und bekam in Anerkennung seiner Verdienste 1824 eine Zulage von 100 Talern zugesprochen, die aus dem städtischen Kommunalfonds gezahlt wurde. Damit wurde der Warendorfer Bürgermeister der höchstbesoldete Kommunalbeamte im Regierungsbezirk Münster. 1826 starb Bürgermeister Johann Kaspar Schösenberg mit nur 40 Jahren. Die Stadt Warendorf verlor allzu früh einen allseits beliebten und geschätzten Bürgermeister.

Mechtild Wolff   2019

 

Aus der Geschichte der Textilstadt Warendorf...

 

 

 

Interessantes und Aktuelles vom Heimatverein Warendorf

Unsere Bürgermeister:
Johann Caspar Schnösenberg
Wilhelm Diederichs
Hugo Ewringmann
Heinz Kreuzer
Lorenz Tewes

Wie waren das Abitur und die Schule vor 60 Jahren?
Erinnerungen an die „Schule von gestern“
1960 - 2020: 60 Jahre Abitur am Mariengymnasium Warendorf

Drei Wandertipps von Norbert Funken:
Wandern im Nordwesten Warendorfs
Wandern in Velsen
Wandern in Dackmar

Die Corona Pandemie hat Warendorf weiter fest im Griff: Bilder vom 7. 4. 20

Frühling 2020 in der Emsaue: Kanadagänse brüten in den Nestern der Fischreiher

Warendorf im Zeichen der Corona Epidemie

Warendorf auf alten Ansichtskarten und im Vergleich mit der heutigen Situation

Zweiter Rundgang durch das Stadtmuseum

Erster Rundgang durch das dezentrale Stadtmuseum

1. Warendorfer Klönnachmittag

Plattdeutsch: Glücksiäligst Nie Jaohr

Warendorfer Weihnachtswäldchen

Plattdeutsch: So,n Aobend in,n Advent

Überblick über die letzten Aktionen zum Erhalt und zur Weiterentwicklung des Emsseeparks im Zusammenhang mit der Sanierung der Industriebrache (Brinkhausgelände)

Hiärwstvetellsels un Fettmarkt bien Krink

Ergebnisse des Moderationsprozesses zur Entwicklung der Industriebrache auf der Emsinsel

Rettet den Emspark! 130 alte Bäume dürfen nicht gefällt werden!

Baumzählung des Heimatvereins und des AK Emsinsel

3. Mahnwache des Heimatvereins Warendorf zum Erhalt des Emsseeparks

Plattdeutsch: Nen vullet  Ächterstüöwken

Hände weg vom Emsseepark! Sollen 130 alte Bäume gefällt werden?

2. Mahnwache des Heimatvereins und des AK Emsinsel

Bilder von der 2. Demonstration am 9. 9. 2019

Rede von Frau Mechtild Wolff auf der 2. Demonstration gegen die Zerstörung des Emsseeparks.

Hände weg vom Emsseepark!

Mahnwache de Heimatvereins und des AK Emsinsel

Bilder der machtvollen Demonstration für den Erhalt der Emsinsel und gegen deren Bebauung

Aufruf des Heimatvereins Warendorf an alle Warendorfer:
Helft uns, den Emspark zu retten!

Offener Brief an den Bürgermeister Herrn Linke

Für eine ökologische und klimagerechte Sanierung des Brinkhausgeländes am Emsseepark

"Adieu Scala..." Kinotipp des Heimatvereins

Sommersingen am Emssee

Planerwerkstatt zur Zukunft der Emsinsel und des Emsseeparks

Bürgerinformation zur Zukunft der Emsinsel im Emshof

Information der CDU über Planungsvorhaben der Stadt

Plattdeutsch: De leste Krinknommdag fö de Summerferien

Serenade im Tapetensaal

Plattdeutsch: Vetellsels von Franz Middendorf

Studienfahrt an den Niederrhein

Bericht über die Bürgerinformation zur künftigen Nutzung der Emsinsel

 Zur Bebauung der Emsinsel: Leserbrief von Mechtild Wolff

Struwenbacken im Gadem

Besuch bei unseren Nachbarn: Freckenhorst

Plattdeutsch: Von Pastor sine Kuh

Die warme Frühlingssonne bringt wieder Leben auf den Marktplatz

Jahreshauptversammlung

Informationsveranstaltung des Heimatvereins und des AK Emsinsel
"Die Emsinsel ist für alle da"

Der angesagte Sturm und Regen fielen aus: Der Rosenmontagszug fand statt
Prächtige Stimmung bei den Warendorfer Karnevalisten

Rundgang durch das Dezentrale Stadtmuseum mit viele Geschichten über die Bewohner der alten Häuser: Gadem am Zuckertimpen

Vorfrühling am Emssee: Temperaturen um 15°

Rundgang durch das Dezentrale Stadtmuseum mit viele Geschichten über die Bewohner der alten Häuser: Klosterstraße 7

Leserbrief zu den neuesten Planung betreff des Emsseeparks von Mechtild Wolff

Plattdeutscher Krink: Lichtmäs bien Krink