„Wie war das eigentlich früher in Warendorf?“
Der Heimatverein lädt ein zum nächsten „Klön-Nachmittag“
Termin: Sonntag, den 20.11.2022 um 15 Uhr
Ort: H
istorischer Ratssaal des Rathauses am Marktplatz
Thema:
Das Künstlerehepaar Wilhelm und Martha Götting in den Nachkriegsjahren in Warendorf

 

 

Eigentlich sollte Warendorf gegen Ende des Zweiten Weltkriegs nur ein vorübergehender Zufluchtsort sein, dann wurde die Stadt an der Ems zur zweiten Heimat für das aus Münster evakuierte Künstler-Ehepaar Wilhelm und Martha Götting.

Ältere Warendorfer werden sich vielleicht noch erinnern: Diese beiden Persönlichkeiten haben vor allem in den fünfziger und sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts  entscheidend zum kulturellen Leben Warendorfs beigetragen –

Wilhelm Götting (1901-1976) als Maler, Grafiker, Illustrator, Karikaturist und künstlerischer Gestalter so mancher Rosenmontagszüge wie auch so mancher Gebäudefassade Warendorfs;

Martha Götting (1905-2000) u. a. als Autorin zahlreicher Artikel zur Warendorfer Stadtgeschichte, zu Namens- und Denkmalkunde sowie als enge Mitarbeiterin des Warendorfer Heimatvereins, des Tatenhausener Kreises, der Deutsch-Französischen Gesellschaft und der Volkshochschule.

Gemeinsam haben sie das aus einer Artikelserie Martha Göttings hervorgegangene, längst vergriffene Buch „Warendorf – Straßen und Gassen einer alten Stadt“ (Verlag Schnell’sche Buchhandlung 1956) gestaltet.

Beim nächsten „Klön-Nachmittag“ des Heimatvereins am 20.11.2022 um 15 Uhr wird Doris Götting, ehemalige Rundfunkjournalistin und Tochter von Wilhelm und Martha Götting, im Historischen Ratssaal des Rathauses am Marktplatz   an das öffentliche Wirken ihrer Eltern in Warendorf erinnern.

 

 

Laudatio des Bürgermeisters Peter Horstmann aus Anlaß der Verleihung des Ehrensiegels der Stadt Warendorf an Francois Tierce, Bürgermeister der Partnerstadt Pavilly am 12.8.2022 im Sophiensaal
Bilder: Gabi Wild


Bürgermeister Peter Horstmann hat an Bürgermeister Francois Tierce, Pavilly, das Ehrensiegel der Stadt Warendorf überreicht

  

1973 kam er als 14-jähriger erstmals mit dem Partnerschaftsverein zum Tischtennis spielen nach Freckenhorst. 1979 wollte er Urlaub in Warendorf machen und zeltete hinter der Tankstelle an der Sassenberger Str. Für fünf Monate arbeitete er dann als Drehmaschinenschlosser bei der Firma Claas in Harsewinkel. In dieser Zeit hat er an der Dreibrückenstraße gewohnt, zum Abendessen ging er oft in den Dreibrückenhof und anschließend in die Bar „Tiffanys“ neben dem Rathaus.

Francois Tierce hat Freckenhorst und Warendorf auf seine ganz eigene, unkonventionelle Art und Weise bereist. Er ist tief eingetaucht in die westfälische Kultur. Statt sich mit dem klassischen Sightseeing zu begnügen, hat er hier gelebt, hat Land und Leute kennengelernt.

Eigentlich ein Wunder, dass dieser junge Mann französischer Herkunft sich so offen für die deutsch-französische Freundschaft zeigte - sein Vater war überhaupt nicht froh darüber, dass sein Sohn in Deutschland lebte. Er hat 5 Jahre des Krieges als Kriegsgefangener in einem Lager in Österreich verbracht.

Menschen wie Francois Tierce haben dazu beigetragen, dass Frankreich und Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zueinandergefunden haben. Der Groll, den die Nationen aufeinander hegten, wich dem Wunsch nach Versöhnung und Einheit.

Seine Zeit hier bei uns in Warendorf hat Francois Tierce nie ganz losgelassen. Nach fünf Monaten kehrte er nach Frankreich zurück. 2005 besuchte er mit seiner Frau Sylvie Warendorf erneut und zwar im Rahmen der Bürgerbegegnung anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Partnerschaft Warendorf-Barentin. Seitdem nimmt Herr Tierce regelmäßig engagiert an den Austauschen teil – ganz in der Art, wie er es immer zu tun pflegte: nah an Land und Leuten.

Selbstverständlich ist für ihn bis heute die private Unterkunft in der Familie bei den gegenseitigen Besuchen. Seine Gastfamilie damals und bis heute: Familie Dudey aus Freckenhorst, die ihrerseits auch immer mit großer Herzlichkeit und Gastfreundschaft im Hause Tierce empfangen wurde. Beide Familien verbindet durch die Besuche und Gegenbesuche in den mittlerweile 17 Jahren eine tiefe und herzliche Freundschaft, von der auch die Kinder beider Familien profitieren. Emma Tierce, Tochter von Francois Tierce, bekleidet mittlerweile selber einen Aktivposten im Komitee in Pavilly. Der Weg für die folgenden Generationen ist also bereits geebnet.

Mit großem, persönlichem Einsatz hat Francois Tierce die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Freckenhorst und Pavilly in den vergangenen Jahrzehnten gepflegt und ausgebaut. Besonders am Herzen liegen ihm die privaten Kontakte der Bürgerinnen und Bürger von Freckenhorst und Pavilly. Hierdurch gelingt es ihm, immer neue Begeisterte für den europäischen Gedanken und die Städtepartnerschaft zu gewinnen.

Dieses Engagement im Rahmen der Städtepartnerschaft zu würdigen ist der Stadt Warendorf ein großes Anliegen. Daher hat der Rat der Stadt Warendorf in seiner Sitzung am 25.11.2021 einstimmig beschlossen, Herrn Francois Tierce das Ehrensiegel der Stadt Warendorf zu verleihen.

Ein Mann, der die partnerschaftlichen Beziehungen über Jahre hinweg mit großem persönlichen Einsatz gepflegt und weiter ausgebaut hat, ist mittlerweile Bürgermeister dieser Stadt. Mein lieber Amtskollege Francois Tierce. Dieses Engagement im Rahmen der Städtepartnerschaft zu würdigen ist der Stadt Warendorf ein großes Anliegen. Daher hat der Rat der Stadt Warendorf in seiner Sitzung am 25.11.2021.einstimmig beschlossen, Herrn Francois Tierce das Ehrensiegel der Stadt Warendorf zu verleihen. Lieber Francois, die Einladung zur Verleihung des Ehrensiegels im August in Warendorf habe ich direkt mitgebracht und freue mich, Sie Dir heute übereichen zu dürfen.

 

 
Bürgermeister Francois Tierce, Pavilly in Frankreich (links) und Bürgermeister Jan Brons, Olesnica in Polen zusammen mit Bürgermeister Peter Horstmann beim Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Warendorf

Laudatio des Bürgermeisters Peter Horstmann aus Anlaß der Verleihung des Ehrensiegels der Stadt Warendorf an Jan Brons, Bürgermeister der Partnerstadt Olesnica am 12.8.2022 im Sophiensaal
Bilder: Gabi Wild



Bürgermeister Peter Horstmann hat an Bürgermeister Jan Brons, Olesnica, das Ehrensiegel der Stadt Warendorf überreicht

  

Auch die Verleihung des Ehrensiegels der Stadt Warendorf an Jan Brons hat in gewisser Weise seine Ursprünge in Freckenhorst.

Jan Brons wurde 1990 zum stellvertretenden Bürgermeister der heutigen Partnerstadt Olesnica gewählt.  Am 3. Oktober 1990 fiel die Mauer. Die Wiedervereinigung Deutschlands wurde Wirklichkeit. Schon am 14. November des gleichen Jahres wurde in Warschau der Vertrag zur Anerkennung der deutsch-polnischen Grenze unterzeichnet. Damit wurde die Basis für eine stärkere westliche und europäische Orientierung Polens gelegt.

Für die spätere Städtepartnerschaft zwischen Warendorf und Olesnica waren die ersten, wenn auch noch sehr zaghaften Kontakte jedoch bereits früher geknüpft. Denn schon 1987, also noch vor dem Mauerfall, war ein polnischer Studentenchor in Freckenhorst zu Gast. Eingeladen hatte zu diesem Chortreffen der Freckenhorster Kinder- und Jugendchor. Die damalige Vorsitzende war Marianne Jaks. Die Studenten waren in Privatfamilien untergebracht. Bei Familie Jaks wohnte der Student Janusz Marszalek. Aus diesem ersten Kontakt entstand eine tiefe Freundschaft, die bis heute besteht.

Doch zurück zu Jan Brons. Schon nach der ersten Wahlperiode als stellvertretender Bürgermeister wurde Jan Brons 1994 zum Bürgermeister der Stadt Olesnica gewählt. Bis 2014 bekleidete er dieses Amt ohne Unterbrechung. In diesen zwanzig Jahren war es Jan Brons, der das Gesicht, das Selbstverständnis und die zukunftsorientierte Entwicklung unserer heutigen Partnerstadt Olesnica maßgeblich geprägt hat. Lediglich für die Legislaturperiode von 2014 bis 2018 bekam er nicht die erforderliche Mehrheit, bekleidet aber seit 2018, nun als im 24. Jahr das Amt des Bürgermeisters.

Man mag es Glück nennen, dass zwei überzeugte Europäer, nämlich Jan Brons und Janusz Marszalek in Olesnica aufeinander trafen. Denn in 2004, als der Beitritt Polens zu Europa besiegelt wurde, war Janusz Marszalek stellvertretender Bürgermeister in Olesnica. Aber schon im Vorfeld wurden erste Gespräche mit meinem Amtsvorgänger Theo Dickgreber geführt, die die gegenseitige Bereitschaft zur Entwicklung einer Städtepartnerschaft bekräftigten. Einem gegenseitigen Besuch, mit dem erklärten Ziel Fakten zu schaffen, stand also nichts mehr im Wege. Und so konnte schon am 29. Mai 2004 im Rathaus von Olesnica die Urkunde zum Abschluss dieser europäischen Partnerschaft zwischen Warendorf und Olesnica unterzeichnet werden. Bei den Warendorferinnen und Warendorfern, die als offizielle Delegation zur Unterzeichnung nach Olesnica reisten ist, so habe ich mir glaubhaft versichern lassen, ein ganz wesentliches Moment in Erinnerung geblieben: „Wir sind als Fremde in Olesnica angekommen und als Freunde abgereist“, eine zentrale Aussage, die bis heute diese Städtepartnerschaft prägt.

Dass dieses so ist, ist maßgeblich das Verdienst von Jan Brons, der mit seiner Vision vom vereinten Europa die partnerschaftlichen Treffen, aber auch die zahlreichen Begegnungen auf schulischem, sportlichem, kulturellem und musikalischem Gebiet uneingeschränkt gefördert hat. Regelmäßige Schüleraustausche des Gymnasium Laurentianum und des Augustin-Wibbelt Gymnasium mit den beiden Gymnasien in Olesnica wurden ebenso lebendiges Zeichen der europäischen Partnerschaft wie die jährlichen Besuche der Europatage in Olesnica.

Und so ehren wir heute mit Jan Brons einen überzeugten Europäer und einen um die Städtepartnerschaft verdienten Freund und Förderer.

 

 
Bürgermeister Francois Tierce, Pavilly in Frankreich (links) und Bürgermeister Jan Brons, Olesnica in Polen zusammen mit Bürgermeister Peter Horstmann beim Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Warendorf

 

Interessantes und Aktuelles vom Heimatverein Warendorf

Fragen an den Bürgermeister und die Ratsmitglieder in der Bürgerfragestunde
der Ratssitzung vom 28.9.2022 zum Thema:
Bauen auf der Emsinsel – Bauen in den Auen der Ems?

 
 

Vortragsveranstaltung des Heimatvereins zum „Tag des offenen Denkmals“ am kommenden Sonntag, 11. September 2022 um 10.30 Uhr im Tapetensaal des Hauses Klosterstraße 7

Thema: Spurensuche: „ Geschichte und Geschichten zu unseren Denkmalen in Warendorf“
mit Mechtild Wolff

Eduard Wiemann baut die  „Villa Sophia“, später „Sophienstift“ genannt
von Mechtild Wolff (24. 8. 2022)


Bildtafel zur Villa Sophia von Mechtild Wolff
 
Das Sophienstift in Warendorf: Geschichte und Baubeschreibung einer spätklassizistischen Villa
von Klaus G. Ring

 
Vergangene Pracht: Die allegorischen Figuren aus der „Villa Sophia“
von Mechtild Wolff

 
HÄNDE WEG VOM SOPHIENPARK! Demonstration des Heimatvereins gegen eine Neubebauung des Geländes der ehemaligen Villa Sophia mit einem Feuerwehrgerätehaus im Januar 2009

Rettet den Sophienpark!
Demonstration engagierter Bürger am 31. 1. und 7.2. 09 gegen die Errichtung der Feuerwache Nord im Sophienpark
Mariä Himmelfahrt:
Die Geschichte des Festes
Die Ausschmückung der Stadt
von Mechtild WolffLeben und Wirken der Stadtverordneten in Warendorf ElisabethSchwerbrock
von Mechtild Wolff
Gedenkstunde zum 100. Geburtstag von Paul Schallück
Bericht von der Gedenkfeier mit den vollständigen Vorträgen über Paul Schallück von Norbert Funken und Klaus Gruhn
Rede  von Norbert Funken zum 100 Geburtstag Paul Schallücks
Rede von Klaus Gruhn zum 100 Geburtstag Pau SchallücksAus der Geschichte Warendorfs:
Als in Warendorf der Kaffeegenuss verboten war

 

Aus der Warendorfer Eisenbahngeschichte:
Der "Neue Bahnhof" in Warendorf von Mechtild Wolff

 

Aus der Warendorfer Eisenbahngeschichte:
Der "Alte Bahnhof" in Warendorf
 
Der Warendorfer Friedhof - Spiegel der Stadtgeschichte


Gebr. Hagedorn und Co, eine Landmaschinenfabrik mit Eisengießerei

 
Der Warendorfer Friedhof: Spiegel der Stadtgeschichte
Carl Leopold und die Schnellsche Verlagsbuchhandlung 1909 - 1986


Antrag des Heimatvereins Warendorf an den Bürgermeister Horstmann und den Stadtrat der Stadt Warendorf bzgl. des Erhalts des Hauses Wallgasse 3

 
 

 

 

 

Das  Dezentrale Stadtmuseum ist in der Regel an Sonn- und Feiertagen von 15:00 - 17:00 Uhr geöffnet.
Der Eintritt ist frei.

Bedingt durch die Hygieneregeln wegen der Covid19 Pandemie können die Öffnungszeiten kurzfristig geändert werden.

 

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An der Kreutzbrede 7
48231 Warendorf
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