Folgend Veranstaltungen fällt aus wegen der Corona Pandemie:
 
14. Juni um 10 Uhr „Stadt in Wiesen, Stadt in Gärten“ - Warendorfer Altstadthäuser und ihre Gärten und Parks, Grüner Stadtrundgang mit Mechtild Wolff

Neu: aus der Geschichte der Textilstadt Warendorf:
Firma „H. Brinkhaus“, Werk Freckenhorst
von Mechtild Wolff

Pläne für das Kesselhaus von Phillip Jakob Manz aus Stuttgart

  

1906 platzte die Weberei „H. Brinkhaus“ in Warendorf aus allen Nähten. Eine Erweiterung im Stammwerk war wegen der Hochwassergefahr nicht möglich. Darum ließ Brinkhaus 1908 in Freckenhorst an der heutigen Industriestraße 5/7 eine Fabrik nach modernsten Maßstäben erbauen. Er verpflichtete den bedeutenden In-dustriearchitekten Phillip Jakob Manz aus Stuttgart. Die eleganten Fassaden der Fabrikgebäude aus Ziegelstein erregten großes Aufsehen. Zuerst webten im Werk Freckenhorst 60 Weber auf 160 Webstühlen Baumwollstoffe aller Art. 1911 spezialisierte sich Brinkhaus ausschließlich auf die Herstellung von Inlett, auch in Freckenhorst. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam ein Drittel der Gesamt-Inlett-Fabrikation der jungen Bundesrepublik aus dem Raum Warendorf/Freckenhorst, dem größten Inlett-Zentrum Deutsch-lands. Als die Konkurrenz aus Fernost immer bedrohlicher wurde, verlagerte Brinkhaus 2004 seine Produktion nach Polen. Auch das Werk Freckenhorst wurde geschlossen und die fast 100 Jahre alten historischen Firmengebäude wurden bedauerlicherweise abgerissen.

 

1907 Pläne von Philipp Jakob Manz fürdie Nordseite der Firma Brinkhaus

 

Das Freckenhorster Weberlied Scherenschnitt von Ursula Rudolph 1979

 

Die Veloursweberei „Theodor Kreimer“
von Mechtild Wolff

Hubert Wolff Theodor Kreimer

1913 stieg Theodor Kreimer aus der Firma seines Vaters „Josef Kreimer“ aus und gründete am Groneweg die mechanische Plüschweberei „Theodor Kreimer“. Es war ein schwieriger Start für die junge Firma, insbesondere durch den 1. Weltkrieg und die Geldentwertung. Kreimer konnte sich aber über Wasser halten und nahm 1922 sogar die erste Erweiterung vor. Theodor Kreimer wurde ein sehr erfolgreicher Geschäftsmann. Er verfolgte seine Ziele mutig. Der Einsatz lohnte sich, das Geschäft florierte - bis 1929 die Weltwirtschaftskrise alles ins Wanken brachte. Auch diese Klippe wurde gemeistert. Die Firma Kreimer war ein Familien-betrieb, die Ehefrau Elisabeth hatte Prokura, so wie die einzige Tochter Änny. Aber für die Geschäfts-führung kam ein Mädchen nicht in Frage, sehr wohl aber ihr Ehemann Hubert Wolff, der 1936 als 50. Mitarbeiter in die Firma Kreimer eintrat. Mit dem National-sozialismus und dem 2. Weltkrieges kamen wieder schwierige Zeiten. Es durften nur noch kriegswichtige Textilien hergestellt werden: Wolldecken, Teppiche, Kleiderstoffe, Futterstoffe, aber auch grobes Sackleinen und Papiergewebe. Nach Kriegsende ging es wieder aufwärts, der Bedarf an Textilien aller Art war enorm. Die Firma wuchs und wuchs und zählte 1951 schon 150 Mitarbeiter. Neue Fabrikationshallen wurden gebaut, das Wirtschaftswunder begann.

  

  

1952 ging die Ära Theodor Kreimer zu Ende - er starb am 3. November im Alter von 70 Jahren. Nun hatte Hubert Wolff die alleinige Verantwortung und führte die Firma erfolgreich in die neue Zeit. Der Dralon-Velours, die automatischen Webstühle, die eigene Färberei und ein ausgeklügeltes Vertretersystem ließen die Firma Kreimer stetig wachsen. Nicht nur auf dem Sofa und im Sessel saß man auf Kreimer Velours, auch die Bundesbahn und die Autoindustrie statteten ihre Züge und Autos mit dem neuen Dralon-Velours von Kreimer aus. Auch wenn die Firma Kreimer bis zu 750 Mitarbeiter beschäftigte, so blieb sie doch ein Familienunternehmen, in dem sich Einer für den Anderen verantwortlich fühlte und wo man auch fröhliche Feste miteinander feierte. Nach diesen rasanten Aufbau-jahren, in denen die Firma Kreimer zu einer der bedeutendsten Velourswebereien Europas wurde, die ihren hochqualitativen Velours in die ganze Welt exportierte, zeichneten sich dunkle Wolken am Textilhimmel ab. Das allgemeine Textilsterben in Deutschland überlebte auch Kreimer nicht und musste 1993 seine Werkstore schließen.

 

 

Die alte Freckenhorster Weberfahne
von Mechtild Wolff

1847 gründeten die Freckenhorster Weber einen Weberverein. Sie erhofften sich dadurch eine Stärkung ihres Berufsstandes, denn die Anzeichen des Nieder-gangs der Haus- und Handweberei wurden immer deutlicher. Als äußeres Zeichen ihres Standesstolzes fertigten sie eine Vereinsfahne an, die die ganze Vielfalt der Handweberkunst zeigte. Sie verwandten Leinen, Jute und Baumwolle, das waren die Materialien, die den Weberalltag damals beherrschten.

Das Fahnentuch besteht aus den verschiedensten Muster-techniken und es sieht so aus, als ob die Weber ihre Lieblingsmuster für die Fahne zusammengestellt haben. Neben einfarbigen und gestreiften Stoffen finden sich Karo-, Fischgrät- und Schachbrettmuster. Leichte Stoffe wechseln sich mit derbem Drell und Velours ab. Das Mittelstück ist aus grobem Leinen und wurde bemalt und beschriftet. „Hoch lebe der Weber-Stand“ ist dort zu lesen und die Zunftzeichen Schere, Fadeneinholer und zwei Weberschiffchen wurden aufgemalt.  

Diese Weberfahne ist bis heute erhalten und wird von der Familie Zurwieden sorgfältig verwahrt.

 

 

 

Die neue Freckenhorster Weberfahne

Zum 50jährigen Jubiläum 1897 wurde eine zweite Fahne für den Weberverein gefertigt. Mit der Jaquardt-Weberei, die komplizierte Webmuster möglich machte, konnte ein elegantes Tuch hergestellt werden. Neben den im Weber-alltag gebrauchten Naturfasern Baumwolle und Viskose wurden auch Metall- und Lurexfäden verwebt, um einen schweren Brokatstoff herzustellen. Den Stolz der Weber stellt eindrucksvoll das aufgestickte Bild der beiden goldfarbenen Löwen dar, die mit ihren Krallen ein Wappen halten, das die neuen, hochmodernen Webschützen zeigt, sowie eine Schere als Zunftzeichen. Die aufgestickte Inschrift „Weberverein Freckenhorst 1847-1897“ verweist auf das Jubiläum des Webervereins. Die Rückseite der Jubiläumsfahne besteht auch aus dem schweren Brokat, in dessen Mitte ein feiner Velours appliziert wurde, der mit dem Bild des Heiligen Severus, dem Schutzpatron der Weber, liebevoll bemalt wurde. Das Bild des Heiligen Severus umgibt der Bittspruch: „Gott segne das ehrbare Handwerk“. Bei Vereinsfestlichkeiten und Beerdigungen von Mitgliedern wurde die Weberfahne feierlich präsentiert.

 

Firma „Hermann Breede“
von Mechtild Wolff

1907 schied Hermann Breede als Gesellschafter aus der „Ersten Freckenhorster Plüschweberei“ aus und baute seinen eigenen Betrieb an der Warendorfer Straße. Hier betrieb er drei mechanische Webstühle, die er im Rheinland gekauft hatte. Breede stellte ausschließlich Velours aus Mohair und Wolle her, damals noch Plüsch und Mokett genannt. 1913 und 1927 wurde dieser Betrieb wesentlich erweitert und Hermann Breede holte seine Söhne Bernhard und Heinrich ins Geschäft.

  Die kleine Firma Breede lieferte schon 1928 den ersten großen Veloursauftrag nach Shanghai aus. Auf dem Bild sieht man die beiden Söhne mit dem beladenen Dreigang-Hanomag, der mit dem
Einzylinder-Motor mit einer Höchstgeschwindigkeit von 12 km/h die Ware zum Freckenhorster Bahnhof transportierte. Breede exportierte im Laufe der Jahre nach Holland, Dänemark, Frankreich, in die Schweiz und in die baltischen Staaten, sowie nach China und Mexiko. 1938 platzte die Weberei aus allen Nähten, aber an der Warendorfer Straße war eine Erweiterung nicht mehr möglich. Mit seinen Söhnen zusammen erwarb Hermann Breede ein 38.000 Quadratmeter großes Grundstück an der Feidiekstraße/Ecke Merveldtstraße. Wegen des Zweiten Weltkriegs konnte aber nicht mehr gebaut werden. Die Produktion wurde den Kriegsanforderungen angepasst. Es wurden Decken, Hemdenstoffe und Inlett hergestellt. Erst 1949 konnte mit dem Bau einer neuen Fabrik begonnen werden, die im Jubiläumsjahr 1951 eingeweiht wurde. 30 Arbeiter webten jetzt hochwertigen Mohair-Velours, Wollvelours und Epingle.
 

1928 die erste Velourssendung für Shanghai"

In den Jahren des Wirtschaftswunders nach dem Krieg liefen die Geschäfte sehr gut. Die Belegschaft stieg auf 50 Mitglieder an. Die Geschäftsleitung hatte nun Hermann Breede (1927-1989) inne, der Sohn von Heinrich Breede. Als 1964 Bernhard Breedes Sohn Hans Hermann (*1941) sein Studium an der Textil-Ing. Schule in Mönchen-gladbach abgeschlossen hatte, trat er in die Firma ein. Zusammen mit seinem Vetter Hermann Breede führte er das Familienunternehmen Breede in der dritten Generation.

Die Lage in der Textilindustrie wurde in den 1980er immer bedroh-licher. Als 1985 die Firma Andreae in Viersen abgewickelt wurde, übernahm die Firma Breede den Bereich Mohair-Velours und führte ihn weiter. 1993 stellte die Mohair-Weberei Jostmann die Produktion ein. Breede übernahm Maschinen und Kunden. Durch seine Konzen-tration auf Mohair überlebte Breede in dieser Nische länger als viele Mitbewerber. Aber auch Mohair kam mehr und mehr aus der Mode. Darum wich man auf technische Textilien aus. Der Mohair-Velours für Dichtleisten im Lebensmittelbereich und die Entwicklung von Mohair-Velours für Ski-Steigfelle haben das Überleben der Firma Breede für einige Jahre gesichert.

Aber 2008 beschlossen die Gesellschafter der Firma „Hermann Breede GmbH & Co. KG“, die Produktion auslaufen zu lassen. Hans Hermann Breede gab bekannt: „Der Niedergang der heimischen Textilindustrie betrifft auch die Produktion von hochwertigen Möbelstoffen. Eine Reihe von wichtigen Polstermöbelherstellern, Möbelgroßhändlern und Lieferanten haben ihren Geschäftsbetrieb bereits eingestellt. Viele Mitbewerber haben daher in den letzten Jahren aufgeben müssen oder sind in Insolvenz gegangen. Dies hat den überlebenden Firmen zwar kurzfristig neue Aufträge verschafft, das grundsätzliche Absatzproblem aber nicht beseitigt. Umsatz-verluste bei Möbelstoffen haben nur zum Teil durch Erweiterung des Angebotes um technische Textilien aufgefangen werden können.“ 2009 schloss die Mohair-Weberei „Hermann Breede GmbH & Co. KG“ als letzte Freckenhorster Weberei ihre Pforten.

Eine 118 Jahre lange Webertradition fand damit ihr Ende.

„Erste Freckenhorster mechanische Plüschfabrik“ später „Firma Jostmann“
von Mechtild Wolff

Firma Jostmann an der Gänsestraße
 

 
Ludger und Mathilde Jostmann 
1900 gründete Bernhard Düwel die erste mechanische Weberei unter der Bezeichnung „Erste Freckenhorster mechanische Plüschfabrik“. Schon 1902 geriet das Unternehmen in Konkurs und ging in die Hände der Herren Breede, Herding, Meyer und Wilde über, die sie unter dem Namen „Erste Freckenhorster Plüschweberei“ weiterführten. 1907 schied Hermann Breede als Gesell-schafter aus. 1911 wurde die Firma von dem Kaufmann Wilhelm Jostmann aus Menden übernommen. Nach dem Ersten Weltkrieg erweiterte er die Plüschfabrik beträchtlich und war sehr erfolgreich. Gleich zu Beginn des Zweiten Weltkriegs mussten die Frecken-horster und Warendorfer Webereien den Betrieb für zwei Monate einstellen. Die Firma Jostmann blieb während der gesamten Kriegszeit geschlossen, da der Inhaber Wilhelm Jostmann als Soldat diente. Als die Produktion wieder aufgenommen werden konnte, stellte Wilhelm Jostmann neben Velours auch noch andere Möbelstoffe her, außerdem Inletts und gestreiften Matratzendrell. 1951 beschäftigte die Firma Jostmann 25 Mitarbeiter.

Wilhelm Jostmann war gleichzeitig Gemeindevorsteher von Freckenhorst Stadt, heute vergleichbar mit dem ehren-amtlichen Bürgermeister. 1951 schied er als Gemeindevorsteher aus - Nachfolger wurde Herr Averhoff und dann Anton Deiter. 1953 starb Wilhelm Jostmann. Die Firma Jostmann wurde in eine KG umge-wandelt und Valerie Jostmann wurde Komplementärin, die Söhne Walter und Ludger wurden Kommanditisten. Sie produzierten jetzt ausschließlich Mohair. Ihr treuester Kunde war die Polstermöbel-fabrik Pamme aus Delbrück.

1993 wurde auch die Firma Jostmann ein Opfer des Niedergangs der deutschen Textilindustrie, konnte aber ordnungsgemäß abgewickelt werden. Die Firmengebäude wurden 1994 abgebrochen, um dem Neubau eines Mehrfamilienhauses Platz zu machen.

 1950 Jaquardt Webstuhl

 

 

„ZUCO“ - Firma Zurwieden & Co.
von Mechtild Wolff


Firma Zurwieden und Co.

 

Am 20. September 1991 feierte die 165köpfige Belegschaft der Firma Zurwieden einen denkwürdigen Geburtstag: „ZUCO“, die Inlettweberei, Färberei und Näherei wurde 100 Jahre alt. Heinz Zurwieden, Firmenchef in dritter Generation, erinnerte an den Gründer Johann Zurwieden sen., der 1891 unter Beteiligung von Josef Kreimer und Theodor Sandhage, sowie Heinrich Wolff als stillem Gesellschafter im Haus Sandhage am Markt die Kommanditgesellschaft Zurwieden & Co. mit 16 Plüsch-Handwebstühlen gründete. 1894 trat der Kommanditist Josef Kreimer aus der Firma aus und gründete seine eigene Plüsch-Weberei. 1896 verließ auch Sandhage die Firma. Nun war Johann Zurwieden alleiniger Inhaber der Firma, allerdings noch mit dem stillen Gesellschafter Heinrich Wolff.

1906 kaufte die Firma Zurwieden ein großes Grundstück an der Everswinkeler Straße, um sich erweitern zu können. Eine repräsentative Weberei wurde gebaut und die 16 Plüsch-Handwebstühle wurden mechanisiert.

Nach dem Tod des Firmengründers Johann Zurwieden 1913 führte sein Sohn Johann die Plüschweberei durch die schwierigen Kriegsjahre. Nach Kriegsende spezialisierte sich Zurwieden auf Inlett und Einschütte und war damit sehr erfolgreich. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs ratterten schon 129 Webstühle.

1947, nach Kriegsende, trat Heinz Zurwieden die Nachfolge seines allzu früh verstorbenen Onkels Johann Zurwieden an, zusammen mit der Witwe Anna Zurwieden. „ZUCO“ entwickelte sich zu einer wohlrenommierten Inlettweberei mit Näherei, bekannt für exklusives Qualitäts-Inlett mit absoluter Daunendichte. „ZUCO“ lieferte als zuverlässiger Partner des Bettenfachhandels Inlett und Fertigbetten in allen Variationen, vom klassischen Oberbett mit Kopfkissen über Steppbetten, Mehrsteg-Betten bis zu Daunendecken. 50% der Ware ging ins europäische Ausland.

Trotz aller Erfolge und Anstrengungen überstand auch die Firma Zurwieden das Textilsterben im Münsterland nicht. 1992, ein Jahr nach dem 100. Firmenjubiläum, musste auch „ZUCO“ die Produktion einstellen. Ein herber Verlust für den Textilstandort Freckenhorst.

 

1912 Belegschaft der Firma Zurwieden und Co.

   

 

Aus der Geschichte der Weberstadt Freckenhorst:
Firma „Josef Kreimer“, Plüschweberei
von Mechtild Wolff

Josef Kreimer 1852 -193

Schon seit 300 Jahren finden sich Spuren der alten Weberfamilie Kreimer in Freckenhorst, die. auch als Verleger für handgewebtes Leinen tätig war. 1882 beendete Josef Kreimer das Verlagswesen und gründete eine Faktorei, zusammen mit Bäumker, Breede, Bröckelmann, Höckelmann und Zurwieden. Die Faktoren schufen große Arbeitsräume, in denen viele Weber Arbeit fanden und nach Länge und Qualität des Webstückes entlohnt wurden. In Freckenhorst klapperten bald 145 Webstühle. Viele Freckenhorster Handweber hatten sich auf die Herstellung von Plüsch spezialisiert, in der Regel den gewöhnlichen, einfarbigen Plüsch. Nur wenige besonders qualifizierte Weber stellten schon gemusterten Plüsch auf Jaquardwebstühlen her.

  

1894 stieg Josef Kreimer aus der Faktorei aus und gründet mit seinen Söhnen Theodor und Bernhard die Firma „Josef Kreimer“. Nun webte er ausschließlich Plüsch, damit war mehr Geld zu verdienen und auch die Weber konnten besser bezahlt werden. Bald aber erkannte Josef Kreimer, dass die Ära der Handweberei zu Ende ging. Auch die Gemeindeverwaltung und der Landrat beförderten durch Finanzanreize die Pläne zur Industrialisierung, um der zunehmenden Verarmung der Bevölkerung entgegenzuwirken.


alte Heuveldopsche Mühle
Darum kaufte die Firma „Josef Kreimer“ 1906 die Heuveldopsche Mühle für 48.000 Mark. Hier hatte die Bandweberei H. B. Heuveldop die erste mechanische Weberei in Freckenhorst betrieben.
 

Die Firma „Josef Kreimer“ richtete eine Weberei mit mechanischen Webstühlen ein, die speziell für Plüsch konstruiert worden waren. Die 60 Webstühle brachte die Firma „Ww. P. Willemsen“ aus Mönchengladbach in die Firma „Josef Kreimer“ ein, damit wurde Willemsen Teilhaber. Es wurde für zehn Jahre vertraglich festgelegt, dass Kreimer die Räumlichkeiten und die Arbeitskräfte stellte und Willemsen die technische Ausrüstung.

Zur Beschaffung von Strom wurde eine Lokomobile betrieben. Sie stand in Schwichtenhövels alter Mühle, auf dem Gelände am heutigen Groneweg, das Heinrich Wolff gehörte.

Die 70 erfahrenen Plüschweber stellten nun den gemusterten Plüsch zu wesentlich niedrigeren Preisen tadellos her. Einen Namen machte sich die Firma

 „Josef Kreimer“ mit gemustertem Plüsch und Mokett, einem festen, hochwertigen Wollplüsch, meistens in weinrot, der damals auf fast jedem Sofa zu finden war. Sehr lukrativ war auch die Herstellung des so beliebten Blumenplüschs. Die Geschäfte liefen bestens.  

 

1913 schied der älteste Sohn Theodor aus der Firma seines Vaters Josef Kreimer aus und gründete am Groneweg in Schwichtenhövels Mühle die Firma „Theodor Kreimer“. Er produzierte wie sein Vater hauptsächlich Plüsch. Bernhard Kreimer wollte die Firma „Josef Kreimer“ auch nicht übernehmen. Er war kaufmännisch orientiert und arbeitete später viele Jahre lang als Vertreter in der Firma seines Bruders Theodor.

 

Da der Vertrag mit der Firma „Ww. P. Willemsen“ noch bis 1917 lief, blieb die Firma „Josef Kreimer“ bis dahin bestehen. Dann verkaufte Willemsen die 60 mechanischen Webstühle an die Firma Zurwieden, die damals auch noch zu den Plüschwebern gehörte.

Josef Kreimer war jetzt 66 Jahre alt und setzte sich zur Ruhe. Die Firma „Josef Kreimer“ wurde 1925 aus dem Handelsregister gelöscht.

Familie Josef und Anna Kreimer

 

 

 

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