Neue Reihe: Unsere Bürgermeister

Eine für Warendorf sehr wichtige Entscheidung steht uns bevor: Im September wird auch in Warendorf der Bürgermeister für die nächsten fünf Jahre von den Bürgern direkt gewählt. Drei Kandidaten stehen zur Auswahl - es wird sehr spannend werden. Wir alle hoffen auf eine gute Entscheidung für unser Städtchen.

Wer hat denn in der Vergangenheit das Bürgermeisteramt inne gehabt und dadurch einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der Stadt gehabt? Was haben diese Bürgermeister geleistet und wie haben sie zum Wohle der Bürger gedient?

An die Bürgermeister der letzten Jahrzehnte werden sich noch viele erinnern, darum möchte ich hier an Amtsträger aus länger zurückliegenden Zeiten erinnern und versuchen, die besonderen Herausforderungen ihrer Zeit zu beleuchten.

Viel Lesespaß wünscht Ihnen

Mechtild Wolff

Vorsitzende des Heimatvereins Warendorf e.V.

Kaufmann Johann Kaspar Schnösenberg (1786-1826)
Bürgermeister von 1813-1826
von Mechtild Wolff

Bis 1836 galt die französisch-bergische Munizipal-Verfassung mit einem Bürgermeister und zwei Beigeordneten an der Spitze der Stadtverwaltung. Das Bürgermeisteramt war ehrenamtlich, der Bürgermeister erhielt kein Gehalt, aber eine Aufwandsentschädigung von 800 Talern für Bürokosten. Die damaligen Bürgermeister waren in den meisten Fällen Kaufleute, die aber vorher schon Erfahrungen im Magistrat gesammelt hatten. Erst 1868 kam mit Bürgermeister Diederich ein ausgebildeter Verwaltungsfachmann in das Amt.

Johann Kasper Schnösenberg (1786-1826) war der Sohn eines Warendorfer Bäckers, Brauers und Gastwirts, auch Wirtschafter genannt. Seine Familie führte das wohlrenommierte Hotel Schnösenberg mit Gaststätte und großem Festsaal an der Münsterstraße. Johann Kasper hatte das „Laurentianische Gymnasium“ der Franziskaner in Warendorf besucht, war mehrfach ausgezeichnet worden.  Dort hatte er das nötige Rüstzeug für das Bürgermeisteramt bekommen, das er 1813 im Alter von 27 Jahren übernahm. Leider befand sich sein Gymnasium im Niedergang und Schnösenberg sah eine seiner ersten Aufgaben darin, „die Wiederherstellung des Laurentianischen Gymnasii“ zu betreiben, von dem „der Flor der Stadt und die Bildung der Jugend“ abhing, so hatte er der Münsterischen Behörde geschrieben. Der Oberpräsidenten von Vincke förderte die Bestrebungen Schnösenbergs, so dass er am 1. Mai 1820 die Wiedererrichtung des Laurentianum als „Höhere Bürgerschule“ im neuhumanistischen Geist bekannt geben konnte.

   

 

Bürgermeister Schnösenberg war auch sehr auf ein schönes Stadtbild bedacht. Darum nutzte er 1823 seine guten Beziehungen zum Preußischen König Friedrich Wilhelm III. und bat ihn, der Stadt Warendorf die alte Toranlage der Zisterzienserabtei Marienfeld zu schenken. Diese Toranlage hatte bis 1803 an der Zisterzienserabtei gestanden und war im Zuge der Bilderstürmerei der Säkularisierung in Ungnade gefallen. Die prächtigen Sandsteinsäulen gehörten nun dem Staat und wurden abgerissen, aber Gott Dank nicht zerstört, sondern eingelagert. Davon bekam Bürgermeister Schnösenberg Kenntnis und dank seiner guten Beziehungen zum Preußischen König konnte er das Tor nach Warendorf holen. Seit fast 200 Jahren zieren die Torpfeiler den westlichen Stadteingang. Nur das Münstertor vermittelt den Bürgern und unseren Besuchern, dass hier eine historische Altstadt beginnt - ein bis heute schön gestalteter Stadteingang.

Schnösenberg wurde ein sehr tüchtiger Bürgermeister und bekam in Anerkennung seiner Verdienste 1824 eine Zulage von 100 Talern zugesprochen, die aus dem städtischen Kommunalfonds gezahlt wurde. Damit wurde der Warendorfer Bürgermeister der höchstbesoldete Kommunalbeamte im Regierungsbezirk Münster. 1826 starb Bürgermeister Johann Kaspar Schösenberg mit nur 40 Jahren. Die Stadt Warendorf verlor allzu früh einen allseits beliebten und geschätzten Bürgermeister.

Mechtild Wolff   2019

Bürgermeister Hugo Ewringmann
geb. 13.12.1866 in Wambeln bei Dortmund, gest. 27.1.1951 in Münster
Amtmann in Eslohe/Sauerland
1904-1924 Bürgermeister in Warendorf
1931 nach Münster verzogen

1904 wurde Hugo Ewringmann zum Stadtoberhaupt der Kreisstadt Warendorf gewählt, die damals ca. 7000 Einwohner zählte. Mit seiner Ehefrau Selma und seinen 8 Kindern wohnte er im Bürgermeisterhaus am Wilhelmsplatz Nr. 8.

Die Amtseinführung, der ein Festgottesdienst in der Laurentiuskirche voraus-ging, wurde im Rathaus am Marktplatz feierlich begangen. Bürgermeister Ewringmann fand in seinem Amt vier Verwaltungsbeamte vor, außerdem zwei Polizeibeamte und zwei Nachtwächter. So ist es zu verstehen, dass eine Vielzahl von Aufgaben vom Bürgermeister selbst erledigt werden musste.

1924, am Ende seiner Amtszeit, beschäftigte die Stadt 19 Beamte und Angestellte und 2 Polizeibeamte.

Die ersten zehn Amtsjahre des neuen Bürgermeisters waren geprägt von Veränderung und Modernisierung. Die Errungenschaften der modernen Zeit erreichten nun auch das kleine Landstädtchen Warendorf.

Bald nach Amtsbeginn richtete Bürgermeister Ewringmann ein Steuerbüro ein. 1906 installierte er ein Bauamt mit Stadtbaumeister Beckmann an der Spitze.

Rathaus, "Vaters  Amtssitz"
 

   1907 beschloss die Stadtverordnetenversammlung die Anlage von Wasserleitungen. Vor dem Osttor, in der Nähe von Haus Werl, wurde ein Wasserwerk gebaut mit einem repräsentativen Wasserturm, der noch heute ein Wahrzeichen unserer Stadt ist. Die Zeit der Hausbrunnen und Handpumpen war nun endgültig vorbei. Die zentrale Wasserversorgung erhöhte den Lebensstandard der Bevölkerung entscheidend, zumal ab 1908 die offenen Abwassergräben nach und nach durch ein unterirdisches Kanalisationssystem ersetzt wurden. Es dauerte aber bis in die 1930er Jahre, ehe die ganze Stadt ans Kanalnetz angeschlossen wurde.

Im gleichen Jahr kaufte die Stadt für 90 000 Mark die „Warendorfer Gasgesellschaft“. Nun konnten alle Haushalte einen Gasanschluss bekommen und die Straßen der Stadt wurden durch Gaslaternen beleuchtet.

   
Wasserturm an der B64  Warendorfer Gasanstalt 

  

Auch die Versorgung der Stadt mit elektrischem Strom fiel in die Amtszeit von Bürgermeister Ewringmann. Seit 1906 bestand schon eine private, von einem Generator betriebene Stromversorgung, die Teile der Stadt mit Strom versorgte. Ab 1917 lieferten auch die Westfälischen Elektrizitätswerke Strom. Da dieser Strom sehr teuer war, entschlossen sich die Stadtväter 1920 zum Bau eines Wasserkraftwerkes an der Ems. Ab 1924 konnten alle Häuser mit Strom versorgt werden und die Gasbeleuchtung an den Straßen wurde durch elektrisches Licht ersetzt. Das städtische E-Werk deckte etwa 80% des Strombedarfs ab.

   
Das  Warendorfer Elektrizitätswerk (links) am Mühlenkolk  

 

All diese Neuerungen brachten erhöhten Verwaltungsaufwand mit sich. Wie gut, dass sich Bürgermeister Ewringmann schon 1908 dazu entschlossen hatte, eine Schreibmaschine anzuschaffen, die ein Friseur gegen ein Entgelt von 80 Mark im Monat bediente.

Die im Rathaus untergebrachte Stadtsparkasse gehörte auch zum Verantwortungsbereich des Bürgermeisters. Der Rendant war üblicherweise ein Mitglied des Stadtverordnetenkollegiums.

Auch die Aufsicht über die Volksschulen oblag dem Bürgermeister. Er sorgte für die Ausstattung der Schulen und fühlte sich sogar für die pädagogische Arbeit verantwortlich. Als ihm z.B. zu Ohren kam, dass ein Lehrer seine Schüler in übertriebenem Maße mit dem Rohrstock züchtigte, bestellte er den Lehrer „aufs Amt“ zu einer ernsthaften Unterredung. Die Schüler haben es ihm sehr gedankt.

Die Höhere Mädchenbildung war ihm ein wichtiges Anliegen. Für seine sechs Söhne und all die Jungen der Stadt und des Umlandes bot das Gymnasium Laurentianum eine gute gymnasiale Schulbildung. Auch die Mädchen sollten die Möglichkeit zu einer Höheren Schulbildung bekommen.

1906 gehörte Bürgermeister Ewringmann zu den Gründungsmitgliedern des Schulvereins und war Mitglied des ersten Vorstandes dieses „Vereins zur Hebung der Mädchenbildung“. Nach Kräften unterstützte die Stadt die neue Marienschule und stellte ihr 1908 das Gebäude an der Lilienstrasse zur Verfügung. 1923 war der Verein nicht mehr in der Lage, die Schule zu finanzieren. Die Stadt übernahm die Schule mit allen finanziellen Lasten.

Im gleichen Jahr fasste die Stadtverordnetenversammlung den Beschluss zur Einrichtung einer Aufbauschule, die dem Gymnasium Laurentianum angegliedert wurde. Diese Bildungseinrichtung wurde besonders vom Mittelstand und von der Landbevölkerung begrüßt. Mehr als ein Viertel aller Gelder des städtischen Haushaltes flossen in die Unterhaltung der Schulen.

   
Hugo und Selma Ewringmann  Die 8 Kinder der Familie Ewringmann 

   

Arbeiterhäuschen in Levens Gässchen
  

Die Armenfürsorge lag Bürgermeister Ewringmann besonders am Herzen. 1907 gründete er mit Pfarrer Strumann zusammen den gemeinnützigen Bauverein, der seine Aufgabe darin sah, materiell schwächer gestellten Familien, meistens Familien mit vielen Kindern, zu einem eigenen Haus zu verhelfen. Damit wurde die Not der vielen Wohnungssuchenden etwas abgemildert. Vor 1914 konnten mit dieser Hilfe jährlich ca. 20 Arbeiter-häuser errichtet werden. Mit dem ersten Weltkrieg trat leider eine Stagnation ein. Die oft feuchten Mietwohnungen und die schlechte Versorgungslage der Kriegs- und Nachkriegsjahre waren eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit der Bevölkerung. Tuberkulose und Unterernährung waren weit verbreitet.

1923 vernichtete die Inflation alle Sparguthaben. Der Wohnungsbau kam vollkommen zum Erliegen. Auch die Wohnungs-kommission unter Vorsitz des Bürgermeisters konnte nur den Mangel verwalten. In diesen schweren Jahren machte Bürgermeister Ewringmann große Anstrengungen, den Armen, den Kriegerwitwen und Waisen und den Obdachlosen zu helfen. Die Stadt unterhielt Notwohnungen, wie z.B. den „Langen Jammer“ am Wilhelmsplatz.

Ein Lichtblick war es, wenn der wohlhabende Amsterdamer Goldschmied  Heinrich Miele seine Heimatstadt Warendorf besuchte, denn er überreichte dann dem Bürgermeister in alter Verbundenheit eine ansehnliche Geldsumme. Es war die Aufgabe der Frau des Bürgermeisters, das Geld gerecht in Umschläge zu verteilen und es diskret nach Einbruch der Dunkelheit den Ärmsten der Armen zu bringen.

Auch an moralischer Unterstützung ließ Bürgermeister Ewringmann es nicht fehlen. Viele arme Leute hielten sich damals eine Ziege, die „Kuh des kleinen Mannes“. Ewringmann gehörte dem Vorstand des „Ziegenzucht-Vereins“ an. Er sorgte dafür, dass zur jährlichen Hauptversammlung der Ziegenbaron „Dr. Meck Meck“, Professor Landois aus Münster höchstpersönlich nach Warendorf kam. Die Hippenbesitzer konnten dem leutseligen und großzügigen Professor Landois, der ein Herz für in Not geratene arme Leute hatte, ihre Sorgen und Wünsche anvertrauen. Er half, wo er konnte und wurde verehrt und geliebt.

 
Textfeld: das Bürgermeisterhaus am Wilhelmsplatz 
Alle vier Jahre kam der Bischof von Münster zur Firmung nach Warendorf. Bei dieser Gelegen-heit stattete er auch dem Stadtoberhaupt in seinem Haus am Wilhelmsplatz einen Besuch ab. Die acht Bürgermeisterkinder standen dann in Reih und Glied und begrüßten Bischof Johannes Poggenburg, die Mädchen machten einen tiefen Knicks und die Jungen durften sogar seinen Ring küssen und alle bekamen den bischöflichen Segen. Dann wurde der hohe Gast zusammen mit den Honoratioren der Stadt im Salon festlich bewirtet.

Einmal im Jahr wurde auch die hohe Geistlichkeit eingeladen. Die Pastöre von der Alten und der Neuen Pfarre und der Guardian des Franziskanerklosters in Begleitung von zwei Patres kamen zu einem Tässchen Kaffee und einer besonders gute Flasche Wein. Dazu bot der Bürgermeister die Brasil Zigarren mit der Bauchbinde aus der Sonntags-Zigarrenkiste an. Der Besuch sollte das gute Verhältnis von Staat und Kirche pflegen.

Auch zur bürgerlichen Oberschicht der Stadt hielt der Bürgermeister engen Kontakt. Nach Dienstschluss ging er gern zum Gläschen Bier in das klassizistische Gebäude der Gesellschaft Harmonie und spielte eine Partie Billard mit dem Fabrikanten Brinkhaus, dem Gymnasialdirektor Egen und dem Postdirektor. Natürlich nahm er mit der Frau Bürgermeister am Drei-Königs-Ball teil, dem gesellschaftlichen Ereignis des Jahres im Club Harmonie.

Das Hochfest des Jahres war schon damals das Fest Mariä-Himmelfahrt. Es war selbstverständlich, dass Bürgermeister Ewringmann mit Landrat Gerbaulet und allen 29 Stadtvätern bei der Prozession hinter dem Allerheiligsten gingen, alle im Gehrock mit Zylinder und weißen Handschuhen.

 
Schützenfest in Warendorf 

 Nach der kirchlichen Feier wurde auf dem Wilhelmsplatz die große Kirmes eröffnet. Am Vorabend hatte sich der Bürgermeister den Polizeihaupt-wachtmeister Milz kommen lassen und kontrollierte mit ihm die Sauberkeit der Schieß- und Losbuden und der Tingel-Tangel-Karussells. Da hingen nämlich oft Bilder von spärlich bekleideten Damen. Diese Bilder mussten sofort mit „Tüll“ behängt werden, was die Budenbesitzer auch taten. Aber nach einer Stunde hieß es: „Weg mit dem Tüll!“ und das Kirmesvergnügen nahm seinen Lauf.

20 Jahre lang war Hugo Ewringmann Bürgermeister der Stadt Warendorf. Die Grenzen zwischen privater und öffentlicher Tätigkeit waren fließend. Ein Bürgermeister war immer im Dienst und immer Ansprechpartner für die Bevölkerung.

Nach 12 Jahren war er wiedergewählt worden, das zeigte die Zufriedenheit der Bürger mit seiner Arbeit. 1924 gab Bürgermeister Ewringmann sein Amt aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig auf.

Quellen: 
 „Meine Jugenderinnerungen an Warendorf “ von Hanni Ewringmann

Erzählungen von Zeitzeugen aus der Familie Göcke und Haunhorst

Geschichte der Stadt Warendorf

Bilder: Bildarchiv der Altstadtfreunde und Hanni Ewringmann

Autorin:  Mechtild Wolff

 

 

Geschichte der Textilstadt Warendorf:
Firma „H. Brinkhaus“, Werk Freckenhorst
von Mechtild Wolff

Pläne für das Kesselhaus von Phillip Jakob Manz aus Stuttgart

  

1906 platzte die Weberei „H. Brinkhaus“ in Warendorf aus allen Nähten. Eine Erweiterung im Stammwerk war wegen der Hochwassergefahr nicht möglich. Darum ließ Brinkhaus 1908 in Freckenhorst an der heutigen Industriestraße 5/7 eine Fabrik nach modernsten Maßstäben erbauen. Er verpflichtete den bedeutenden In-dustriearchitekten Phillip Jakob Manz aus Stuttgart. Die eleganten Fassaden der Fabrikgebäude aus Ziegelstein erregten großes Aufsehen. Zuerst webten im Werk Freckenhorst 60 Weber auf 160 Webstühlen Baumwollstoffe aller Art. 1911 spezialisierte sich Brinkhaus ausschließlich auf die Herstellung von Inlett, auch in Freckenhorst. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam ein Drittel der Gesamt-Inlett-Fabrikation der jungen Bundesrepublik aus dem Raum Warendorf/Freckenhorst, dem größten Inlett-Zentrum Deutsch-lands. Als die Konkurrenz aus Fernost immer bedrohlicher wurde, verlagerte Brinkhaus 2004 seine Produktion nach Polen. Auch das Werk Freckenhorst wurde geschlossen und die fast 100 Jahre alten historischen Firmengebäude wurden bedauerlicherweise abgerissen.

 

1907 Pläne von Philipp Jakob Manz fürdie Nordseite der Firma Brinkhaus

 

Das Freckenhorster Weberlied Scherenschnitt von Ursula Rudolph 1979

 

Die Veloursweberei „Theodor Kreimer“
von Mechtild Wolff

Hubert Wolff Theodor Kreimer

1913 stieg Theodor Kreimer aus der Firma seines Vaters „Josef Kreimer“ aus und gründete am Groneweg die mechanische Plüschweberei „Theodor Kreimer“. Es war ein schwieriger Start für die junge Firma, insbesondere durch den 1. Weltkrieg und die Geldentwertung. Kreimer konnte sich aber über Wasser halten und nahm 1922 sogar die erste Erweiterung vor. Theodor Kreimer wurde ein sehr erfolgreicher Geschäftsmann. Er verfolgte seine Ziele mutig. Der Einsatz lohnte sich, das Geschäft florierte - bis 1929 die Weltwirtschaftskrise alles ins Wanken brachte. Auch diese Klippe wurde gemeistert. Die Firma Kreimer war ein Familien-betrieb, die Ehefrau Elisabeth hatte Prokura, so wie die einzige Tochter Änny. Aber für die Geschäfts-führung kam ein Mädchen nicht in Frage, sehr wohl aber ihr Ehemann Hubert Wolff, der 1936 als 50. Mitarbeiter in die Firma Kreimer eintrat. Mit dem National-sozialismus und dem 2. Weltkrieges kamen wieder schwierige Zeiten. Es durften nur noch kriegswichtige Textilien hergestellt werden: Wolldecken, Teppiche, Kleiderstoffe, Futterstoffe, aber auch grobes Sackleinen und Papiergewebe. Nach Kriegsende ging es wieder aufwärts, der Bedarf an Textilien aller Art war enorm. Die Firma wuchs und wuchs und zählte 1951 schon 150 Mitarbeiter. Neue Fabrikationshallen wurden gebaut, das Wirtschaftswunder begann.

  

  

1952 ging die Ära Theodor Kreimer zu Ende - er starb am 3. November im Alter von 70 Jahren. Nun hatte Hubert Wolff die alleinige Verantwortung und führte die Firma erfolgreich in die neue Zeit. Der Dralon-Velours, die automatischen Webstühle, die eigene Färberei und ein ausgeklügeltes Vertretersystem ließen die Firma Kreimer stetig wachsen. Nicht nur auf dem Sofa und im Sessel saß man auf Kreimer Velours, auch die Bundesbahn und die Autoindustrie statteten ihre Züge und Autos mit dem neuen Dralon-Velours von Kreimer aus. Auch wenn die Firma Kreimer bis zu 750 Mitarbeiter beschäftigte, so blieb sie doch ein Familienunternehmen, in dem sich Einer für den Anderen verantwortlich fühlte und wo man auch fröhliche Feste miteinander feierte. Nach diesen rasanten Aufbau-jahren, in denen die Firma Kreimer zu einer der bedeutendsten Velourswebereien Europas wurde, die ihren hochqualitativen Velours in die ganze Welt exportierte, zeichneten sich dunkle Wolken am Textilhimmel ab. Das allgemeine Textilsterben in Deutschland überlebte auch Kreimer nicht und musste 1993 seine Werkstore schließen.

 

  

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