Das Portrait:
Siegfried Schmieder - engagierter Heimatfreund mit großem Fachwissen
* 9.2.1939  in Marienberg/ Erzgebirge  + 2.11.2010 in Warendorf
von Mechtild Wolff

Siegfried Schmieder war in unserer Zeit einer der besten Kenner der geschichtlichen Zusammenhänge im Kreis Warendorf. Er war kein Westfale, sondern kam aus dem Erzgebirge, wo er 1939 in der Bergbaustadt Marienberg geboren wurde. Seine Eltern flohen 1945 an den Niederrhein, so wurde er Rheinländer. Auf dem renommierten Gymnasium Gaesdonck bei Goch legte Siegfried Schmieder 1961 sein Abitur ab und studierte in Freiburg und Münster Geschichte und Germanistik.

Als der ehemalige Kreis Beckum 1967 für den Aufbau seines Archivs einen Archivar suchte, fand er in Siegfried Schmieder den richtigen Mann, der mit Akribie und unermüdlicher Arbeit aus kleinen Anfängen in der alten Abtei Liesborn ein regionales Zentralarchiv aufbaute. Bei der Kommunalreform 1975 wurden die alten Akten des Kreises Warendorf und des Kreises Beckum zusammengeführt und in dem großen Zentralarchiv im neu erbauten Kreishaus in Warendorf fachgerecht gelagert. Fast alle Kommunen im Kreis übergaben nun ihre alten Akten dem Kreisarchiv, so auch die Stadt Warendorf. Es ist Siegfried Schmieder zu verdanken, dass das Archiv sich allen Bürgern öffnete.

 

Schon 1967 hatte Siegfried Schmieder die Reihe „Quellen und Forschungen zur Geschichte des Kreises Warendorf“ begründet, in der bisher 59 Bände erschienen sind. Damals erarbeiteten viele Gemeinden im Kreis Warendorf ihre Stadt- und Dorfgeschichte, die sie mit Hilfe des Kreisarchivs in dieser Reihe veröffentlichen konnten.

Ja, es war ein Glücksfall, dass Siegfried Schmieder als Archivar nach Warendorf kam. Bald erkannte er, welches Potential in den Akten der Stadt Warendorf schlummerte. Insbesondere die gut erhaltenen Ratsprotokolle und Kämmereirechnungen faszinierten ihn.

1993 begründete Schmieder die Reihe „Warendorfer Geschichtsquellen“, in der die Ratsprotokolle und Kämmerei-rechnungen der Stadt Warendorf aus den Jahren 1573-1803 veröffentlicht werden sollten. Nach seiner Pensionierung 1997 intensivierte er die Bearbeitung der Ratsprotokolle und Kämmereirechnungen, denn es war ihm ein Herzensanliegen, diesen spannenden und aufschlussreichen Teil des Warendorfer Alltagsgeschehens der Bevölkerung zugängig zu machen.

Das hört sich so einfach an, war es aber mitnichten, denn die Berichte aus den Ratssitzungen waren in Niederdeutsch abgefasst, einer Sprache, die heute nur noch von Fachwissenschaftlern entziffert werden kann. Es ist Siegfried Schmieder zu verdanken, dass wir heute die vielfältigen Nachrichten über das Leben in einer Kleinstadt auf Hochdeutsch lesen können und auch nicht mit der oft unleserlichen Handschrift der Protokollanten zu kämpfen haben. Nicht nur wir Warendorfer lesen uns fest in diesen alten Protokollen, auch viele Forscher und Wissenschaftler haben diese Quelle mit den insgesamt 10 Bänden entdeckt und können sich damit ein lebendiges Bild des frühneuzeitlichen Lebens in einer Kleinstadt machen. Ja, man kann mit Fug und Recht sagen, dass in kaum einer anderen deutschen Stadt eine so tiefe Erkenntnisgrundlage vorliegt. Dafür sind wir Siegfried Schmieder zu tiefem Dank verpflichtet.

Auch der Heimatverein Warendorf konnte aus Schmieders fundierter Kenntnis der Geschichte unserer Stadt großen Nutzen ziehen. Er bereicherte die Vorstandssitzungen mit seinem vielseitigen Wissen und hatte bis zum Schluss die Schriftleitung der Heimatvereins-Zeitschrift „Kiepenkerl“ inne.

Siegfried Schmieders allzu früher Tod 2010 mit nur 71 Jahren war ein herber Verlust.

Sein Lebenswerk wird auch für künftige Generationen von großem Nutzen sein.

 

Mechtild Wolff 2018

 

 

 

 Persönlichkeiten

Heinrich Blum, von allen "Mister Blum" genannt

Franz Joseph Zumloh, der Begründer des Josephshospitals

Maria Anna Katzenberger und Heinrich Ostermann

Hermann Josef Brinkhaus,
Gründer der Firma Brinkhaus

Eduard Wiemann und die Villa Sophia

Anna Franziska Lüninghaus, Gründerin der Marienstiftung

Wilhelm Zuhorn, Geheimer Justizrat und Geschichtsforscher

Bernard Overberg, der Lehrer der Lehrer

Arthur Rosenstengel, Seminarlehrer, Musikerzieher und Komponist

Pauline Hentze, Begründerin der Höheren Töchterschule

Theresa Kampelmann, die gestrenge Direktorin der Marienschule

Franz Strumann, Pastor und Förderer der höheren Mädchenbildung

Dr. Maria Moormann, die mutige Direktorin der Marienschule

Josef Pelster, der Schulrat und Naturfreund

Wilhelm Diederich, Bürgermeister von 1869-1904

Hugo Ewringmann, Bürgermeister von 1904-1924

Theodor Lepper, Stadtrendant und Retter in den letzten Kriegstagen

Clara Schmidt, Kämpferin für die Frauenliste im Stadtparlament

Elisabeth Schwerbrock, eine hochengagierte Stadtverordnete,

Eugenie Haunhorst, die Kämpferin für ihre Heimatstadt

Paul Spiegel, Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland

Paul Schallück, der vergessene Nachkriegsschriftsteller

Heinrich Friedrichs, ein Warendorfer Künstler

Theo Sparenberg, Kinokönig und Tanz- und Anstandslehrer

Wilhelm Veltman, Retter der historischen Altstadt

Rainer. A. Krewerth, ein schreibender Heimatfreund

Josef Heinermann, Bäcker und Bürgermeister

Opa Niehues

Gymnasialdirektor
Prof. Dr. Alfons Egen

Siegfried Schmieder - engagierter Heimatfreund mit großem Fachwissen

Dr. Franz Rohleder -
ein begnadeter Lehrer und Heimatfreund

Dr. Franz Kroos

 
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