Das Portrait:
Dr. Franz Kroos   (31.8.1908  (Münster) - 18.7.1985 (Warendorf)
von Mechtild Wolff

Franz Kroos wurde 1908 in Münster geboren, besuchte dort das Gymnasium Paulinum und studierte nach dem Abitur Zeitungs-wissenschaften, eine damals ganz neue Wissenschaftssparte.

Trotz der Weltwirtschaftskrise gelang es ihm, für ein Jahr in die USA zu gehen, um dort modernes Pressewesen zu studieren. Hier lernte er einen umfassenderen Blick auf die in Unordnung geratene Welt. Mit seiner Promotion schloss er 1933 sein Studium ab - eine schwierige Zeit für einen tief in der christlichen Ethik verhafteten jungen Zeitungswissenschaftler.

Franz Kroos suchte eine Nische und entschied sich für den Dienst in der Kirche. Er folgte dem Ruf des Bischofs von Fulda und übernahm die Schriftleitung des „Bonifatiusboten“ - in der NS Diktatur „eine Gradwanderung zwischen Leben und Tod“, wie er selber sagte. Widerwillig folgte er dem Ruf zu den Waffen - Krieg und russische Gefangenschaft wurden eine bittere Zeit für ihn.

Aber er überlebte und begann nach dem Kriege als Verlagsleiter bei Regensberg in Münster, einem Verlag, der unter der Naziherrschaft nicht systemkonform gewesen war. Mit 41 Jahren machte ihn Bischof Michael Keller zum Chefredakteur der neugegründeten Kirchenzeitung „Kirche und Leben“, die zu einer der besten und auflagenstärksten Kirchenzeitungen Deutschlands wurde. Einen Namen machte sich Franz Kroos durch seine Beiträge in führenden Presseorganen, insbesondere durch seine Biographien bedeutender Zeitzeugen.

Auch im Ruhestand ab 1973 legte er die Hände nicht in den Schoß. Er übernahm vielfältige ehrenamtliche Tätigkeiten in Kirche und Gesellschaft. Besonders erwähnt werden sollten die Herausgabe des Jahrbuchs der Krippenfreunde „Die Weihnachtskrippe“ und die jährlichen Krippenausstellungen im Heimathaus in Telgte, die der Grundstein für das heutige Krippenmuseum „ Religio“ waren.

Durch die Ehe mit Elisabeth Schwerbock, der Tochter der engagierten und mutigen Ratsherrin Elisabeth Schwerbrock vom Krickmarkt, hatte Dr. Franz Kroos Warendorf zu seiner Wahlheimat gemacht. Eigentlich kehrte er in die Heimat seiner Vorfahren zurück, einer alten Greffener Bauernfamilie.

In Warendorf wurde sein schönes Haus an der Quabbe zu einem Kulturzentrum der besonderen Art. Seit 1977 war Franz Kroos stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins und kämpfte erfolgreich mit vielen anderen Heimatvereinsmitgliedern um eine altstadtgerechte Sanierung unserer historischen Innenstadt, die eben keine autogerechte Stadt werden sollte.

Eine liebenswerte Altstadt war sein Ziel, darum initiierte er den Fassaden- und Blumenwettbewerb. Der Erfolg war überwältigend, die historischen Häuser der Innenstadt bekamen mit Unterstützung des Malermeisters Jos Brandkamp einen dezent farbigen Anstrich und die „Stadt in Wiesen, Stadt in Gärten“ wurde zu einer blühenden Stadt, die immer mehr Touristen anzog. Es wäre vielleicht eine gute Idee, diesen Wettbewerb wieder aufleben zu lassen.

Besondere Verdienste hat Dr. Kroos sich um die „Warendorfer Schriften“ erworben. Es war ein Glücksfall, dass er 1978 die Schriftleitung dieser Publikation des Heimatvereins übernahm, für die er durch seine berufliche Tätigkeit prädestiniert war. In vielen eigenen Beiträgen stellte er die oft überregionalen Bezüge Warendorfs heraus. Viele weitere Forschungen und Publikationen müssten hier erwähnt werden, würden aber den Rahmen sprengen.

Dr. Paul Leidinger hat aus Anlass des Todes von Dr. Franz Kroos am 18. Juli 1985 eine ausführliche Würdigung seines Lebenswerkes in den „Warendorfer Schriften“ Nr. 16-18 veröffentlicht. Dr. Franz Kroos hat durch sein kluges Wirken wesentlich zur positiven Weiterwicklung der historischen Stadt Warendorf beigetragen.

 

Infos: Dr. Paul Leidinger: Dr. Franz Kroos zum Gedächtnis  in WS 16-18 1986-88

Mechtild Wolff 2018

 

 Persönlichkeiten

Heinrich Blum, von allen "Mister Blum" genannt

Franz Joseph Zumloh, der Begründer des Josephshospitals

Maria Anna Katzenberger und Heinrich Ostermann

Hermann Josef Brinkhaus,
Gründer der Firma Brinkhaus

Eduard Wiemann und die Villa Sophia

Anna Franziska Lüninghaus, Gründerin der Marienstiftung

Wilhelm Zuhorn, Geheimer Justizrat und Geschichtsforscher

Bernard Overberg, der Lehrer der Lehrer

Arthur Rosenstengel, Seminarlehrer, Musikerzieher und Komponist

Pauline Hentze, Begründerin der Höheren Töchterschule

Theresa Kampelmann, die gestrenge Direktorin der Marienschule

Franz Strumann, Pastor und Förderer der höheren Mädchenbildung

Dr. Maria Moormann, die mutige Direktorin der Marienschule

Josef Pelster, der Schulrat und Naturfreund

Wilhelm Diederich, Bürgermeister von 1869-1904

Hugo Ewringmann, Bürgermeister von 1904-1924

Theodor Lepper, Stadtrendant und Retter in den letzten Kriegstagen

Clara Schmidt, Kämpferin für die Frauenliste im Stadtparlament

Elisabeth Schwerbrock, eine hochengagierte Stadtverordnete,

Eugenie Haunhorst, die Kämpferin für ihre Heimatstadt

Paul Spiegel, Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland

Paul Schallück, der vergessene Nachkriegsschriftsteller

Heinrich Friedrichs, ein Warendorfer Künstler

Theo Sparenberg, Kinokönig und Tanz- und Anstandslehrer

Wilhelm Veltman, Retter der historischen Altstadt

Rainer. A. Krewerth, ein schreibender Heimatfreund

Josef Heinermann, Bäcker und Bürgermeister

Opa Niehues

Gymnasialdirektor
Prof. Dr. Alfons Egen

Siegfried Schmieder - engagierter Heimatfreund mit großem Fachwissen

Dr. Franz Rohleder -
ein begnadeter Lehrer und Heimatfreund

Dr. Franz Kroos

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