Der erste Warendorfer Friedhof außerhalb der Stadtmauern wurde
1810 in der Nähe des Osttors angelegt. Vorher wurden die Toten auf dem
„Kirchhof“ begraben, also um die Kirche herum. Als der Friedhof am
Osttor zu klein wurde, richtete die Stadt ein größeres Friedhofsgelände
an der Breiten Straße ein. Auf dem ehemaligen Friedhof am Osttor
entstand der „Zumloh-Park“.

Als Sohn eines Textilkaufmanns wuchs an der Oststraße Nr. 4
auf. Auch er wurde ein erfolgreicher Textilverleger und mehrte das
von den Eltern begründete Vermögen. Ja, er wurde wohlhabend. Zumloh
blieb aber ein anspruchsloser, bescheidener Mensch, der tief verwurzelt
war im christlichen Glauben. Mit seinem Vermögen half er den Armen und
Notleidenden, wo er konnte.
Und die Not war groß in jenen Tagen. In vielen
Tagelöhner-Familien reichte das Geld nicht für das tägliche Brot.
Erdrückend wurde die Not, wenn der Ernährer erkrankte. Der Tagelohn
blieb aus, es fehlte an gesunder Nahrung und die Pflege der Kranken war
unzureichend. An Geld für den Arzt und für die Arznei war gar nicht zu
denken. Krankheit bedeutete damals für die meisten Familien grenzenlose
Verelendung.
Franz Joseph Zumloh half, wo er Not und Elend fand. Seine
Freigebigkeit und seine Sorge für die leidenden Mitmenschen waren bald
allen Bürgern in der Stadt bekannt.

das erste Josephs-Hospital in Warendorf
Um die Not der Schwerkranken zu lindern begründete Franz Joseph
Zumloh an der Lüningerstraße ein Hospital, das allen Kranken und
Gebrechlichen zur Aufnahme offen stehen sollte. Eine Stiftung von 53 000
Thalern „zur Minderung des kränklichen Zustandes“ sollte das Krankenhaus
finanziell absichern.
Bei der feierlichen Einweihung des Hospitals am 16. November
1843 übertrug Zumloh die Verwaltung des Hauses einem Kuratorium. Sein
Vetter Franz Zumloh hatte das Kuratorium aus ehrbaren Warendorfer
Bürgern zusammengestellt und war der erste Kurator. Die Schlüssel des
Krankenhauses überreichte Franz Josef Zumloh zwei Clemensschwestern und
übertrug ihnen damit die Sorge für die Kranken. Seinem Stifter zu Ehren
wurde das Krankenhaus „Josephs-Hospital“ genannt.
Um ihrem Wohltäter zu danken zogen die Warendorfer Bürger am
Abend dieses denkwürdigen Tages in einem prächtigen Fackelzug zu seiner
Wohnung an der Oststraße.

Als Zeichen ihrer besonderen Verehrung überreichten sie ihm
eine zwölfzackige, aus Silber getriebene Krone. Tief bewegt nahm Franz
Joseph Zumloh die Bürgerkrone entgegen.
Im Stirnteil der Krone las
er die Inschrift:
„Was Ihr einem dieser meiner
geringsten Brüder gethan habt,
das habt Ihr mir gethan“.
Unter dem Stadtwappen fand
er die Widmung:
„Dem edlen Bürger. Die
dankbare Bürgerschaft“.
Eine solche Ehrung war noch nie einem Warendorfer Bürger zuteil
geworden.
Auch
der Preußische König würdigte Franz Joseph Zumlohs Verdienste durch die
Verleihung des Roten Adlerordens. Als König Friedrich Wilhelm IV. von
Preußen 1847 auf der Durchreise in Warendorf Station machte, wurde ihm
zu Ehren ein Empfang im Festsaal der „Gesellschaft Harmonie“ gegeben,
bei dem der Stifter des Josephs-Hospitals dem König vorgestellt wurde.
1854 starb Franz Joseph Zumloh hochbetagt. Er wurde unter
Anteilnahme der gesamten Bevölkerung auf dem Ehrenplatz in der Mitte des
Friedhofs am Osttor beigesetzt, dort, wo noch heute der Obelisk an ihn
erinnert.
In der Eingangshalle des heutigen Josephs-Hospitals erinnert
sein Bild und die dort ausgestellte Bürgerkrone an den Stifter des
Krankenhauses und den großen Wohltäter unserer Stadt.
Die Stadt ehrte ihn mit einer Straßenbenennung, mit der
„Zumlohstraße“.
Bilder : Mechtild Wolff
Bild altes Krankenhaus : Geschichte der Stadt Warendorf
Heinrich Blum, von allen "Mister Blum" genannt
Franz Joseph
Zumloh, der Begründer des Josephshospitals
Maria Anna
Katzenberger und Heinrich Ostermann
Hermann Josef
Brinkhaus,
Gründer der Firma Brinkhaus
Eduard
Wiemann und die Villa Sophia
Anna
Franziska Lüninghaus, Gründerin der Marienstiftung
Wilhelm
Zuhorn, Geheimer Justizrat und Geschichtsforscher
Bernard
Overberg, der Lehrer der Lehrer
Arthur
Rosenstengel, Seminarlehrer, Musikerzieher und Komponist
Pauline
Hentze, Begründerin der Höheren Töchterschule
Franz
Strumann, Pastor und Förderer der höheren Mädchenbildung
Dr. Maria
Moormann, die mutige Direktorin der Marienschule
Josef Pelster,
der Schulrat und Naturfreund
Wilhelm
Diederich, Bürgermeister von 1869-1904
Hugo
Ewringmann, Bürgermeister von 1904-1924
Theodor
Lepper, Stadtrendant und Retter in den letzten Kriegstagen
Clara Schmidt,
Kämpferin für die Frauenliste im Stadtparlament
Elisabeth
Schwerbrock, eine hochengagierte Stadtverordnete,
Eugenie
Haunhorst, die Kämpferin für ihre Heimatstadt
Paul Spiegel,
Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland
Paul
Schallück, der vergessene Nachkriegsschriftsteller
Heinrich
Friedrichs, ein Warendorfer Künstler
Theo
Sparenberg, Kinokönig und Tanz- und Anstandslehrer
Wilhelm
Veltman, Retter der historischen Altstadt
Rainer. A. Krewerth, ein schreibender Heimatfreund
Prof. Dr. Alfons
Egen
ein begnadeter Lehrer und Heimatfreund
Änneken Kuntze und ihre Schwester Lilli
Elisabeth Schwerbrock, Stadtverordnete in Warendorf
Anni Cohen und ihre Familie - von Warendorf nach Südafrika und Palästina
Eduard Elsberg erbaute das erste große Kaufhaus in Warendorf