Bericht über die Bürgerinformation zur künftigen Nutzung der Emsinsel am Samstag, den 12. 5. 2019
von Wolfgang Reisner


Wünsche der Warendorfer Bürger

            

Die Entscheidung über die künftige Nutzung der Emsinsel, der Industriebrache Brinkhaus, steht an. Nach der Verlagerung der Produktion nach Kostrzyn in Polen im Jahre  2004  und dem späteren Konkurs der Firma Brinkhaus ist die  4,2  ha große Fläche, nachdem sie lange in der Hand des Konkursverwalters war, jetzt vom Steinfurter Bauunternehmer Arning erworben worden. Verschiedene Vorschläge zur künftigen Nutzung dieses „Filetstückes“ der Stadt Warendorf wurden in den vergangenen Jahren geäußert. Eine von der Stadt ausgerichtete Planerwerkstatt mit drei Architekturbüros brachte unterschiedliche Pläne für eine mehr oder weniger dichte Wohnbebauung. Ein von der Stadt vorgeschlagener Gutachter, der von der Bövingloh-Immobilien GmbH, die damals ein Vorkaufsrecht für die Fläche besaß,  bezahlt wurde, kam 2014 zu dem Ergebnis, dass 5.400 Quadratmeter Gewerbefläche (Supermarkt, Boutiquen, Café mit Emsterrassen) verträglich für den Einzelhandel in der Altstadt seien.  Die CDU-Ratsfraktion  befürwortete  damals zumindest 3.000 Quadratmeter Gewerbefläche und zusätzliche Wohnbebauung.

 

 


Eines der vielen Schaubilder, die zur Bürgerinformation gezeigt wurden, hier mit Darstellung der teilweisen             Verlegung der Ems durch den Emsseepark, den Emssee und über die Linnenwiese.

Im Jahre  2011 bewarb sich auf Anstoß aus der Bürgerschaft, unter anderem auf Antrag des Heimatvereins, die Stadt Warendorf  um die Ausrichtung der Landesgartenschau 2017. Dabei sollte eine renaturierte Industriebrache Brinkhaus das Kernstück bilden. Die Bewerbung scheiterte vor allem daran, dass die Stadt die Fläche nicht erwarb.

In einem Arbeitskreis Neue Emsinsel erarbeiteten u.a.  Heimatverein  Warendorf,  Kneippverein Warendorf, Altstadtfreunde Warendorf, NABU (Naturschutzbund Deutschland) – Kreisverband Warendorf, BUND – Kreisgruppe Warendorf und die Textilgruppe der ehemaligen Brinkhäuser Vorschläge für eine künftige Nutzung der Emsinsel, die auf einen Erhalt der historischen Bausubstanz und wegen des alten Baumbestandes im Osten der Betriebsfläche auf eine Erweiterung des Emsparks hinausliefen.

Vor der Bürgerinformation am Samstag, 11.5., hatten im Rahmen des von der Stadt betriebenen Werkstatt- und Moderationsverfahren alle betroffenen Institutionen von der Wohnungsbaugenossenschaft Warendorf, dem NABU Kreisverband Warendorf, dem Heimatverein Warendorf, dem Caritasverband, dem Kneippverein Warendorf, den Altstadtfreunden Warendorf bis zur Jury für den Altstadtfonds (für die Interessen von Eltern und Migranten in der Altstadt), dem Arbeitskreis Neue Emsinsel, der BUND Kreisgruppe Warendorf, Wiwa (Wirtschaft für Warendorf) und einem Verein für Freizeitservice und Jugendarbeit (VFJ) Gelegenheit, ihre Auffassungen darzulegen.

In der anschließend auf 90 Minuten angesetzten Bürgerinformation präsentierten die von der Stadt beauftragten zwei Planungsbüros  zunächst die Ergebnisse der „Öffentlichkeitsbeteiligung“, bei der 1.472 Bürger vorgedruckte Postkarten ausgefüllt und noch einmal 1.296 Bürger online ihre Vorstellungen geäußert hatten. Das entspräche fast 10 v.H. der Warendorfer Bevölkerung, wenn man davon ausgeht, dass jeder Bürger nur einmal geantwortet hat. Es wurde betont, dass dies eine nicht repräsentative Bürgerbefragung gewesen sei. Nach einem Schaubild über die geäußerten Meinungen  entfielen die meisten Vorstellungen der Bürger auf die Bereiche Stadtpark und Natur, Schaffung einer Uferpromenade, Ansiedlung von Gastronomie und Sport und Erlebnis-Freizeit. Trotz dieser deutlichen Präferenz der Bürgerschaft trugen die Planer an erster Stelle die Erweiterung des zentralen Versorgungsbereichs Altstadt, dann die Schaffung eines zentrumsnahen Wohnviertels  und Nutzungsmischung mit Wohnen in unterschiedlichen Ausprägungen vor.  Erst an vierter Stelle kam ein Bürgerpark mit öffentlich zugänglichen Nutzungen in historischen Gebäuden. In der kurzen Diskussion wurde auf die Frage nach den Vorstellungen des Eigentümers/Investors nichts Konkretes vorgelegt. Es wurde nur darauf hingewiesen, dass es ein Glücksfall sei, dass die Fläche ein Mensch erworben habe, der an einer am Gemeinwohl orientierten Nutzung interessiert sei, und nicht von einem Hedgefonds. Man räumte allerdings ein, dass der Eigentümer natürlich  seinen Wert aus dem Boden ziehen wolle.  Ähnlich äußerte sich der CDU-Ratsherr Schäpermeier.

Mehrfach wurde von den Planern betont, dass jede Lösung immer noch besser sei, als der jetzige Zustand. Auf Beifall  aus dem Saal stieß die Aussage von Herrn Hoffschröer von einem der Planungsbüros, dass man bei den möglichen Szenarien für eine künftige Nutzung großflächigen Einzelhandel bereits jetzt ausschließe.  Aussagen von Teilnehmern der Diskussion, die sich gegen eine Wohnbebauung aussprachen, wurden ebenfalls mit Beifall einer großen Mehrheit der Anwesenden unterstützt. Sowohl die Frage, was von den historischen Fabrikhallen  mit ihren Sheddächern erhaltenswert sei als auch ein Szenarium, das das Thema „Grün“ beleuchte, sollen von den Planungsbüros noch kritisch untersucht werden. Die Erhaltung des vorhandenen alten Baumbestandes im Osten der Industriebrachefand Zustimmung bei den Teilnehmern.

 

 

 

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