Offener Brief an den Bürgermeister Herrn Linke
Für eine ökologische und klimagerechte Sanierung des Brinkhausgeländes am Emsseepark
Dienstag, den 23. Juli

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Linke,

der Heimatverein und sehr viele Bürger sind in großer Sorge, dass die Planung für die Emsinsel in eine für Warendorf schädliche Richtung läuft.

Bei der Planer-Werkstatt am 29.Juni 2019 bestätigte sich unsere schon lange gehegte Befürchtung, dass die Verwaltung und Teile der Politik, in erster Linie die CDU und die FDP, den Hut der Investoren auf haben und nicht die Interessen der Mehrzahl der Bürger vertreten. Honni soit, qui mal y pense.

Es war sehr schade, dass Sie, als Bürgermeister unserer Stadt, nicht an der Planer-Werkstatt teilgenommen haben. In der Bürger-versammlung hätten Sie die Empörung der Bürger hautnah erleben können.

Es wurde in der Planer-Werkstatt schnell klar: Das Ziel ist eine „neue Altstadt“, eine enge, 3-4stöckige Bebauung auf der Emsinsel, also ein maximaler Gewinn für den Investor. Das versucht der Investor mit all den allseits bekannten üblen Tricks durchzusetzen, nach dem Motto: Die dummen Warendorfer Landeier werden es erst merken, wenn es zu spät ist. So weit nicht verwunderlich, denn es geht hier um viel Geld, da ist offensichtlich jedes Mittel recht.

Verwunderlich allerdings ist, dass die Verwaltung recht wenig Interesse an den Vorstellungen der Bürger hat, sondern eine Bebauung der Emsinsel durchsetzen will in Zusammenarbeit mit der Moderationsfirma StadtRaumKonzept,  den Stadtplanern von Reicher Haase und dem Investor Arning, vertreten durch Herrn Hartwig Schultheiß, der ganz offensichtlich die Marschrichtung vorgibt.

Da fragt sich der Bürger: Warum begibt sich die Stadt Warendorf in die Hände eines auswärtigen Investors, der hier seien Gewinn machen will und dann wieder verschwindet, egal, welchen Schaden er angerichtet hat?

Warum verfolgt die Stadtverwaltung nicht das Interesse der Stadt Warendorf und die Wünsche der Bürger?

 

Wir können uns nicht vorstellen, dass die Verwaltung wirklich glaubt, dass eine extrem verdichtete Bebauung auf der Emsinsel dem Image der historischen Stadt Warendorf nützt. Natürlich fehlt Bauland in unserer Stadt, Baugrundstücke sind in dem Projekt „In de Brinke“ an der richtigen Stelle und es gibt noch viele stadtnahe Maisäcker und Wiesen, die sich für Wohnbebauung anbieten. Auf der Emsinsel ist Wohnbebauung am falschen Platz, nützt nur dem Investor und zerstört unseren Emspark.

Verwaltung und Politik aber sind dem Bürger und der positiven Weiterentwicklung unserer Stadt verpflichtet.

„Grün ist Leben“, das wissen kluge Bürgermeister, wie z.B. Konrad Adenauer, der als Oberbürgermeister von Köln in den Notjahren nach dem Krieg es untersagte, die Bäume des Kölner Promenadenrings zu fällen, obwohl Brennholz lebenswichtig gewesen wäre. Oder der Berliner Oberbürgermeister Ernst Reuter, der während der Berliner Blockade junge Bäume mit der Luftbrücke einfliegen ließ, um den Grunewald wieder aufzuforsten.

Auf der Emsinsel hat nun Warendorf die Jahrhundertchance, der Ems ihre Aue wiederzugeben - ein wichtiges Ziel im Rahmen der Klimapolitik. Auch unsere Nachbarstadt Telgte punktet mit der renaturierten Emsaue direkt neben der Altstadt.

Warum ist die naturnahe Gestaltung der Brinkhaus-Brache gerade jetzt von so großer Bedeutung?

Das meistdiskutierte Thema unserer Zeit ist der „Klimawandel“ - es kann gut sein, dass es auch in unserer Gegend wärmer wird.

Wie gehen wir damit um? Der Rat hat schon beschlossen, einen Klimabeauftragten einzustellen, der sicher viel Geld kosten wird.

Das Naheliegendeste aber wäre, das Kleinklima in der Altstadt zu verbessern. Das kann man am effektivsten mit dem Erhalt und der Neuanpflanzung von Bäumen erreichen. In der Altstadt können wir wenige zusätzliche großkronige Bäume anpflanzen, aber direkt neben der Altstadt haben wir die einmalige Chance, auf der Emsinsel eine grüne Lunge zu schaffen und damit gleichzeitig den Emspark zu erweitern, zum großen Freizeitnutzen für die Bürger. Ein Hotel mit Emscafe´ und Angebote für die Jugendlichen wären damit gut kombinierbar. Das würde Warendorf in seiner Entwicklung befördern.

Natürlich kommt jetzt die Frage: Wer soll das bezahlen?

Wir leben heute in einer Zeit, in der es sehr viele Zuschuss-Programme gibt zur Renaturierung von Industriebrachen, zur Wiederherstellung der Fluss-Auen und vieles mehr.

Aktuell müsste der Rat seine Entscheidung rückgängig machen, die „Neue Ems“ durch den Emspark zu leiten. Beim Verlauf der „Neuen Ems“ über die Industriebrache würden sowohl der Landankauf, der Abriss der Hallen, die Schadstoffbeseitigung und natürlich die Umlegung der Ems mit 80% gefördert. Ergebnis: Die Emsinsel würde mit relativ geringem Finanzaufwand schon zu einem Drittel renaturiert, der Emspark bliebe erhalten und über 100 große Bäume müssten nicht gefällt werden. Das wäre effektiver Klimaschutz!

Das Tricksen mit Steuergeldern, um dem Investor ein hochwasserfreies Baugebiet anbieten zu können, muss ein Ende haben. Wir schaden damit unserer Stadt.  

Ja, es ist eine öffentliche Aufgabe, die Industriebrache Brinkhaus zum Nutzen der Bürger zu gestalten. Davor darf sich die Stadt Warendorf nicht drücken. Diese Entscheidung ist beim Thema Bürgerhof schon falsch gefällt worden, zum Schaden der Kreisstadt, die ihren Bürgern keine Halle für ihre Feierlichkeiten anbieten kann.

 

Sie, sehr geehrter Herr Bürgermeister, haben diesen falschen Weg nicht initiiert, das war Ihr Vorgänger Herr Walter. Sie müssen den Weg aber nicht weiter gehen. Eine große Zahl von Bürgern haben u.a. in der Bürgerumfrage  deutlich genug gesagt, dass sie eine Bebauung auf der Emsinsel nicht wollen. Jetzt ist die Zeit für eine Kehrtwende gekommen, noch ist nichts zu spät.

Finden wir eine Warendorfer Position,

eine Position, die gut ist für Warendorf -

und nicht eine Investoren Position,

die unserer Stadt schadet.

 

Wir können viel für die Bürger und für das Klima in Warendorf tun -

packen wir es an!!!

 

 

 

Mechtild Wolff

Vorsitzende des Heimatvereins Warendorf e.V.

 

 

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