Kirchen in Warendorf: von gotisch bis neoromanisch

 Die Kanzel der Klosterkirche der Franziskaner - Die Recker Kanzel in Warendorf
von Klaus Pöppmann (Recke)


Heimatverein Warendorf: Die Kanzel des Franziskaner KlostersZur 800 Jahr Feier der Gemeinde Recke im Jahre 1989 kam der Recker Kulturvereinsvorsitze im Laufe seiner Recherchen über den Recker Barockaltar nach Warendorf, um dort ein Photo der alten Recker Kanzel zu machen. In der Warendorfer Kirche der Franziskaner wurde die fremde Person bei ihrem etwas ungewöhnlichen Tun von einem schon etwas älteren Pater mißtrauisch beobachtet und schließlich gefragt, warum er in der Kirche photographiere. Der Recker nannte den Grund seines Kommens und erzählte die Geschichte der Kanzel . Dabei wurde die Miene des Paters immer länger: Ihre schöne Kanzel sollte nicht schon immer hier an ihrem Platz gestanden haben? Das konnte, das durfte nicht sein! Er beruhigte sich aber schließlich wieder, als der fremde Besucher im sagte: „Wir haben die Kanzel damals nach Warendorf verschenkt, weil die Recker glaubten, dass die Warendorfer die Weisungen und Ermahnungen und manchmal auch das Donnerwetter von Predigern noch nötiger hätten als sie selbst.“ Heute, so fuhr er fort, würden Kanzeln ja kaum noch benutzt, wohl weil sich die Gläubigen  nicht mehr so leicht  „abkanzeln“ ließen, und so brauche er keine Angst zu haben, dass das Schmuckstück nun vielleicht zurückgefordert würde.

 

Heimatverein Warendorf: Die Kanzel des Franziskaner KlostersNach dieser kleinen Anekdote nun zu der Frage, wie die Kanzel nach Warendorf kam.

 

Im Jahre 1956 wurde die Franziskanerkirche restauriert. Guardian in Warendorf war zu der Zeit Pater Felix. In seinem Jahresbericht heißt es:“ Die neugotische Kanzel auf der Evangelienseite wurde entfernt. Von der Kirchengemeinde Recke bei Ibbenbüren erhielten wir eine alte Barockkanzel, die an der Wand zum Konvent hin,, auf der Epistelseite, aufgestellt wurde.“ Von dieser Kanzel hatte Pater Felix durch Bruder Rembert Hegge, der 1886 in Recke geboren war, erfahren. Er schaute sich die Kanzel an und ließ sie schon am darauf folgenden Tag abholen, damit sie ihm nur nicht entginge: Er hatte deren Wert richtig erkannt. Außerdem paßte sie hervorragend zu der sonstigen Barockausstattung seiner Kirche, der nur die entsprechen Kanzel fehlte. Und was der Gipfel war: Heimatverein Warendorf: Die Kanzel des Franziskaner KlostersDiese Kanzel war kostenlos! Etwas salopp würde man heute sagen: Dumm gelaufen für die Recker. (Zitiert nach einem Aufsatz von Dr. Meinolf Peters, Zerstreut in alle Winde ...,Heimat-Zeitung des Tecklenburger Lnades, Sonderausgabe 800 Jahre Bergbau- und Töddengemeinde Recke, Ibbenbürener Vereinsdruckerei, Ibbenbüren 1989

 

Ein Bild der Kanzel in der alten Recker Kirche findet sich unter: www.st-dionysius-recke.de/geschichte/geschichte04.html

Das hier abgebildete Einzelbild der Kanzel stammt nicht, wie angegeben, aus Recke, sondern aus Warendorf, wie an dem Fenstersims mit Balustraden (oben links) erkennbar ist.

Die Kanzel gehörte ursprünglich zur Barockausstattung der Parrkirche St. Dionysius in Recke, hergestellt 1754-55 vom Hofbildhauer des Fürstbischofs von Münster Johann Heinrich König. Als Recke 1953 eine neue Kirche bekam, hatten viele alten Teile darin keinen Platz mehr, außerdem wurde Barock zu der Zeit offenbar nicht sehr geschätzt, so dass die Kanzel an Warendorf verschenkt wurde. Die dazu gehörigen Beichtstühle stehen übrigens  in  St. Johannes Ev. In Sasseberg.

  

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