Arbeitskreis Emsinsel und Heimatverein Warendorf: "Die Emsinsel ist für alle da"
Bürgerinfo des Heimatvereins über die Pläne der Stadt für die Emsinsel und das Brinkhausgelände
 
Infos zur Neuen Ems: Unerwartet starkes Bürgerinteresse
Aus den Westfälischen Nachrichten vom 11. 3. 2019 v
on Jörg Pastoor

Der immer wieder stärker werdende Regen war lästig, aber die Wissbegier offenbar größer: Rund 100 Interessenten ließen sich von Mitgliedern des Arbeitskreises Neue Ems am Sonntagvormittag über die Ausmaße der geplanten Eingriffe ins Ems-Bett und den Emsseepark informieren. Mit so viel Interesse hatten die Sprecher nach eigenen Angaben nicht gerechnet. 

Sigfrid Krebse (l.) und Alfred Kiel (kl. Bild l.) spannten ein Flatterband, um die Breite des geplanten Emslaufs im Nordosten des Lohwalls zu verdeutlichen. Mechtild Wolff (kl. Bild r.) befürchtet unter anderem Grundwasser-Senkungen.
Sigfrid Krebse (l.) und Alfred Kiel (kl. Bild l.) spannten ein Flatterband, um die Breite des geplanten Emslaufs im Nordosten des Lohwalls zu verdeutlichen. Mechtild Wolff (kl. Bild r.) befürchtet unter anderem Grundwasser-Senkungen. Foto: Jörg Pastoor

 

Das hätten die Mitglieder des Arbeitskreises Neue Ems nicht erwartet: Rund 100 Interessenten gingen Sonntagmorgen den Informations-Spaziergang vom Lohwall bis in Bootshaus mit. Davon ließen sie sich auch nicht durch die immer wieder stärker werdenden Schauer des vorgezogenen April-Wetters abhalten.

Eigentlich, das machte AK-Sprecher Sigfrid Krebse über den mobilen Lautsprecher am Startpunkt Teufelsbrücke klar, erwarte er Information von der Stadt. Stattdessen übernehme es jetzt der Arbeitskreis zu zeigen, „welche Dimensionen die Entscheidungen des Rates haben.“ Das dazu mitgebrachte Flatterband kam sowohl am Lohwall als auch später im Brinkhaus-Park zum Einsatz. Heimatvereinsvorsitzende Mechtild Wolff verglich die „gravierenden Veränderungen“, die der Ems an Teilen ihres alten Betts bevorstehen, mit der durch Warendorf geplanten Straße, die Mitte der Siebziger des letzten Jahrhunderts nur durch entschiedenen Widerstand der Bürger aufgehalten werden konnte. „Jetzt ist es wieder so weit“, so Wolff zu den langsam zahlreicher werdenden Teilnehmern, „es soll alles von rechts auf links gezogen werden“. Sie fragte sich, ob der Schaden einer Laufveränderung nicht größer werde als der Nutzen. Unter anderem drohe der Verlust eines ganzen Hektars Lohwall-Fläche, den  „wir für unsere Kirmes brauchen“. Zudem befürchte sie Grundwasser-Absenkungen. Und das bei vielen Altstadt-Häusern, die noch auf Holzpfählen stehen.

Ich kann mir das nur so erklären, dass man den Sack zumachen will. Mechtild Wolff kritisiert mangelnde Diskussionsbereitschaft der Politik.

 Wolff erkannte an, dass die Renaturierung im westlichen Teil, also zwischen Wiesengrund und Andreasstraße, „bestimmt sehr sinnvoll“ sei. Doch durch die östliche Umleitung flussaufwärts leide entweder der alte Teil der Ems oder der Emssee. Dass man jetzt gar nicht mehr über den Emsumbau diskutieren wolle, könne sie sich nur so erklären, „dass man den Sack zumachen will!“ Unter den Regenschirmen erklang Beifall. Mechtild Wolff forderte die Bürger auf, mit den Politikern zu reden, „die das Ohr doch am Volk haben müssten“.

Rund 100 Bürger neugierig auf Details
Informations-Spaziergang Arbeitskreis Neue Ems:
Rund 100 Bürger neugierig auf Details 
Fotos: Jörg Pastoor

Wie breit das neue Bett der Ems aus dem See Richtung Linnenwiese geplant ist, verdeutlichten Sigfrid Krebse und Alfred Kiel dann durch das rot-weiße Folienband. 30 Meter Fluss plus je zehn Meter Uferzone, dazu Richtung Lohwall ein mehrere Meter hohe Damm – so seien die Dimensionen. Diese Art der Veranschaulichung, das mahnte Krebse nochmals an, wünsche man sich von der Verwaltung. Er hoffte, dass es im Mai noch einen weiteren Informationstermin gebe, zumal am 11. Mai die Auslegung der Pläne ende.

 

Rund 100 Bürger neugierig auf DetailsFlatterband simuliert Breite der Neuen Ems

Stellvertretender Landrat Franz-Ludwig Blömker bemühte sich in einer kurzen Meldung um die Trennung von Planfeststellung für die Neue Ems und die Pläne für die Emsinsel, für die der Arbeitskreis bekanntlich eine öffentliche Nutzung als Bürgerpark fordert. Doch Sigfrid Krebse verwies darauf, dass beides zusammenhänge.

Im Brinkhaus-Park diente das Flatterband als Nachempfindung des künftigen Westufers des Schwenks, den die Ems hier durch die jetzige Obstwiese nehmen soll. Dieser Durchstich sei so weit nach Westen verlagert worden, dass das Westufer nun einen Teil des Park abschneide – eines Bürgerparks, „der Ihnen gehört“, so Krebse. Am Ende des rund zweistündigen Spaziergangs machten sich viele Teilnehmer noch auf den Weg ins Bootshaus, um weitere Detailfragen zu stellen. Eine Frau bedankte sich bei den Organisatoren ausdrücklich dafür, einmal vor Ort Informationen erhalten zu haben.

 

Pressebericht von Jörg Pastoor, Westfälische Nachrichten

Bilder der Bürgerinformation des Heimatvereins von Tonias Wolff

 

Aus: "Die Glocke",  Warendorf vom 11. 3. 2019
Emsarm ein Brutgebiet für Mücken?
von Andreas Poschmann

Warendorf (ap) - Verfolgt die Stadt Warendorf einen interessanten Ansatz, dem Insektensterben auf der einen Seite und Investoreninteressen auf der anderen Seite mit kreativen Mitteln zu begegnen? Diesen Eindruck konnte man am Sonntag bei einer Präsentation des Arbeitskreises Neue Emsinsel gewinnen.

 

Bild: Poschmann
Rund 70 interessierte Bürger ließen sich nicht vom Regen abhalten, an der Veranstaltung teilzunehmen.
Bild: Poschmann

 

Mechtild Wolff, Alfred Kiel, Sigfried Krebse und Klaus Koglin nahmen rund 70 interessierte Bürger mit auf einen Sonntagsspaziergang der besonderen Art. Dabei verdeutlichten die Organisatoren, welche Auswirkungen die geplante Renaturierung der Ems für die Stadt ihrer Meinung nach haben wird.

Demnach würde der Durchstich beim Malteser-Marienheim erfolgen und die Ems von dort durch die Apfelbaumwiese in Richtung Emssee und weiter über den Lohwall bis zur André-Marie-Brücke umgeleitet werden. Erst hinter der Brücke würde die Ems wieder in ihr heutiges Bett zurückfinden.

Der so entstehende „Emsarm“ zwischen dem Wehr am Jugendzentrum HoT und der André-Marie-Brücke könnte bei Trockenheit im Sommer so wenig Wasser führen, dass daraus ein stehendes Gewässer werden könnte, das dann ein ideales Mückenbrutgebiet wäre. Inklusive Uferbereich wäre die neue Ems rund 50 Meter breit und würde damit den unteren Lohwall regelrecht halbieren, sagten die Aktiven.

„Die Emslandschaft soll gravierend verändert werden. Es scheint so, als wolle man wieder einmal Warendorf von links auf rechts drehen. Die Emsrenaturierung ist ja eigentlich eine begrüßenswerte Sache. Doch auf Stadtgebiet muss man die Frage stellen, ob der Schaden nicht größer als der Nutzen ist“, sagte Mechtild Wolff. Die Vorsitzende des Heimatvereins wünscht sich vor allem, dass Verwaltung und Politik eine verantwortungsvolle Entscheidung treffen, die für Warendorf auf lange Sicht nachhaltig und gut ist.

Allerdings befürchtet der Arbeitskreis Neue Emsinsel, dass genau das nicht passieren wird, sondern vielmehr den Interessen von Bauinvestoren in Sachen Brinkhaus-Brache der Weg geebnet werden soll. Den Bürgern werde vorgegaukelt, dass alle Entscheidungen bereits gefallen seien und nichts mehr zu ändern wäre. „Man will den Sack gerne zumachen“, kritisiert Mechtild Wolff aus ihrer Sicht offensichtliche Fehlinformationen seitens der Verwaltung.

Überrascht zeigten sich die Teilnehmer des Sonntagsspaziergangs von den Dimensionen der Emsrenaturierung.

Teilnehmer kritisieren Brückenbauten

„Damit man sich das vorstellen kann, reicht es eben nicht, ein paar Din-A3-Zettel auszulegen, um die Bürger zu informieren. Um das Ausmaß aufzuzeigen, haben wir zu diesem Spaziergang eingeladen. Eigentlich hätte ich diese Infoveranstaltung jedoch von der Stadt erwartet“, sagte Klaus Koglin.

Viele Teilnehmer übten am Rande des Spaziergangs Kritik an der Planung. So stand zum Beispiel die Befürchtung im Raum, dass es bei Trockenheit im Emssee ein Fischsterben geben könnte, wie 2018 in Münsters Aasee. Ebenso kritisiert wurden die massiven Brückenbauten, die mit der Renaturierung entstehen und zudem durch die Maßnahme eine Wohnbebauung des Brinkhaus-Geländes ermöglicht würde.

Bereits am Samstag hatte das von der Stadt beauftragte Büro Stadtraumkonzept in der Innenstadt die Bürgerbeteiligung gestartet, in der gefragt wird, was sich die Warendorfer in Sachen Brinkhaus-Brache wünschen. Diese Umfrage wurde von einigen als „Aktionismus“ und „Augenwischerei“ bezeichnet.

Pressebericht von Andreas Poschmann in „Die Glocke“ am 11.3.2019

 

 

Vorfrühling am Emssee am 17. 2. 2019

Bei Temperaturen um die 15 Grad genießen die Warendorfer ihren Emsseepark

Leserbrief zu den neuesten Planungen bezüglich der Emsinsel 14. 2. 2017
von Mechtild Wolff


Wie lange können wir diese Idylle noch genießen?

 

Ja, die Leserbriefschreiber haben bedauerlicherweise sehr Recht. Aus guten Vorschlägen für eine gemeinwohlorientierte Folgenutzung der Industriebrache auf der Emsinsel ist ein Investoren- und Bürokratenmonster geworden, das Warendorf nachhaltig Schaden zufügen wird. Von anfänglich guten Ideen ist nichts übrig geblieben. Unser schöner Emspark wird für Jahre in eine Mondlandschaft verwandelt und der Charme des alten Brinkhaus-Parks wird mutwillig zerstört. Dieser Park mit seiner liebenswerten Gestaltung und dem alten Baumbestand ist über mehr als ein Jahrhundert gewachsen und wurde durch eine Streuobstwiese etc. in den letzten Jahrzehnten liebevoll ergänzt. Das ist jetzt alles obsolet. Warum? Weil die Fische aus dem unterhalb des Wehres gelegenen Emsbereich in den oberen Emsabschnitt schwimmen sollen? Würde es darum gehen, könnte man mit relativ wenig Aufwand auf einem Teil der Industriebrache einen Durchfluss schaffen und das Problem wäre gelöst. Der heutige Emslauf würde auch bei Niedrigwasser weiter zum Emskolk fließen und so könnte ein mückenverseuchtes Stehgewässer im Stadtgebiet vermieden werden. Der bauliche Aufwand wäre begrenzt und die Qualität des Naherholungsgebietes Emssee wäre verbessert worden. Stattdessen soll wohl ein Investor von außerhalb bis weit in den Stadtpark hinein hochwassersicher eine dichtbebaute „Neue Altstadt“ bauen können. In der frühen Industrialisierung ist hier ein wasser- und abwasserintensiver Textilbetrieb mitten in der grünen Emsaue entstanden, wo ihn heute niemand bauen würde oder dürfte. Statt diesen historisch gewachsenen Fehler zu beheben, setzt man nun noch eins drauf und will das Areal zwecks Intensivierung der Bebauung eindeichen. Um diese absurde Deichbauinsel herum plant man eine neue Ems, für die Emspark und Lohwall teilweise geopfert werden, mit Kosten von 7,7 Millionen Steuereuros; vermutlich wird der Geldbetrag noch höher. Wichtig scheint zu sein, dass auf der Industriebrache Brinkhaus ein schön arrondiertes, hochwassergeschütztes Gelände entstehen kann - ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Die Bedürfnisse der Warendorfer Bevölkerung sind dagegen offensichtlich vernachlässigbar. Wie blauäugig war es doch, als wir Bürger dachten, durch die Neugestaltung der Emsinsel eine Erweiterung und Aufwertung des Emsparks zu bekommen. Hätte die Stadt das Gelände gekauft, könnte der „Pfropf in der Emsaue“, der durch die Bebauung entstanden ist, entfernt werden und die erhaltenswerte Altbausubstanz eine Warendorf aufwertende Verwertung finden. Auch dafür gibt es Fördertöpfe!

Die Planungshoheit liegt bei der Stadt und noch hoffe ich, dass unsere Politiker eine weise Entscheidung treffen werden, die den Freizeitwert für alle Bürger erhöht und damit unsere schöne Stadt attraktiver macht.

 

Mechtild Wolff

Vorsitzende des Heimatvereins Warendorf e.V.

 

Einladung zur Jahreshauptversammlung des Heimátvereins Warendorf
Termin: Donnerstag, den 28. 3. 2019 um 19.00 Uhr
Ort: Saal der Gaststätte Porten-Leve, Freckenhorster Str. 33
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Einladung zur Studienreise vom 21. bis 23. Mai 2019 an den Niederrhein
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