Lichtbilder-Abend mit Hans Rennemeier:
Ansichtskarten erzählen Warendorfer Stadtgeschichte
von Wolfgang Reisner Ansichtskarten: Archiv der Altstadtfreunde, Rennemeier


Freckenhorster Straße und Emsstraße zu Beginn des 20. Jahrhunderts

 

  

Ansichten von der Ems bzw. Kriegerdenkmal (alle Beginn des 20. Jahrhunderts)

 

Warendorf auf alten Ansichtskarten bildete das Thema eines Lichtbildervortrages des Heimatvereins Warendorf. Hans Rennemeier zeigte eine Auswahl aus seiner Sammlung. Die Bilder stießen auf ein reges Interesse der über 45 Besucher im Saal der Gaststätte Porten-Leve. Vor allem alte Karten mit Bildern von Straßenzügen, in denen in den letzten 50 Jahren viel alte Bausubstanz verschwunden ist, wie z.B. die Freckenhorster Straße, regten zu Diskussionen an. Auch Bilder von der Situation vor dem Emstor mit der Brücke über den Gelben Kolk, der später für das Betriebsgelände der Firma Brinkhaus zugeschüttet wurde,den verschiedenen Ausbaustufen des Mühlengebäudes und dem Kriegerdenkmal riefen bei älteren Besuchern Erinnerungen wach.

 

Kindersonntag im Gadem am Zuckertimpen 4 (7. 1. 2018)
Text und Bild: Werner Stock

Auf eine interessante Zeitreise nahm am Sonntagnachmittag die Heimatvereins-Vorsitzende Mechthild Wolff Kinder mit, die sich mit ihren Eltern am Gadem im Zuckertimpen eingefunden hatten. Wie schon in den Vorjahren wurde eine auf Kinder zugeschnittene Führung durch das im Jahre 1660 errichtete „Kleine-Leute-Haus“ angeboten und den Kindern gezeigt, wie man vor einhundert Jahren in solch einem recht kleinen Haus mit insgesamt neun, manchmal auch mit zehn Personen lebte.

Nach einer kurzen Einführung in klarer und kalter Luft vor dem Haus waren alle froh als sie von Mechthild Wolff in und durch das Haus geführt wurden. Denn dort hatte bereits Marie-Luise Mönnigmann den alten Küchenherd eingeheizt, der eine wohlige Wärme verbreitete. „Frau Mönnigmann ist die gute Seele des Gadems, die hier all das macht, was frühere eine gute Hausfrau ausmachte: Putzen, waschen, saubermachen“ erläuterte Mechthild Wolff, dass das Gadem als eines von fünf im jeweiligen Zeitgeist bestens erhaltenen Häusern der Stadt von vielen ehrenamtlichen Helfern des Heimatvereins und der Altstadtfreunde gepflegt und gehegt wird. Danach folgten Einweisungen und Erklärungen in Dinge und Techniken aus längst vergangenen Zeiten: Die mit der Handkurbel zu betätigende Kaffee-Mühle, Lindes Malzkaffee, das Waschbrett, das Plumpsklo, die mit süßem Obst seit Jahren in der Vorratskammer stehenden Weck-Gläser und die noch vor ein paar Jahrzehnten üblichen Holzschuhe wurden den Kindern gezeigt und erklärt. Neu war für manchen Erwachsenen auch die Erklärung des „Fidibus“ als Ersatz für Streichhölzer, die früher sehr teuer gewesen seien. Für den 13-jährigen Alexander Schlingmeier war das alles sehr interessant: „Ich finde, dass die Leute damals genau wussten, was man zum Überleben brauchte. Bauart und Inventar sind äußerst praktisch. Es ist ja alles da was man braucht, auch wenn die Räume sehr klein sind. Ich könnte mir schon vorstellen hier für einige Zeit zu wohnen. Allerdings müsste das Haus dann doch ein bisschen aufgerüstet werden. Mit mehr Strom und vor allem mit einem Fernseher!“ 

 

Bilder vom Emshochwasser am 3./4. 1. 2018
Lohwallwiesen überflutet

 

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