Einladung zum Lichtbildervortrag "Warendorf in alten Ansichtskarten" von Hans Rennemeier
Zeit: Donnerstag, den  24. 1. 2019 um 19.30 Uhr
Ort: Saal der Gaststätte Porten-Leve

Lithographie aus dem Jahre 1902

  

Der Heimatverein Warendorf lädt zu einem Lichtbildervortrag von Hans Rennemeier über Warendorf auf alten Ansichtskarten am Donnerstag, 24.1., um 19,30 Uhr in den Saal der Gaststätte Porten-Leve, Freckenhorster Straße, ein.
Auf vielfachen Wunsch soll der bereits mit großem Andrang vor einem Jahr gehaltene Vortrag wiederholt werden. Seit Ende des 19. Jahrhunderts gibt es Ansichtskarten. Die auf den Karten aus Warendorf gezeigten alten Straßenzüge und Ansichten sind  die durch die bauliche Entwicklung, vor allem der Nachkriegszeit, inzwischen verschwunden. Es wird ein interessanter Abend mt hohem Erinnerungswert werden.

Möpkenbraut bien Krink.

Met „Glücksiäligst Nie Jaohr – Gott gierwe et wäd waohr“ begrüßtere de Baas Franz Schulze Nahrup üöwe 30 Lüe to den Krinknommdag met Möpkenbrautiäten.  Bie dat Leed „Do mie men Möpkenbraut – dann häw ick kinne Naut“, schallere et so laut düör dat ganze Kolpinghuus, dat de Koch in de Kürke foots ne Wuorst mä in de Panne schmed.

De Dischke wassen met witte Dierken belegt, un de Reeschup lag ferrig an jeden Stohl. Nen leckeren Rüek trock düör den Saal un jedereene merkere, datt de Pannen vull Wuorstebraut und Liäwebraut in Arbeit wüörn.  Mathilde Kempkes fong met de Vetellsels an und brach „Die Schwinejunge harr ümmer den grötsten Schmacht“. „Dankbaor fö de gurten Sieten ut das leste Jaohr“ kam von Josef Bussmann. Rosewtiha Wienströer brach „ Öhm Carl küere mestiets Dumtüg fö de Theke“. En besinnlik Stücksken harr Helmut Brokamp. Ernst Ruhe ut Milte druog wat von Anton Aulke vüör: Dat reine Wourt Gottes“

Bie dat Leed „Urse Warnuorp“ met de leste Strophe „Wuorstebraut met Schriewen, dao wäd nich an spart, jau dat is mien Warnduorp, dat is warnduorps Art“ gong de Kürkendüör loss un tellerwiese kam dat gurte Wiärks up de Dischke. Ruckzuck was et muksmüskensstill un alle wassen met ühre Reeschup up de Teller ant arbein. Wuorstebraut met grow Roggenschrot, Liäwebraut, Appelschiewen und röstete Siepeln, de düör de Panne trocken wassen, laggen up de Tellers. Jede konn nao von de vullen Platten noniermen. Vierle  Besökers bestlleren sick nen Klücksken, well dat de enfach nao sun Iäten gurt düör den Hals löp. Dat was es maol nen anneren Krinknommdag, de mäd dat Totopleed „Gurt gaohn – auk so – bes en anner Maol“ to Enne gong. Dat neichste Driäpen is an,n 6. Februar von 16.30-18.00 Uhr wie eint Kolpinghuus.

 

Erlebte Geschichte in Warendorf von Eugenie Haunhorst

Eugenie als Schülerin 1921Wie stolz waren wir, als wir vor 50 Jahren unseren ersten Kühlschrank bekamen. Erfindergeist und die Elektrifizierung hatten den Schritt vom Eisschrank zum Kühlschrank gemacht. Der Eisschrank war etwa ab 1900 eine nützliche Einrichtung für Hotels und Großbetriebe. Heimatverein Warendorf: Eiskeller an der KolkstiegeDiese Kühlmöglichkeit wurde durch Eis, natürliches und später künstliches, möglich gemacht. Auch in einigen Privathaushalten gab es diese recht unförmigen Eisschränke, die sehr teuer waren. Der Nutzraum war klein, denn dieser Schrank wurde mit Eis gefüllt.

Aber woher kam das Eis? In Warendorf war das Wasser der Ems hier sehr nützlich. Ich gehe mit meiner Erzählung zurück in die 20er-Jahre. Die Winter waren damals sehr kalt, 20 Grad unter 0 waren damals keine Seltenheit. Die Ems war wochenlang zugefroren. 1927 und 1928 konnten wir über drei Wochen lang auf der zugefrorenen Ems Schlittschuh laufen. Natürlich oberhalb des Wehres, also liefen wir von der Emsbrücke bis zur Herrlichkeit oder bis zu Bauer Sechelmann in Vohren. Unterhalb der Stadt gab es den Emskamp, einen toten Emsarm am Münstertor, am Ende der Fischerstraße gelegen. Ein etwa drei Meter breiter Uferweg trennte diesen alten Emsarm von der nördlich vorbeifließenden Ems.

Heimatverein Warendorf: Ausssägen von EisblöckenBei jedem Hochwasser füllte sich der Emskamp bis zum Rand mit Wasser aus der Ems. Auf diesem stehenden Gewässer bildete sich bei Frost eine dicke Eisdecke..
Der Eiskellerbesitzer Ahlke heuerte Kötter und Landwirte an, die sogenannten Eisbauern, die in mühevoller Arbeit dieses Eis in seinen Eiskeller brachten. Die starken Männer sägten oder sprengten Löcher in die Eisdecke und zogen mit Eisharken die großen Eisstücke heraus und brachten sie oft mit schwerem Gerät an Land.

Große Kastenwagen wurden mit dem Eis beladen. Zwei dicke, schwere Belgier Pferde mussten harte Arbeit leisten, wenn sie den Wagen die hartgefrorene Böschung am Emskamp hochzogen. Mit anspornenden Zurufen und Peitschengeknall ratterte das Pferdefuhrwerk dann über die Brinkstraße, den Wilhelmsplatz, durchs Münstertor, über den Münsterwall, um die Neue Kirche herum und durch die Hohe Straße zu Ahlkes Eiskeller an der Kolkstiege. Diese mit Eis beladenen Wagen donnerten mehrmals am Tage über das gefrorene Steinpflaster an unserem Haus vorbei und erregten immer wieder das Interesse von uns Kindern. Wir liefen hinter dem Wagen her bis zum Emskolk und beobachteten voller Spannung, wie das Eis durch Fensterlöcher über Holzrutschen in die Tiefe des Kellers befördert wurde. Setzte Tauwetter ein, wurden die Fenster des Eiskellers schnell zugemauert. Heimatverein Warendorf: Eisbauern ziehen ausgesägte Eisblöcke aus den Teichen

Dieser Eiskeller war so kalt, dass die Eisblöcke bis zum nächsten Winter gefroren blieben.
Bis heute ist der fensterlose Bau des Eiskellers an der Kolkstiege zu sehen. Besonders im Sommerhalbjahr brachte die Nutzung des Eises Arbeit und Verdienst. Im Innenhof der Firma Ahlke an der Lüningerstraße wurde die schwere Eisentür zum Eiskeller geöffnet und das Eis nach Bedarf herausgeholt.

Eisschränke mussten regelmäßig mit neuem Eis befüllt werden. Die Versorgung klappte auf Bestellung. Ein starker Mann brachte den dicken Eisblock ins Haus. Als Schutz gegen die Kälte und das Tropfwasser hatte er über der linken Schulter einen Lederschurz. Darauf legte er das großes Stück Eis, später eine Eisstange, etwa 40-50 cm lang und 15 cm im Durchmesser. Sie wog bis zu 45 kg und wurde mit 2 Eisenharken hochgehievt.Hauptabnehmer waren Restaurants, Hotels und Fleischereien, aber auch Apotheken und Krankenhäuser. Lebensmittelvorräte und Medikamente hatten durch die Kühlung eine wesentlich längere Haltbarkeit. Getränke, vor allem das Bier, wurden schon damals gern gekühlt getrunken.

Diese so genannten Eiskisten baute jeder Betrieb nach Bedarf. Gut isoliert und immer mit Eis gefüllt waren sie die Vorstufen für die Kühlschränke. Diese Art der Kühlung war mit viel Arbeit verbunden, aber man war froh, eine Kühlmöglichkeit zu haben. Erst durch die Elektrifizierung im ganzen Land entwickelte die Industrie ein breites Angebot an Kühlschränken, Kühltruhen und großen Kühleinrichtungen.Man macht sich heute keinen Begriff mehr von der Mühe, die es noch vor 50 Jahren kostete, die täglichen Lebensmittel kühl und haltbar zu machen. Im Sommer gehörte es zu den täglichen Notwendigkeiten, nach jeder Mahlzeit die Lebensmittel in den Keller zu tragen. Im Winter stellte man sie draußen auf die Fensterbank.
 

Eugenie Haunhorst wurde  als drittes von fünf Kindern am 12. 12. 1912 in Warendorf geboren. Ihre Eltern waren Eugenie und  Eduard Göcke, der als Lehrer an der Münsterwallschule  tätig war.
Bild: Archiv der Altstadtfreunde Warendorf
alle Rechte vorbehalten: Eugenie Haunhorst 2006