„Runder Tisch“ des Heimatvereins am 16. Juni 2013 um 11 Uhr im Kolpinghaus.
Thema: Was können wir tun, damit Warendorf eine attraktive Einkaufstadt bleibt?

 

 Ein volles Haus hatte der Heimatverein am letzten Sonntag bei seinem Gespräch am “Runden Tisch“ unter dem Thema „Was können wir tun, damit Warendorf eine attraktive Einkaufsstadt bleibt?“. Im Kolpinghaus hatten sich weit  über 40 interessierte Bürger eingefunden.

 

Die Heimatvereinsvorsitzende Mechtild Wolff wies eingangs auf die Entwicklung der letzten Jahre mit Schließung inhabergeführter Einzelhandelsgeschäfte und Ansiedlung von immer mehr Filialisten vor allem im Textilbereich hin. Jetzt habe sogar der letzte Metzger in der Innenstadt sein Geschäft geschlossen.

Der erste Beigeordnete Dr. Martin  Thormann erläuterte  das von einem auswärtigen Ingenieurbüro erarbeitete integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK), das Voraussetzung für eine Förderung städtebaulicher Maßnahmen durch das Land ist. Die Gutachter hatten eine ganze Reihe von Maßnahmen vorgeschlagen, über deren Verwirklichung der Rat entscheiden muss. In der anschließenden Diskussion wurden verschiedene in der Untersuchung enthaltene Maßnahmen  teils mit unterschiedlichen Auffassungen erörtert. So war ein Teilnehmer  der Meinung, dass man auf dem Heumarkt die drei jetzigen Parkplätze abschaffen solle, da sie den Platz verschandeln. Von einer Teilnehmerin wurde darauf hingewiesen, dass Bestrebungen zur Belebung der Innenstadt durch Zuzug weiterer Bürger mit der Notwendigkeit, für diese neuen Bewohner Parkplätze zu schaffen, kollidierten.

Im Zusammenhang mit der Frage nach der weiteren Bürgerbeteiligung bei den Maßnahmen des ISEK bedauerte ein Teilnehmer, dass keines der Ratsmitglieder zum Runden Tisch erschienen sei, die doch daran interessiert sein müssten, die Meinung der Bürger zu erfahren.

Werner Starke war der Auffassung, dass die Schaffung eines Durchganges vom Gestüt zur Innenstadt über die Ems einer der ersten  Schwerpunkte sein sollte, der verwirklicht werden  müsse.

Anschließend wurden Bilder mit positiven und negativen Beispielen zur Geschäftswelt Warendorfs und Werbemaßnahmen gezeigt – z.B. nackte Kleiderpuppen und Kleiderständer -.  Die Unsitte, große Werbefahnen an den Geschäften und Kreditistituten zu hissen , widerspricht der geltenden städtischen Satzung.

 

Unser Thema am „Runden Tisch“ am 16.6.2013: Warendorf muss eine attraktive Einkaufsstadt bleiben!
von Mechtild Wolff

 Es ist nicht neu, dass eine Stadt sich verändert und das ist auch gut so, denn so bleibt sie lebendig. Nur, Veränderungen müssen in die richtige Richtung gehen! Schon in dem schönen plattdeutschen Warendorf-Lied ist das schon besungen worden:

Warnduorp, auk du büs de Aolle nich blierwen,

jüst as de Tied bleefs auck du nümmer staohn….

 

Im Moment vollzieht sich ein Strukturwandel in Warendorf, das ging bislang allmählich und wurde von den Bürgern nicht als Bedrohung wahrgenommen. In den letzten Jahren aber schlossen aus den verschiedensten Gründen viele Spezialgeschäfte ihre Pforten z.B. für Musikartikel, Schmuck, Haushaltswaren, Porzellan und Geschenkartikel, wir alle kennen die Problematik. Und jetzt hat auch der letzte normale Metzger in der Innenstadt geschlossen.

Die großen Supermärkte vor den Toren der Stadt mit ihrem sehr vielseitigen Lebensmittelangebot, aber auch mit dem immer größer werdenden Non-Food Angebot sind da bestimmt nicht hilfreich. Dazu kommt die Konkurrenz der Online-Anbieter, die mehr und mehr in Anspruch genommen werden.

In der Warendorfer Altstadt siedeln sich im Moment fast ausschließlich Filialisten an und man hört oft den Kommentar: „Oh, nein, nicht schon wieder ein Textiler“. Ja, die Vielfalt des Angebotes hat sehr gelitten, aber auch das Alleinstellungsmerkmal der vielen kleinen, feinen inhabergeführten Geschäfte ist zwar noch nicht auf der Strecke geblieben, aber doch geringer geworden.

Das bringt noch ein anders Problem für Städte wie Warendorf mit sich: Die Investoren von außerhalb interessieren sich in der Regel nicht für das städtebaulich gewachsene Erscheinungsbild unserer Stadt. Den klassischen heimischen Kaufmann, dem die Gestaltung seiner Stadt am Herzen liegt, gibt es immer seltener.

Was können wir tun?

Auf Geschäftsschließungen und die Art der Neuansiedlungen haben wir keinen Einfluss, aber die Rahmenbedingungen können gestaltet werden, durch die Gemeinde, durch die vielen pfiffigen Aktivitäten der Kaufleute, die ja immer wieder Kunden von weit und breit in die Stadt holen und durch die Bürger.

 

Ich bin der festen Überzeugung, dass wir ganz viele verschiedene Ideen brauchen, um zu einem guten Ergebnis für WAF zu kommen.

Was kann man tun, damit das Einkaufen in der Warendorfer Innenstadt ein unverwechselbares Erlebnis ist?

Wie kann sich unsere Stadt als etwas Besonderes präsentieren?

 

Werner Stock, ein aktiver Neubürger in unserer Stadt, trug eine spannende Idee vor zum Thema:
Was können wir tun, damit Warendorf eine attraktive Einkaufstadt bleibt?

 Ganz einfach: den Markt auf Samstag und in die Straßen der Altstadt verlegen! Ich habe Ihnen ja schon mehrmals die Offenburger Geschichte geschildert: Marktbeschicker mussten 1984 vom Offenburger Marktplatz weg, weil dort eine Tiefgarage gebaut wurde. Die Marktstände wurden in den Altstadtstraßen verteilt. Riesenaufstand der Marktbeschicker, der Einwohner, der Kaufmannschaft: "Da geht keiner mehr auf den Markt, das geht rein technisch nicht, das ist dann kein Markt mehr, die stehen dann vor meinem Schaufenster und keiner kommt mehr zu mir ins Geschäft...... " Nach einem Jahr sollten dann die Marktbeschicker wieder auf den extra neu gerichteten Marktplatz. Wieder Riesenaufstand der Marktbeschicker, der Einwohner, der Kaufmannschaft: "Nie wieder zurück auf den engen Marktplatz! So gut gingen meine Geschäfte noch nie! So ein tolles Flair habe ich weder in Freiburg, Straßburg noch sonst wo erlebt!"

Nach nur einem Jahr war der Offenburger Markt so beliebt, dass das eine Gewinn-Situation für alle war: Die Einwohner machten den Markteinkauf zum Stadtbummel. Wer gerade mal ein paar Tomaten kaufen wollte kam mit einem Herrenhemd und neuen Küchenmesser zurück ("das wollte ich schon lange mal kaufen"), hatte noch einen Cappuccino getrunken und Bekannte getroffen. Die Marktstände vor den Schaufenstern der Geschäfte der Kaufmannschaft hatten den Samstag zum umsatzstärksten Tag gemacht, weil die Leute viele Spontaneinkäufe machten und die Kneipen und Cafés bevölkerten. Die Marktbeschicker verkauften zwischenzeitlich wie noch nie, weil schon nach kurzer Zeit die Bevölkerung des Umlandes (bis 30 km) zu diesem "speziellen" Markt kam und heute Straßburger und Freiburger Marktstammgäste sind; jeden Samstag sind über 5000 auswärtige Gäste in der Stadt!

 

Herzliche Einladung zum „Runden Tisch“ des Heimatvereins am 16. Juni 2013 um 11 Uhr im Kolpinghaus.
Thema: Was können wir tun, damit Warendorf eine attraktive Einkaufstadt bleibt?

 

 

Schon seit vielen Jahren vollzieht sich ein Strukturwandel in Warendorf, aber jetzt hat er ein atemberaubendes Tempo angenommen. Über viele Jahre liebgewonnene Geschäfte wurden geschlossen, neue Geschäfte wurden eröffnet. Mit Sorge stellen viele Bürger fest, dass die Vielfalt des Angebotes in der Warendorfer Innenstadt gelitten hat.

Wie können die Rahmenbedingungen noch verbessert werden, um unsere Innenstadt in der historischen Altstadt noch attraktiver für Besucher und Käufer zu machen?

Diese Frage bewegt Geschäftsleute, Politiker und sehr viele Bürger.

Diese Frage möchte der Heimatverein am kommenden Sonntag am „Runden Tisch“ diskutieren. Schon oft hat sich diese Diskussionsrunde als Ideenschmiede erwiesen, denn jeder Bürger sieht unsere Stadt durch „seine ganz individuelle Brille“. Das ergibt eine Vielfalt von sehr interessanten Vorschlägen.

Politik und Verwaltung diskutieren gerade das ISEK, das sich mit genau diesen Fragen befasst. Was beinhaltet dieses Integrierte Stadtentwicklungskonzept? Herr Dr. Thormann, der Erste Beigeordnete und Kämmerer der Stadt und der derzeitige Leiter des Bauamtes wird das ISEK vorstellen - eine gute Grundlage für eine fruchtbare Diskussion.

Alle interessierten Bürger sind herzlich eingeladen.

 

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