1657 -2007
350 Jahre Fettmarkt in Warendorf

Heimatverein Warendorf: Fettmarkt 1934 - Gemüse auf dem MarktplatzEs war wohl auch eine Reaktion auf den vorangegangen 30 jährigen Krieg, der überall das Wirtschaftsleben zum Erliegen gebracht hatte. Jedenfalls sah sich Warendorfer Rat veranlasst, einen freien und für jedermann zugänglichen Viehmarkt ins Leben zu rufen. Die Genehmigung hierzu erhielt die Stadt Warendorf dann am 3. Februar 1657 durch den Fürstbischof Christoph Bernhard von Münster zu Coesfeld. Seit dieser Zeit findet in Warendorf jeweils am vorletzten Mittwoch im Oktober ein großer Markt statt, auf dem zunächst nur Vieh und Güter des landwirtschaftlichen Bedarfs gehandelt wurden.

Die heute gebräuchliche Bezeichnung "Fettmarkt" wurde erstmals im Jahre 1824 benutzt und ist  auf den Bürgermeister Schnösenberg zurückzuführen. Dieser veranlasste auch die Verlagerung eines Teils (Verkauf von Kappes) vom Marktplatz  in der Mitte der Stadt auf den heutigen Wilhelmsplatzes.

 

In dieser Zeit begann man auch neben Vieh alle möglichen Güter der Produktion und des Bedarfs der Landwirtschaft zu handeln, der Fettmarkt nahm allmählich  den Charakter eines überregionalen Marktes für Güter aller Art an. Kaufleute aus der weiteren Region begannen, den Markt zu beschicken. Naturgemäß fand dieses nicht die Zustimmung der Warendorfer Handwerker und Kaufleute, die versuchten, mit verschiedenen einschränkenden Vorschriften und Gebühren ihre Interessen zu schützen. So durften auswärtige Schmiede, für die der landwirtschaftliche Markt ein gutes Geschäft darstellte, sowie Goldschmiede und Zinngießer nur noch einen halben Tag ihre Dienste auf dem Markt feilbieten.

Heimatverein Warendorf: Kinder-Karussel 1928Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts war der Fettmarkt überwiegend durch den Handel mit landwirtschaftlichen Produkten sowie "fettem Vieh" bestimmt. Große Teile der Altstadt wurden in das Marktgeschehen einbezogen. Eine Kirmes und einen Trödelmarkt sorgten für Abwechslung und Unterhaltung nach erfolgreichen Geschäften.

Etwa seit den 60/70er Jahren des 20. Jahrhunderts hat sich der Schwerpunkt des Fettmarktes allmählich mehr und mehr verschoben: Großvieh wird immer weniger gehandelt, dafür findet man aber landwirtschaftliche Maschinen, ein Reitturnier auf dem Lohwall ist eine weitere Attraktion.. Besonderer Anziehungspunkt des Fettmarkt ist aber ein großer Altstadttrödel, auf dem jeder Dinge verkaufen und kaufen kann. Mahr als 100 000 Besucher werden jedes Jahr hierzu erwartet, und echte Fettmarktkenner stehen an  diesem Tag sehr früh auf. Schon vor 6 Uhr in der Früh suchen sie mit Taschenlampen bewaffnet nach Raritäten und schönen Dingen, die das Herz erfreuen: Zukaufen gibt es fast alles, die Preise sind fast immer günstig, man muß nur der erste sein....

Der Fettmarkt in den 20er Jahren des 20 Jahrhunderts
 von Eugenie Haunhorst....klicke hier

Bilder: Archiv der Altstadtfreunde Warendorf und Archiv Haunhorst
Quelle: Geschichte der Stadt Warendorf; Johannes Nowak: "Feste, Feiern, Märkte",
S. 317 ff, Ardey Verlag, Münster, 2000
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