Vortrag von Jürgen Gojny über die britische Militärregierung (17. 11. 201


Das Foto zeigt drei deutsche Zivilangestellte in Warendorf, die dort Lastwagen der britischen Armee reparierten und den Arbeistpass zum Betreten des gesperrten Gebietes hinter dem Alten Laurentianum.

 

 

Auf Einladung des Heimatvereins  hielt der Dortmunder Historiker Jürgen Gojny über das Leben im Kreis Warendorf unter der britischen Militärregierung Warendorf  einen Vortrag im Tapetensaal des Hauses Klosterstraße 7. Ausgehend von der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht stellte er die Teilung Deutschlands in vier Besatzungszonen und die unterschiedliche Behandlung der Bevölkerung in den Besatzungszonen dar. Der heutige Kreis Warendorf gehörte zur britischen Besatzungszone, im südlichen Kreisgebiet wie z. B. Wadersloh bildeten belgische Truppen die Besatzungsmacht. Für die Bevölkerung bestand zunächst eine nächtliche Ausgangssperre von 20 Uhr abends bis 7 Uhr morgens. Führende örtliche Nationalsozialisten wurden in Internierungslager verbracht. Da im zerstörten Münster geeignete Räumlichkeiten nicht zur Verfügung standen, residierte die britische Militärregierung für Westfalen zunächst in Warendorf. In großem Umfang wurden zur Unterbringung der Besatzungsmacht Häuser in Warendorf beschlagnahmt, die von ihren Bewohnern kurzfristig zu räumen waren. Auch Schulgebäude wie das Alte Lehrerseminar (Gymnasium Laurentianum) und die Marienschule dienten als Unterkunft für Dienststellen der britischen Militärregierung.  Für Heimatvertriebene und arbeitslose Einheimische bestand die Möglichkeit, als Zivilangestellte bei der Besatzungsmacht zu arbeiten.

Jürgen Gojny ging auch auf den Wiederbeginn des politischen Lebens durch die Erlaubnis, politische Parteien zu gründen, und die Einsetzung politischer Beiräte ein. In Warendorf versuchte dabei der von den Briten eingesetzte Landrat Alois Zurbonsen, die SPD von einer Mitwirkung in dem Beirat für die Stadt auszuschließen. Die Wohnraumzwangsbewirtschaftung zur Unterbringung der ankommenden Heimatvertriebenen und die Gerichtsbarkeit der Militärregierung bildeten weitere Punkte des Vortrages. Eine rege Diskussion schloss sich an. Am Ende dankte die Vorsitzende des Heimatvereins, Mechtild Wolff, Herrn Gojny im Namen der über 25 Zuhörer für den informativen Vortrag.



 

 

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