Serenade im Tapetensaal
Samstag, den 24. Mai 2014 um 19.30 Uhr

Auch in diesem Jahre lud der Heimatverein zu einer musikalischen Serenade in den „Tapetensaal“ des Hauses Klosterstraße 7 ein. Erfreulich viele Musikfreunde folgten der Einladung und stimmten damit am Vorabend der Europawahl in besonderer Weise ab, nämlich für ein Europa, das sein kulturelles Erbe pflegt.

Unter der Gesamtleitung von Dr. Ekkehard Gühne präsentierten insgesamt sieben Instrumentalisten einige Perlen aus diesem Schatz, überwiegend heitere Stücke, wie sie zu einem milden Maienabend passten.

Die musikalische Reise durch Europa begann in Venedig, natürlich mit Antonio Vivaldi. Sein durchaus virtuos aufgeputztes Concerto in F-Dur (RV 99), gab jeder Stimme angemessenes Futter und gefiel in seiner musikalischen Frische.

Kein Venezianer war Johann Joachim Quantz, der spätere Flötenlehrer Friedrichs des Großen, aber er war einst Vivaldi persönlich begegnet, hatte einiges von ihm gelernt. Seine Triosonate in B-Dur (QV 2:42) verstand sich allerdings nicht als bloßer Abklatsch, was Joy Elsner und Meike Bruckmann als Solisten durchaus verdeutlichten.

Von Dresden ging es dann weiter nach Paris, wo im späteren 18. Jahrhundert Ignaz Pleyel vor allem die Liebhaber mit gut spielbarer Musik zu versorgen wusste. Dieses Angebot griff Rica Bruckmann mit einer liebenswürdigen Sonate gerne auf. Als jüngste Spielerin in diesem Kreise empfahl sie sich mit ihrer Leistung durchaus schon für kommende Aufgaben.

Noch einmak kam Paris zu Wort, zwar mit einem munteren Klaviertrio von Franḉois Devienne, Gesellschaftsmusik im besten Sinne des Wortes und bei Andrea Gröne und Meike Bruckmann auch solistisch in guten Händen.

Die Pause galt der Entspannung, aber auch dem Gedenken an Rainer-A. Krewerth, den langjährigen Vorsitzenden des Heimatvereins. Norbert Funken würdigte in feinsinnigen Worten das Wesen und Wirken dieses urwüchsigen Westfalen, dessen Namen im Norden unserer Stadt eine Straße trägt. Noch am Vormittag war ihr Schild mit einigen biographischen Angaben ergänzt worden.

Nur zwei Werke gab es im zweiten Teil des Abends, dafür aber etwas schwerere Brocken. Aus Turin stammte zunächst Amedeo Rasetti (1754-99), der in Paris als Pianist seine größten Erfolge feierte. Auch sein Klaviertrio in F-Dur (Op. 13 Nr 1) verriet seinen Sinn für virtuose Effekte, ohne dass diese zur Effekthascherei verkommen wären; auch das Gemüt wusste er zu bedienen, etwas im zweiten Satz: „Il canto d’amore“.

Das Finale vereinte noch einmal das ganze Septett und führte es nach London. Hier nämlich ließ sich endgültig Johann Christian Bach nieder und schrieb erfolgreich Musik, die recht wenig mit der seines Vaters zu tun hatte. Weit öffnet sie die Tore zur Klassik, so auch hier das groß angelegte Concerto in Es-Dur (Op. 7 Nr. 5), eigentlich schon ein richtiges Klavierkonzert mit virtuosem Anspruch, dem sich Klaus Kemmer erfolgreich stellte.

Gerne genoss das Auditorium diesen geistreichen Abend und hätte sicherlich nichts dagegen einzuwenden, wenn diese Serenaden des Heimatvereins zur festen Tradition würden. – Es muss sich ja nicht alles um den Marktplatz drehen.

 

 

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