Die Stellungnahme des Heimatvereins: Die Bebauung Emsinsel muss eine Bereicherung für die Stadt werden

 

Die drei von der Stadtverwaltung in Auftrag gegebenen Architektenpläne für den Bebauungsplan „Emsinsel“, in die Vorstand und Beirat des Heimatvereins Warendorf am 9.12.2009 in der Stadtverwaltung Einsicht nehmen konnten, dürfen in dieser Form nicht Grundlage eines Bebauungsplanes werden.

Nach Auffassung des Heimatvereins stellt die vorgesehene verdichtete Bebauung wie sie in allen drei Entwürfen geplant ist, eine große  Gefahr für unsere historische Altstadt dar. Vorgesehen  sind 120 bis 150 Wohneinheiten. Es kann nicht Ziel der Stadtplanung sein, ein massives Überangebot an Wohnraum zu schaffen. Dadurch wird Wohnraum in der Altstadt leerfallen, mit schlimmen Folgen, die sich jeder ausmalen kann.  Dies dürfen wir nicht riskieren.

Nach neuesten Prognosen des Statistischen Landesamtes NRW wird der Rückgang der Bevölkerung stärker ausfallen als vermutet. Für Warendorf muss mit einem Bevölkerungsschwund von 13 v.H.  bis 2030 gerechnet werden. Warum wollen wir durch ein Überangerbot an neu geschaffenem Wohnraum massive Leerstände auch in den jetzt noch intakten Wohngebieten produzieren? Am Kloster entstehen im Moment 80 Wohneinheiten – ein Mangel an Wohnungen wird es in Zukunft bestimmt nicht geben, da das Angebot jetzt schon größer ist als die Nachfrage.

Im vorderen Bereich der Emsinsel soll Gewerbe angesiedelt werden. Es stellt sich die Frage, ob wir wirklich noch einen 1.600 qm großen Lebensmittelmarkt brauchen. Sollen durch einen  Verdrängungswettbewerb die Geschäfte der Innenstadt überflüssig werden? Sind die in diesem Zusammenhang vorhergesagten 8 v.H.  Kaufkraftschwund in der Innenstadt bei Verwirklichung wirklich verkraftbar? Leer stehende Ladenlokale – sich kein Gewinn für die Innenstadt - befürchtet der Heimatverein. Sie sorgen für eine Anti-Konsumstimmung, die nicht nur den Warendorfern den Spaß am Einkaufen nehmen wird.

 Der Heimatverein wünscht sich eine wirklich hochwertige Bebauung dieser altstadtnahen Liegenschaft. Sie bildet den Auftakt zum Emspark, dem vielgenutzten Erholungsgebiet der Stadt, einem wichtigen weichen Standortfaktor. Es ist sehr erstaunlich, dass sogar die jetzige Grünzone westlich und nördlich von Haus Bleiche, die teilweise als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen ist,  mit massiven Wohnbauten zugepflastert werden soll. Was jetzt grün ist, muss auf jeden Fall grün bleiben. Sehr wünschenswert wäre es, wenn die Grünzone noch erweitert werden könnte. Das brächte  Lebensqualität für die Bürger der Stadt Warendorf.

Absolut enttäuschend ist die in den Plänen vorgeschlagene Gestaltung der Westseite der „Emsinsel“ an der Straße „Zwischen den Emsbrücken“. Hier soll die historische Gebäudezeile, die 1950 von dem bedeutenden Architekten Heinrich Bartmann als verbindendes Element von der Industrie zur Altstadt erbaut wurde, abgerissen werden, um in einem Entwurf durch eine 7 Meter hohe Backsteinmauer ersetzt zu werden. Damit wird man der Stadt Warendorf mit ihrem  historischen Stadtkern in keiner Weise gerecht.

Die Gestaltung der Emsinsel sollte nicht eine Gefahr, sondern eine Bereicherung für unsere liebenswerte Stadt werden.

 

 

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